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Phosphene als Biophotone

Autor: Floco Tausin | Erstellt am: 01.04.2009 | Gelesen: 2825
Kategorie: Astrologie & Esoterik | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Biophotonen-Theorie könnte ein neues Verständnis für das Licht in den Mouches volantes liefern.

Die farbigen oder farblosen Muster in unserem Blickfeld, die im Dunkeln sichtbar werden, inspirieren die Menschen seit Jahrtausenden zu spirituellen, künstlerischen und philosophischen Leistungen. Bei manchen Vorsokratikern und bei Plato galten Phosphene (von gr. phos, „Licht" und phainein, „erscheinen") als Beweis für die Annahme, dass das Auge selbst Licht ausstrahlt. Diese Theorie wurde in der Neuzeit zugunsten neuer physiologischer Einsichten aufgegeben. Seit beinahe zweihundert Jahren sind Phosphene Gegenstand moderner medizinischer Erforschung und gelten als das Resultat von neuronaler Aktivität: Danach werden Phosphene sowohl durch das Feuern der Nervenzellen wie auch durch mechanische, elektrische, magnetische u.a. Stimuli erzeugt.

Künstlerische Darstellung eines farblosen Phosphens, verursacht durch mechanische Stimualtion der Netzhaut.

Künstlerische Darstellung eines farblosen Phosphens, verursacht durch mechanische Stimualtion der Netzhaut.

Eine neue Theorie über die Natur von Phosphenen knüpft nun gewissermassen an die antike Auffassung von der Lichtemission im Auge an. Der ungarische Chemie- und Bioingenieur István Bókkon vertritt im Artikel „Phosphene phenomenon. A new concept" (2008) die Ansicht, dass Phosphene Biophotone sind, d.h. ultraschwaches biologisches Licht, das von den Zellen des visuellen Systems (Netzhaut, Sehnerv, visueller Kortex) abgestrahlt wird.

Damit wären Phosphene Teil eines an sich bekannten biochemischen Phänomens, der Biolumineszenz: Mehrere Bakterien-, Pflanzen- und Tierarten verfügen über spezielle Leuchtzellen oder -organe, die ein sichtbares Licht aussenden – eine Fähigkeit, die diesen Tieren einen Platz als (un)heimliche Stars in Ökothrillern wie Tess Gerritsens „Trügerische Ruhe" und Frank Schätzings „Der Schwarm" sicherte. Im wirklichen Tierleben setzen Glühwürmchen, Algen, Tiefseefische u.a. das kalte Licht ein, um untereinander zu kommunizieren, Feinde abzuschrecken und Beutetiere anzulocken

Seit den 1920er Jahren lassen Experimente von russischen Naturwissenschaftlern jedoch vermuten, dass nicht nur spezielle Leuchtzellen, sondern alle Zellen Licht emittieren. In den 1970er Jahren hat eine Gruppe von Biophysikern unter der Leitung von Professor Fritz A. Popp in Marburg diese „ultraschwache" Strahlung erstmals mit einem hochempfindlichen Gerät nachgewiesen. Demnach strahlen alle Lebewesen ein kohärentes (d.h. in wechselseitiger Ordnung schwingendes) Licht im sichtbaren wie im unsichtbaren Wellenbereich ab. Popp nannte diese Strahlung „Biophotonen", um deren Quantennatur zu betonen und sie von der allgemeinen „Biolumineszenz" zu unterscheiden. Als Hauptquelle dieser Biophotonen wird der natürliche Sauerstoffwechsel der Zelle identifiziert; die Ausstrahlung von Photonen im Nervensstem sei dabei nicht einfach ein bedeutungsloses Nebenprodukt der Oxidation, wie viele Wissenschaftler behaupten, sondern habe eine wichtige Funktion bei der Signalübertragung. Bókkon beispielsweise vertritt die Ansicht, dass Informationsprozesse des Hirns wie Träumen, Denken und Gedächtnisbildung über die Photonausstrahlung der Hirnzellen funktioniert. Anhand von Experimenten konnte gezeigt werden, dass Biophotonenemission direkt mit neuronalen biochemischen Prozessen zusammenhängt.

Biophoton-Emission einer keimenden Sojabohne.

Biophoton-Emission einer keimenden gesunden Sojabohne.

Bókkon untersucht in diesem Artikel detailliert verschiedene Arten der stimulierten Phosphenerzeugung, nämliche die elektrische, mechanische, magnetische Stimulation, sowie die Auswirkung von bewusstseinsverändernden Substanzen, Stress, neuralen Störungen und die Einwirkung vermehrter elektromagnetischer Strahlung auf Astronauten im Weltall. Alle diese Stimulationen bewirken einen intensiveren Energie- bzw. Sauerstoffumsatz in den Nervenzellen des visuellen Systems, worauf mehr Biophotonen abstrahlen. Grundsätzlich bedeutet dies, dass elektromagnetische und mechanische Signale in biophotonische Signale umgewandelt werden können. Daraus zieht Bókkon den Schluss, dass das, was wir als Phosphene erblicken, das sichtbare Resultat der erhöhten Biophoton-Strahlung ist.

Geistesgeschichtlich betrachtet gehört die Idee des Licht-Stoffwechsels, d.h. des Empfangens, Speicherns und Abstrahlens von Licht in (Nerven)zellen, ins Umfeld der vormodernen und modernen feinstofflichen Feldtheorien und vitalistischen Denktraditionen. Diese waren zeitweise Teil der Wissenschaft, werden heute jedoch aufgrund mangelnder Nachweise und ihrer Nähe zu esoterischen und spirituellen Konzepten meist abgelehnt. Von vielen Denkern und Autoren wird das Konzept der Biophotonen denn auch als Bestätigung beispielsweise der universellen „Lebenskraft" wie Od, Prana, Chi, Orgon etc. (Vitalismus, siehe newsdezember2008) aufgefasst und von Vertretern beispielsweise der „Lichtnahrung", des „Lichtkörper-Prozesses", der „Lichtheilung", der Chakra-Lehre etc. herangezogen.

Welche Bedeutung hat diese Theorie für eine „entoptische Spiritualität"? Meiner Ansicht nach zeigt sie, dass wir es zumindest bei einem Teil der entoptischen Erscheinungen nicht mit einer neurologischen „Störung" zu tun haben, sondern tatsächlich mit einer Form des Lichts. Was wir in den Phosphenen und auch in den Nachbildern sehen, ist das Resultat eines inneren Strahlens, das wir gezielt intensivieren können. Und zwar durch eine Lebensweise und durch spirituelle Praktiken, die zu mehr Energie und Energiefluss führen – zellbiologisch ausgedrückt als erhöhter Sauerstoffumsatz in den (Nerven)zellen. Das intensivere Leuchten von entoptischen Erscheinungen können wir somit als verstärkte Lichtkommunikation verstehen: Unser Lichtkörper tauscht sich intensiver mit anderen Lichtkörpern bzw. mit dem Bild als Ganzes aus. Das Licht, das von unseren (Nerven)zellen ausgestrahlt wird, enthält, denke ich, nicht nur physiologische Daten, sondern auch solche, die unser gesamtes Sein und Bewusstsein repräsentieren. Somit sehen wir in den entoptischen Erscheinungen tatsächlich die Leuchtstruktur unseres Bewusstseins. Möglicherweise könnte die Biophotonen-Theorie zudem nicht nur die Phosphene neu erklären, sondern auch ein neues Verständnis des Lichts in den Mouches volantes liefern (siehe Hauptartikel).

Floco Tausin (Leuchtstruktur Verlag)

Mouches Volantes - Die Leuchtstruktur des Bewusstseins (ISBN: 978-3033002050)
 
 
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