Minister Rösler will die soziale Pflegeversicherung umbauen und hat zu diesem Zweck das Jahr 2011 zum Jahr der Pflege ausgerufen. Der erneute Umbau der Pflegeversicherung ist dringend notwendig, da aktuelle Studien zeigen, dass der Kostendruck weiter steigen wird. Waren 2010 schon 2,2 Millionen Menschen von einer Pflegebedürftigkeit betroffen, so zeigen aktuelle Hochrechnungen, das im Jahr 2020 mehr als 3,4 Millionen Menschen eine Leistung aus der sozialen Pflegeversicherung beziehen werden.
Um diese gestiegenen Kosten auch tragen zu können muss man entweder die Beitragseinnahmen drastisch erhöhen oder mit Leistungskürzungen reagieren. Beides ist nicht wirklich sexy. Deshalb möchte die FDP durch eine erneute Pflegereform eine kapitalgedeckte Pflegezusatzversicherung einführen. Und um diese Zusatzversicherung auch vielen Bundesbürgern schmackhaft zu machen wird aktuell darüber diskutiert, ob man im Falle der Pflege nicht auch eine Förderung analog dem Riester Modell schaffen kann. Denn die Riester Rente ist mit mehr als 14 Millionen Verträgen ein wahres Erfolgsmodell geworden.
Und deshalb hofft die Politik, dass man auch im Falle der Pflege durch die Förderung der Zusatzversicherung eine ähnlich große Vertragsanzahl am Markt platzieren kann. Denn das würde zum einen die gesetzlichen Kassen entlasten und zum anderen auch das finanzielle Risiko von Familienangehörigen reduzieren. Denn aktuell müssen Familienangehörige eine finanzielle Lücke ausgleichen, wenn die Kosten der Pflege die Leistungen aus dem gesetzlichen System übersteigen
Zwar trägt das Sozialamt diese Kosten im ersten Schritt, holt sich die Gelder dann aber wieder von der Familie. Es gibt zwar Freigrenzen, doch meist bleibt dann nicht mehr viel Geld übrig, wenn man aus der eigenen Tasche zuschießen muss. So muss dann der ein oder andere Urlaub dran glauben, um die Kosten für die Pflege zu schultern.
Schon alleine aus diesem Grund ist die Einführung einer geförderten Pflegezusatzversicherung grundsätzlich sinnvoll. Wie das Modell genau aussehen soll, soll im Laufe des Jahres 2011 noch konkretisiert werden, so dass eine Einführung für das Jahr 2012 möglich ist.
Markus Köhler