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Pfefferspray mit dem Wirkstoff Oleoresin Capsicum

Autor: B-Safe | Erstellt am: 04.02.2011 | Gelesen: 11155
Kategorie: Freizeit - Hobby & Unterhaltung | Bewertung: rateArateBrateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Pfefferspray (Tierabwehrspray) mit dem Wirkstoff Oleoresin Capsicum (OC)

Pfefferspray
Pfefferspray
Gründe um sich in der heutigen Zeit ein Pfefferspray zum Selbstschutz anzuschaffen gibt es leider viele, ständig steigt die Verbrechensrate, während die Hemmschwelle sinkt. Man kann es jeden Tag in den Medien verfolgen, Jugendliche schlagen wahllos Passanten nieder und immer häufiger kommt es zu sexuellen Übergriffen, Raubüberfällen und sonstigen Verbrechen. Pfefferspray ist eine effektive Möglichkeit, sich vor Übergriffen zu schützen.

Eins vorweg, Pfefferspray enthält kein Pfeffer. Wenn man es genau nimmt wird der Reizstoff für das Pfefferspray aus einer Beere gewonnen und zwar aus der Chilibeere. Man mag es kaum glauben, aber die umgangssprachlich genannte „Chilischotte" ist aus botanischer Sicht eine Frucht und gehört der Paprikagattung an.

Der Name Pfefferspray wurde aus dem englischen „pepper spray" übernommen, allerdings steht „pepper" (auch chili pepper, red pepper, etc.) für Chilischoten. Dies ist auch der Grund warum immer der Zusatz Oleoresin Capsicum oder OC im Namen enthalten ist.

Chilli pflanze

Aber was ist Oleoresin Capsicum?

Oleoresin bedeutet, dass aus Samen, Wurzeln, Blättern oder Früchten Extrakte gewonnen werden.Capsicum bezeichnet die Gattung Paprika, auch als Chili, Peperoni oder Pfefferoni bezeichnet.Oleoresin Capsicum sind die gewonnenen Extrakte (hauptsächlich Capsaicin, Dihydrocapsaicin, Nordihydrocapsaicin) von tropischen und subtropischen Chilipflanzen.

Der Stoff Capsaicin ist bei der Chilischote für die Schärfe verantwortlich und wird von Drüsenzellen gebildet, die sich auf der Epidermis der Plazentawand befinden (unter dem Stiel im Inneren der Frucht). Daher ist bei vielen scharfen Chili Sorten die Spitze weit weniger scharf als das Stielende.

Die Benutzung eines Reizstoffsprühgerätes ist identisch mit dem einer Sprühdose. Die im Handel erhältlichen Sprays können das Oleoresin Capsicum flüssig (flüssig in Kombination mit Farbmarkierer, um den Angreifer später einfacher zu überführen), als Schaum, als Gel oderals Puder freisetzen.Bei dem flüssigen Spray kann man zwischen Nebel, Weitstrahl oder Breitstrahl wählen. Die Reichweite unterscheidet sich je nach Modell zwischen 1,5 und 5 Meter. Jede Variante hat seine Vor- und Nachteile.

Pfefferspraybehälter stehen unter Druck. Sie müssen vor direkter Sonneneinstrahlung und Hitze über 50 °C geschützt werden.

Mit der Anwendung von Pfefferspray kann man Angreifer unmittelbar stoppen, da das Oleoresin Capsicum sofort oder nach wenigen Sekunden wirkt und zu Symptome in den Augen, in der Atmung und auf der Haut führt .

Der Angreifer kann ungefähr 5 bis 10 Minuten nichts mehr sehen, denn der Kontakt mit den Augen führt zu einem heftigen brennenden Schmerz sowie zu einem krampfartigen Verschluss der Augenlider. Desweiteren kommt es zu einer Rötung und Schwellung der Bindehaut und zu heftigem Tränenfluss.

Das Einatmen des Pfeffersprays führt zu einem Hustenreiz und Atemnot.

Eine Histaminausschüttung führt zu einer Hautrötung, die besprühten Stellen „brennen" und verursachen für 15 bis 30 Minuten einen Juckreiz.

Nach dem Einsatz des Abwehrsprays hat das Opfer ausreichend Zeit zu flüchten und kann so ohne Schaden aus einer scheinbar aussichtslosen Situation entkommen.

Da Capsaicin fett- und nicht wasserlöslich ist, sollten mit Pfefferspray besprühte Personen die Haut mit speziellen Reizstoffen, Neutralisationssprays für die Haut, Pflanzenöl bzw. anderen fetthaltigen oder auch hochprozentig alkoholischen Flüssigkeiten abwaschen. Sofort im Anschluss muss die betroffene Haut mit kaltem Wasser und Seife gründlich abgewaschen werden. Reiben, Schrubben oder Kratzen sollte vermieden werden, da ansonsten die Substanzen noch intensiver in die Haut eindringen können. Die Symptome sollten innerhalb einer dreiviertel Stunde abklingen.

Bei Kontakt mit den Augen sollten diese schnellstmöglich unter fließendem Wasser gespült werden.

Es dürfen keine Salben oder Cremes aufgetragen werden. Am besten sollte nach jedem Kontakt mit Pfefferspray ein Arzt aufgesucht werden.

In Deutschland wird Pfefferspray in der Praxis als Tierabwehrspray gekennzeichnet, damit es nicht unter das Waffengesetz fällt und so die sonst erforderliche Zulassung dadurch umgangen werden kann. Da Tierabwehrsprays nicht als Waffen zählen, dürfen sie von jedermann erworben und mitgeführt werden. Ungeachtet dessen kann das Führen von Tierabwehrsprays bei Versammlungen, die unter das Versammlungsgesetz fallen, sowie auf dem Weg dorthin oder zurück als Verstoß gegen das Waffenverbot geahndet werden.

Ohne diese Kennzeichnung geht der Gesetzgeber davon aus, dass die Pfeffersprays zum Einsatz gegen Menschen verwendet werden und somit ein so genanntes Reizstoffsprühgerät ist. Reizstoffsprühgeräte sind in Deutschland Waffen im Sinne des Waffengesetzes und benötigen ein Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt, welches bescheinigt das der enthaltende Reizstoff gesundheitlich unbedenklich zugelassen ist und die Reichweite und Sprühdauer begrenzt sind. In diesem Fall dürfen Jugendliche erst ab 14 Jahren mit ihnen umgehen.

Der Grund für das Umgehen des Prüfzeichens ist, dass der in Pfefferspray enthaltende Wirkstoff Oleoresin Capsicum in Deutschland bislang nicht zugelassen wurde. Die erforderliche Zulassung kann jedoch nicht durchgeführt werden, da ein Teil des Prüfungsverfahrens Tierversuche voraussetzt, die jedoch nach § 7 Abs. 4 des Tierschutzgesetzes nicht durchgeführt werden dürfen.

Bei Einsatz von Pfefferspray (Tierabwehrspray) gegen Menschen macht man sich wegen gefährlicher Körperverletzung strafbar.

Die Strafbarkeit entfällt jedoch, wenn ein Rechtfertigungsgrund wie Notwehr vorliegt.

Reizstoffsprühgeräte, die weder als Tierabwehrspray (Contra-Dog, Anti-Hund, Anti-Dog, Hundeabwehrspray, etc.) gekennzeichnet sind, noch ein Prüfzeichen der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt oder des Bundeskriminalamts besitzen, gelten nach § 2 Abs. 3 des Waffengesetzes i.V.m. Anlage 2 Abschnitt 1 Nr. 1.3.5 des Waffengesetzes als Waffen, deren vorsätzlicher (oder fahrlässiger) Besitz nach § 53 Abs. 3 Nr. 1 (Abs. 4) des Waffengesetzes strafbar ist.

Die Rechtssituationen in anderen Ländern:

LandStatusBesitz(Ver)kaufFühren/Tragen
Belgien verbotene Waffe verboten verboten verboten
Frankreich keine Waffe erlaubt erlaubt ab 18 J. erlaubt
Griechenland verbotene Waffe verboten verboten verboten
Niederlande verbotene Waffe verboten verboten verboten
Österreich Waffe erlaubt erlaubt ab 18 J. erlaubt
Schweiz keine Waffe erlaubt erlaubt ab 18 J. erlaubt
Norwegen verbotene Waffe verboten verboten verboten

Das Auswertige Amt bietet weitere Informationen über die Rechtssituationen in anderen Ländern auf seiner Internetseite an.

 
 
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