Öffentliches Luftrecht - Barrierefreiheit im Flugverkehr
Gegenwärtig kommen z.B. RollstuhlfahrerInnen in europäischen Flugraum nicht auf die Toilette, weil sich die Fluggesellschaften weigern, Bordrollstühle mit sich zu führen. In den USA hingegen ist die Mitnahme eines Bordrollstuhls seit 1992 gängige Praxis! Die Petition soll auf die diskriminierende und gesundheitsgefährdende Situation aufmerksam machen und einen politischen Diskurs in Gange bringen.
Zur Zeit läuft meine Petition "
Öffentliches Luftrecht - Barrierefreiheit im Flugverkehr" (6.11.2008-19.12.2008).
Direktlink zur Petition auf der
Internetseite des Deutschen Bundestags (Der Link führt zu der Internetseite des Deutschen Bundestags, auf dem die Petition veröffentlicht wurde. Zum Mitzeichnen auf "registrieren" gehen und sich einen Benutzernamen auf den E-Mail Account zuschicken lassen, den Link aufrufen und auf "diese Petition mitzeichnen" klicken).
Einen ersten Erfolg gibt es bereits zu verbuchen: So versicherte ein Konzernsprecher der Deutschen Lufthansa am 15. November 2008, dass alle Passagiere, die den Bedarf 48 Stunden vor Reiseantritt anmelden, im Flieger einen Bordrollstuhl vorfinden. Bisher sah die Lufthansa diesen Service - wie andere Luftfahrtgesellschaften auch - nur auf Langstrecken vor. Noch am 9.1.2008 schreibt die Deutsche Lufthansa: "
In der Tat ist es bedauerlicherweise auch auf Voranmeldung hin nicht möglich, auf Kurzstreckenflügen einen Bordrollstuhl zur Verfügung zu stellen." (siehe:
www.rechtaufklo.de/?p= 61) Auch in Folgeanfragen äußert sich die Lufthansa nur allgemein und geht auf die spezifische Frage nach einem Bordrollstuhl nicht ein (siehe:
www.rechtaufklo.de/? page_id=69)
Weitere Hintergrundinfos und aktuelle Entwicklungen auf meinem Blog
www.rechtaufklo.deZum Hintergrund der Petition Barrierefrei FliegenFliegen ist mittlerweile so normal wie Auto- und Bahnfahren - für fast alle Menschen in Europa. Nicht aber für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. So hat diese Personengruppe auch nach Inkrafttreten der EU Flugverordnung vom Juli 2008 keine Chance, auf Kurz- und Mittelstreckenflügen eine Toilette aufzusuchen.
Europäische Fluggesellschaften - darunter auch die Deutsche Lufthansa - verweigern Ihren mobilitätseingeschränkten Passagieren bis heute den Zugang zu einer Toilette. Zwei bis drei Stunden, manchmal sogar länger, wird ihnen zugemutet keine Toilette aufzusuchen. Wer die Frage des Stewarts "Müssen Sie in dieser Zeit eine Toilette aufsuchen?" mit "Ja" beantwortet, kann gleich wieder vom Flieger gehen. Er wird schlichtweg nicht befördert.
Auch bei Vorabanmeldung weigern sich Fluggesellschaften einen sogenannten Bordrollstuhl an Bord mitzuführen. Dieser würde den Transfer vom Sitzplatz zur Toilette ermöglichen. So antwortet zum Beispiel die Deutsche Lufthansa in einer E-Mail vom 9.1.2008 lakonisch: "In der Tat ist es bedauerlicherweise auch auf Voranmeldung hin nicht möglich, auf Kurzstreckenflügen einen Bordrollstuhl zur Verfügung zu stellen" und versichern zynisch weiter "dass wir alles dafür tun, damit Ihre Reisen reibungslos verlaufen." Bis heute verweigert die Deutsche Lufthansa eine eindeutige Zusage, dass sie bei Bedarf einen Bordrollstuhl zur Verfügung stellt (Quelle:
rechtaufklo.de).
Ein Flug, auf dem mehrere Stunden lang keine Toilette aufgesucht benutzt werden kann, kann nicht "reibungslos" verlaufen und verfehlt zentrale Bedürfnisse von Passagieren. Man stelle sich vor, drei Stunden in einem Fahrstuhl fest zu sitzen - das ist in etwa die Zeit, die die deutschen und europäischen Fluggesellschaften ihren mobilitätseingeschränkten Passagieren zumuten, keine Toilette zu benutzen.
Vor diesem Hintergrund habe ich beim Deutschen Bundestag die Petition eingereicht und hoffe auf viele Mitzeichnende. Das Ziel sind 400 Unterschriften, aber je mehr Mitzeichnende desto gewichtiger die Petition und um so wahrscheinlicher, dass sich etwas bewegt in Richtung barrierefreiem Fliegen! Ende der Mitzeichnungsfrist ist der 19.12.2008.
Autor: Kay Macquarrie