Dieter Wulf - SeminarDozent für Betriebs-Jahresplanungen
Ein effizientes Kostenmanagement ist in den Betrieben aus Handwerk und Gewerbe gerade in Zeiten schwieriger Konjunktur mehr denn je gefragt. Eine Hauptposition der betrieblichen Aufwendungen sind nun mal die Personalkosten.
Wir wollen beispielhaft die Belastung eines Betriebes im Bau-Handwerk errechnen, ausgehend von 12,00 € Gewerbe-Stundenlohn brutto. Hierauf sind bis zu 23% Arbeitgeber-Beiträge zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosen-Versicherung zu tragen.
Hinzu kommen die reinen Arbeitgeber-Beiträge zur Berufsgenossenschaft (BG), die sich je nach Gefahren-Einstufung auf ca. 4% bis 10% der Brutto-Lohnsumme belaufen können. Zusätzlich sind die Leistungen zur SoKa Bau anzusetzen.
Alle nicht aktiven Zeiten wie Urlaub, Krankheit, Ausfall, Weiterbildung etc. sind in aller Regel mit ca. 20% kalkulatorisch auf die aktive Zeit umzulegen. Somit verteuert sich die Arbeitsstunde für den Arbeitgeber (AG) auf rd. 20 €.
Und das ist noch nicht das Ende unserer Kalkulation, denn die so genannten „Leer-Zeiten", also Zeiten, denen keine berechenbare Ausführungsleistung gegenübersteht, addieren sich oft auf 1 Stunde pro Tag (also rd. 12,5%).
Dies können zum Beispiel Fahrtzeiten zum Ausführungsort sein. Für Nacharbeiten sind meist zusätzlich 5% der Arbeitszeit anzusetzen. Der Belastung für den Betrieb je Stunde erhöht sich jetzt bereits auf 22,00 €.
Ggf. werden Urlaubs- und Weihnachtsgeld gezahlt, dann sind pro aktiver Stunde noch einmal bis zu ca. 10% (hier angenommen) zu addieren. Alle diese Zahlen bitte mit den individuellen Daten im laufenden Betrieb vergleichen.
Einnahmen zur Abgeltung der Personalkosten sind im Übrigen Fremdgeld, es gehört dem Unternehmen nicht. Sollten die Ausfallzeiten im Betrieb nicht im Durchschnitt liegen, veränderte sich die Belastung. 10% bedeuten hier rd. 2,00 € je Stunde zusätzlich für den AG.
Hierauf müssen die so genannten Gemeinkosten (allgemeine Kosten, Overheads) addiert werden. Zwischen 15 € und 25 € pro gewerblich tätigem Arbeitnehmer bzw. tätiger Arbeitnehmerin fallen in aller Regel bei kleinen bis mittleren Unternehmen an.
Nehmen wir einen mittleren Betrag von 20 € einmal beispielhaft an. Risiko- und Gewinnzuschläge von bis zu 5% kommen hinzu. Somit erhöht sich der Satz je aktiver Stunde mit dem kalkuliert werden müsste hier im Beispiel auf mindestens 46,00 €.
Weitere Informationen zur Kosten- und Leistungsrechnung finden Sie unter:
www.dieter-wulf.de/..kostenrechnung_leistungsrechnungDiese Stundensätze sind in Handwerk und Gewerbe aktuell am Markt kaum mehr zu erzielen. Die Folge sind eine reduzierte Rentabilität, kaum ausreichende Liquidität, rückläufiges Eigenkapital und eine deutlich sinkende Kapitaldienstfähigkeit.
Hersteller, Zulieferer, Fach-Handel, Versicherungen und Dienstleister sind gefordert, ihre Profi-Marktpartner in der aktuell schwierigen Alltagsarbeit sinnvoll zu unterstützen. Das geht am besten über professionelle Fach-Events und die Vermittlung hilfreicher Information.
Dieter Wulf - SeminarDozent für Betriebs-Jahresplanungen