2011 dürfte wieder mehr Personal gesucht werden
Der Aufschwung hat den deutschen Arbeitsmarkt erreicht! Die konjunkturelle Belebung und anziehende Exporte wirken sich immer stärker auch auf die Beschäftigungssituation in Deutschland aus. Auch kritische Beobachter gehen mittlerweile davon aus, dass die Wirtschaftskrise überwunden ist und im nächsten Jahr nachhaltig sinkende Arbeitslosenzahlen erwartet werden können. Die psychologisch wichtige Dreimillionenmarke dürfte bald dauerhaft unterschritten werden.
Gute Nachrichten also für Jobsuchende, aber auch für die Zunft der Personalberater. Deren Dienstleistungen werden 2011 wieder so gefragt sein wir vor der Krise. Der wirtschaftliche Abschwung hatte so manche Personalberatung in existenzielle Schwierigkeiten gebracht und insgesamt zu einer feststellbaren Marktbereinigung geführt. Interessant ist, dass eine klare Spezialisierung vielen Unternehmensberatungen offensichtlich dabei geholfen, besser durch die Weltwirtschafts- und Finanzkrise zu kommen. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest der Bundesverband Deutscher Unternehmensberater, der im Dezember eine Repräsentativbefragung von Unternehmensberatern durchführen ließ.
Ein klares Profil ist gefragt - auch in der Personalberatung
Personalberater sollten also zukünftig darauf achten, ihre Spezialisierung noch stärker herauszuarbeiten. Eine solche Konzentrierung auf einen abgegrenzten Bereich erlaubt es auch kleineren Consultingfirmen, gegenüber großen Beratungskonzernen zu bestehen. Sowohl über den Wirtschaftssektor (z.B. Automobil, Maschinenbau, Health Care), als auch über spezielle Fähigkeiten (Sprachen, IT-Kenntnisse) oder eine regionale Eingrenzung (Russland) lässt sich eine solche Abgrenzung definieren, die durch Personalboutiquen besetzt werden können. Dies lässt sich gut mit der bei Anwaltskanzleien seit Langem zu beobachtenden Unterscheidung zwischen Großkanzleien und Anwaltsboutique vergleichen.
Spezialisierte Personalberater können beruhigt ins neue Jahr schauen und dürften vom dynamischer werdenden Arbeitsmarkt überproportional profitieren. International agierende Berater sollten jedoch die sehr unterschiedlich verlaufenden Entwicklungen berücksichtigen – so ist der Wirtschaftsaufschwung in weiten Teilen Osteuropas noch nicht angekommen, und die Lage in den durch ihre maroden Staatsfinanzen in Probleme geratenen EU-Mitgliedern (Portugal, Spanien, Griechenland, Irland, evtl. auch Italien) lässt sich derzeit nur sehr schwer prognostizieren.