Der deutsche PBS-Markt darf mit einem Volumen von 16,1 Mrd. € getrost als ein Branchenschwergewicht bezeichnet werden. Hierfür zeichnet jedoch weniger der Privatmarkt verantwortlich, sondern eher der Anteil der gewerblichen Nachfrage, der mit 60 bis 70 % sehr hoch ist. Gleichzeitig verweist dieser hohe Anteil jedoch auf eine hohe Krisenanfälligkeit des PBS-Marktes, was ja im Jahr 2009 eindrucksvoll deutlicht wurde. Der Rückgang des Umsatzes um fast 8 % war schon rekordverdächtig.
In zahlreichen Sortimenten wurden erhebliche Verluste realisiert, die bis heute trotz der hervorragenden Konjunktur und Umsatzzahlen noch nicht kompensiert werden konnten. Das dürfte allerdings 2012 der Fall sein. Insgesamt betrug das Wachstum der PBS-Produkte im letzten Jahr 5,6 %. Trendmäßig hat sich aktuell ein Schwerpunktthema in den Vordergrund geschoben: Nachhaltigkeit an allen „Ecken und Enden". Zertifizierte Papiere, Klebebänder aus komplett recyceltem Trägermaterial, Toner mit Öko-Varianten, Aktenvernichter mit Staubaufsaugung sind nur wenige Beispiele dieses Trends.
Für die kommenden Jahre ist marktmäßig eher eine Konsolidierung angesagt. So erwarten die Experten von IBH Retail für das laufende Jahr ein Wachstum von etwas mehr als 2 % und später von knapp unter 2 %. Aber vor dem Hintergrund der Krise kam die rasche Erholung des Marktes selbst für die Insider der Branche völlig unerwartet.
Größere Fragezeichen stehen allerdings hinter dem Flagschiff der Branche, hinter dem Sortiment „Bürokommunikationspapier". Umsatzmäßig nimmt diese Warengruppe 56 % des gesamten PBS-Umsatzes ein, gefolgt von „Ordnen/Archivieren" (15,4 %) und „Büroverbrauchsmaterialien" (5,5 %). Der Umsatzeinbruch betrug zwar nur 11 %, schlug jedoch volumenmäßig ernorm zu Buche.
Noch aus einer weiteren Sicht sind die Papiere derzeit in aller Munde. Der Fachhandel für Drucken und Kopieren sieht einen Erfolgsfaktor im sog. Managed Print Service (MPS), dem Dokumentenmanagement und der Archivierung. Im günstigen Fall realisiert der Handel hier Kostenreduzierungen bei sich selbst wie auch bei den Kunden. Vor diesem Hintergrund dürfte die weitere Entwicklung des Fachhandels sehr spannend werden. Ohnehin erstaunt im PBS-Markt die noch bestehende Zersplitterung bei der Distribution. Eine Vielzahl von kleinen Fachhändlern steht mehreren teilweise international aufgestellten Großanbietern gegenüber. Ebenso gilt in der Branche noch die klassische Distributionshierarchie von der Produktion über den Großhandel bis zum Endverbraucher, wenn auch durch den hohen Anteil gewerblicher Verwender die dritte Stufe weniger stark ausgeprägt ist.
Bei aller Euphorie hat die Branche aber auch die eine oder andere Hiobsbotschaft zu schultern. Die Kehrseite des globalen Wachstums ist eine Verknappung und folgerichtig eine Verteuerung der Rohstoffe, die auch die Hersteller von PBS- und Büroprodukten nicht kalt lassen kann, zumal die Möglichkeiten von Kostenreduzierungen im Schlepptau der Krise nahezu ausgeschöpft wurden. Die Umsetzungen von Preiserhöhungen gestalten sich allerdings in der PBS-Branche erfahrungsgemäß etwas schwieriger.
Aber noch eine weitere Entwicklung muss der Fachhandel intensiver beobachten. Inzwischen rüsten sich die großen Internet-Player auch für das Geschäft mit den Büroprodukten. Dabei geht es nicht mehr nur um das Drittanbietergeschäft, sondern auch um das Geschäft in Eigenregie. Entsprechende Kontakte mit führenden Markenartikelherstellern sind schon intensiviert worden. Eigentlich geht es nur noch um das Sortiment und die entsprechenden Marketingmassnahmen. Nicht nur aus diesem Grund werden die Anbieter von Büroartikeln zukünftig am Internet nicht mehr vorbei kommen. Das sog. Mehrkanal-Geschäft wird laut GFK bis 2015 um etwa 80 % ansteigen. Dabei steht das „Multichannel-Konzept", die Integration von Stationär- und Onlinegeschäft in Deutschland erst am Anfang.
Aber wer wird sich in Zukunft das größte Stück Kuchen aus dem wieder wachsenden PBS-Markt herausschneiden können? Greifen die Strategien des Fachhandels oder nutzen z.B. auch fachfremde Anbieter mit der Hilfe des Internets die die Gunst der Stunde?
Diese und andere Fragen zum PBS-Markt beantwortet der Branchenfokus von IBH Retail Consultants. In der Studie werden nicht nur die einzelnen Segmente der PBS-Branche einer detaillierten Analyse unterzogen, sondern auch eine längerfristige Prognose für die wichtigsten Absatzwege vom Hersteller bis zum Endverbraucher erstellt. Bei IBH kooperieren inzwischen ehemalige Marketing-Mitarbeiter von Dr. Vossen bei der BBE Köln als ein ausgewiesenes Autorenteam.
Der Abdruck des Presseberichtes ist kostenlos. Weitere Informationen zur Studie stehen im Internet unter www.bbwmarketing.de. Die Studie PBS 2011 kann bei bbw-Marketing, Liebigstraße 23, 41464 Neuss, Tel. 02131/2989722, mail bbwdr.vossen@email.de bestellt werden.Dr. Klaus Vossen