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Patriotismus und der Patriotismus im mesopotamischen Sinne

Autor: Toma | Erstellt am: 27.05.2009 | Gelesen: 3218
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateBrateBrateBrateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Warum Patriotismus? Ist das eine Pflicht

Der Begriff des Patriotismus, der mit der französischen Revolution und begeleitet von der Verbreitung liberaler Gedanken bekannt wurde, wurde seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderte mit dem Nationalismus und Chauvinismus vermischt. Nun eher das egoistische Verständnis für den Patriotismus.

Mal wird Patriotismus als „jene Liebe zur eignen Volksgemeinschaft, die keiner Begründung und Ableitung bedarf, sondern die sich als ursprüngliches Gefühl jedem Volksgenossen aufdrängt" verstanden, mal wir Patriotismus als „tätige Liebe" zur Heimat und ihren Bewohnern. Daher wird Patriotismus auch als „ein Kollektivgefühl, geboren aus dem Bewusstsein des Einsseins mit einer Vielfalt„ definiert.

Der Philosoph Karl Christian Friedrich Krause, schrieb, dass „Vaterlandsliebe, wohl eigentlich Vatervolksliebe ist; das Gefühl und Wohlgefallens an der Güte und Schönheit seines Vatervolkes mit dem Streben sich mit ihm zu vereinigen und wohl zutun. Unabhängig davon, ob das Vatervolk mir wohl oder weh tut, ohne gegen das am Vatervolk unmenschlich und schlecht, blind zu sein, ohne deshalb andere gute und schöne Völker weniger zu lieben, ohne gegen ein anderes Volk in Urteil und Tat ungerecht zu sein. Dem Vatervolk wohl tun: heißt, es zu Selbstkenntnis bringen; es befördern, dass dasselbe immer fortschreite zu Gutem und Schönem, ist wie: irgend einem oder mehreren seiner Bürger wohl tun".

Patriotismus ist so eine Art Liebe. So kann es sicherlich auch als die Liebe im Sinne der Vereinigung mit dem geliebten Land oder dem geliebten Volke verstanden werden.

Doch Patriotismus ist wohl keine erzwungene Liebe weder gegenüber das Volk oder das Vaterland und muss nicht abhängig von den Pflichten des Menschen gegenüber dieses Land sein. Krause schreibt: „Mein Vatervolk zu lieben, ist nicht Pflicht, aber zu unserer Ehre, was Lebenswürdige an sich habe, und, was man ihm schuldig sei, das ist Pflicht". Krause verdeutlicht es noch näher in dem er schreibt: „ (...) Patriotismus ist der freie Wille, seine Pflichten gegen sein Vatervolk zu erfüllen; aus einem Pflichtgefühl; nicht weil man dasselbe liebt"

Ich sehe jedoch in dem Patriotismus auch eine Pflicht, die den Menschen dazu bringt, Freiheit und das Erlangen der Selbständigkeit des Vaterlandes und des Volkes zu erreichen und zur Erhaltung dieser in Wort, Schrift und Tat nach Kräften beizutragen.

Axel Jungk sieht es in einem Vortrag so: „Echter Patriotismus führt bis zur Selbstaufopferung des Individuums für die Gesamtheit. Daher ist Patriotismus ein Kollektivgefühl, geboren aus dem Bewusstsein des Einsseins mit einer Vielheit".

Nun kann uns diese Liebe wirklich auch dazu bringen, uns aufzuopfern. Doch das Leben ist so wertvoll! Diese Gedanken führen mich auch dazu, mir darüber Gedanken zu machen über das Erkenntnis von Siegmund Freund nach der, der Mensch, der sich selbst nicht liebt und achtet auf Dauer deshalb gefährlich für die anderen wird, weil er im Gefühl mangelnder Eigenliebe auch andere nicht achten kann und weil dann Selbsthass, im Kampf mit dem Überlebenstrieb, erst zur Selbstüberhöhung und dann zum Hass auf andere wird? Was ist nun richtig? Ich kann die Frage offen!

Wie ist es jedoch mit dem Patriotismus im Sinne des Assyrismus?
Es stellt sich auch die Frage wann ist es ein Patriotismus und wann ist es ein Nationalismus?

Die beiden Begriffe Sind nicht leicht von einander zu trennen. Meines Erachtens sind die Grenzen jedoch nicht klar zwischen Patriotismus und Nationalismus und beide vermischen sich in einander.

Mit der weiteren und kirchenübergreifenden Entwicklung, entfaltete sich eine Art Nationalismus im mesopotamischen Sinne - nicht nur in der Heimat, sondern entfachte sich auch in der Diaspora durch die ausgewanderten Vordenker wie Farid Nazha, Gabriel Ibrahim Some, Sanharib Bali und Naoum Faiq sowie andere.

Die politische und kulturelle Arbeit bei der Masse, sowie das erwachte Konfessionsunabhängige Nationalbewusstsein und die hervorgehobene nationale Identität in verschiedener Form, konnten einen kontinuierlichen Nationalismus im mesopotamistischen Sinne in Gang setzen. Im Mittelpunkt dieses Gedankengutes steht die Auffassung vom syrischen Christentum und von dem einen Glauben, doch auch von der Ursprungsheimat Mesopotamien als eine historische Heimat. Hier ist sicherlich dieser mit der Ostchristlichkeit an sich zu verbinden, doch ist auch stark mit der chriostlichen Nächstenliebe verbunden.

Es geht hier um die Liebe zu einer nationalen Heimat. Diese friedliche unerzwungene Liebe, die die Nationalbewegung prägte. Dieser Nationalismus im Sinne der pan-mesopotamistischen Gedanken ist nicht negativ oder egoistisch behaftet ist, da diese die Liebe zur Heimat, zu der Sprache sowie die Liebe zwischen den Volksanghörigen unter einander hindeuten. Bei diesem Gedankengut ist an sich nicht der Nationalismus selbst das Ziel. Der Pan-Mesopotamismus an sich, ist auf gar keinen Fall ein Nationalismus im (neu)deutschen Verständnis. Er drückt auch keinen engen nationalistischen Egoismus oder Vorurteile aus. Er ist gewiss auch nicht nur Träger der Eigenschaften unserer Nation, sondern auch Träger von Werte und Tugenden wie, die sich dogmatisch nicht einengen lassen.

Doch dieser Patriotismus im mesopotamischen Sinne war schon immer ein wichtiger Faktor in dem Prozess der Verwirklichung der Nationalsache.

Peter BetBasoo in seinem Artikel „Assyrian Nationalism: a Survival Mechanism" in AINA, sieht, dass unser Nationalismus im „Wettbewerb mit der konfessionellen Ideologie" steht, und sieht in dem begleitenden Denominationalismus eines der Phänomene unserer Neuzeit, die unsere Nation in den nächsten Jahrhunderten „überwältigen" werden. Denn Es sei klar, „dass unsere Nation den Druck durch die kulturelle Assimilation, nicht widerstehen kann, wenn sie geteilt wird". Er schlägt einen Nationalismus als einen mechanischen Prozess vor, den er einen Überlebensmechanismus nennt. Er schreibt: „Ein Überlebensmechanismus ist eine Ideologie, eine Reihe von Grundsätzen, die von der abstrakten Doktrinen zu konkreten Aktionen führen. Dass die Reformbewegung durch mechanischen Aktionen Veränderung hervorrufen soll. Er empfiehlt ein aktives Engagement„

Wenn nun Patriotismus in Deutschland so bestritten ist, so hat es unter anderem mit der Vergangenheit zu tun. Doch das Vaterland und die Menschen in diesem Land zu lieben kann nicht durch Menschen- und Lebenshasser, durch Fanatiker und Gewalttätige gehindert werden. Denn das eigene Volk und das eigene Land zu lieben ist nicht nur wegen einer oder mehrerer Eigenschaften oder deren Fähigkeiten, Erfolgen oder Misserfolgen, der Rolle in der Welt, oder der Schönheit sondern um seiner selbst Willen.

Der ehemalige deutsche Bundespräsident Johannes Rau hat den grundlegenden Unterschied auf eine griffige Formel gebracht: "Ein Patriot ist jemand, der sein Vaterland liebt. Ein Nationalist ist jemand, der die Vaterländer der anderen verachtet." Hier kommt der unterschied zum Nationalismus und wird in einer gewissen Deutlichkeit eine Grenze zwischen dem Nationalismus und Patriotismus im deutschen Verständnis gesetzt. Es ist nun die Grenze zwischen der Liebe und des Hasses seiner Meinung nach.

Sicherlich können funktionierende gesellschaftliche Institutionen viel dazu bewirken. Sie können jedoch auch und bei falscher Setzung von Prioritäten einiges dazu beitragen, um die Aushebelung ethisch-moralischer werte und die Erweckung des Nationalbewusstseins im Sinne eines gesunden Patriotismus zu verhindern.

Meines Erachtens müssen wir versuchen, unsere Gedanken auch daran zu richten, wie wir mit Patriotismus und Nationalismus, die Tugend der Liebe und die gemeinsamen Werte zu pflegen und weiter zu vermitteln.

Raif Toma
 
 
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