Männer und Frauen, die zwischen 30 und 60 Jahren alt sind, also mitten im Beruf stehen und keinen Partner haben, erleben es vielfach als schwierig, eine neue Beziehung aufzubauen. Es ist gar nicht so sehr, die Furcht vor einer neuerlichen Enttäuschung oder die Angst, einfach niemand zu finden, der einen wirklich mag. Es sind auch schlicht Zeitprobleme. Als Student oder Azubi konnte man sich noch die Abende und Nächte um die Ohren hauen und Kontakte knüpfen. Wer aber einen verantwortungsvollen Beschäftigung nachgeht, vielleicht auch noch Kinder hat, um die er sich kümmert, kann sich solche Eskapaden nicht erlauben.
Und nicht immer findet man am Arbeitsplatz einen geeigneten Partner. Das kommt zwar auch vor, bringt aber nicht selten Ärger, weil häufig der Herr oder die Dame noch anderweitig gebunden ist. Heimliche Affären mit verheirateten Partnern sind keine Perspektive für jemanden, der eine ernsthafte, lang anhaltende Beziehung sucht. Die beste Möglichkeit sich hier auf den Weg zu machen, ist tatsächlich das eigene Zuhause. Das klingt verrückt ist aber so. Der Schreibtisch wird per Computer zur effektiven
Singlebörse. Es gibt im Internet erstaunlich gute Partner-Agenturen, die auch oder gerade die 30- bis 60-Jährigen vermitteln. „Heartbook.at" ist z.B. so eine Adresse, die sich bei der Partnersuche für diese Altersgruppe besonders viel Mühe gibt. Das kann man nicht zuletzt den dankbaren und z.T. begeisterten Dankesschreiben der (ehemaligen) Kunden entnehmen.
Ein wichtiger Aspekt scheint hier die genaue und detailreiche Erfassung der Wünsche, Vorlieben und Eigenschaften der Partnersuchenden. Sie ermöglicht offenbar diese hohe Zahl an glücklichen Paaren. Es ist ja ein gutes Zeichen, wenn nur wenig Vorschläge vorliegen, diese aber den potentiellen Partner ziemlich gut einkreisen. Ist dies der Fall, bewegt man sich ja liebend gerne aus seinem Schreibtisch-Stuhl und macht sich bereit für ein reales Rendezvous. Dann schlagen die Herzen höher und es wird wieder aufregend, bei den 30-Jährigen genau so wie bei den 60 Jährigen.
Andreas Mettler