Vor- und Nachteile der zweiten Ehe
Die zweite Ehe ist in Mode gekommen. Sie hat viele Vorteile gegenüber der ersten Ehe - aber auch Nachteile. Immer mehr Beziehungen und Partnerschaften, die lange halten, sind auf Basis einer zweiten Ehe errichtet.
Aber warum ist die zweite Ehe so viel besser als die erste?
Wenn mindestens einer der beiden Partner eine zweite Ehe eingeht, so kann er vielerlei Erfahrungen aus seiner ersten Partnerschaft mitnehmen. Häufig hat er aus seinen Fehlern gelernt. Aber nicht nur das. Menschen, die schon einmal verheiratet waren, gehen häufig lockerer in eine zweite bindende Partnerschaft. Außerdem sind sie desillusioniert. Das Eheleben hält für beide Partner viele Stolpersteine bereit: es müssen Kompromisse eingegangen werden, es müssen Eigenarten des Partners akzeptiert und toleriert werden. Nur selten ist eine Ehe perfekt. Die Kunst liegt darin, trotz aller Differenzen zwischen zwei Menschen, ein harmonisches Dasein zu führen.
Nicht selten aber scheitert eine Partnerschaft daran, dass diese Differenzen zu groß erscheinen. Häufig sind es kleine Unterschiede, die im Endeffekt dazu führen, eine Ehe abzubrechen. Die Harmonie fehlt, Streit und Ärgernisse trüben den Alltag. Viele Menschen erwarten von ihrer ersten Partnerschaft, dass sie perfekt sein müsse. Doch nur im seltesten Fall trifft das auch zu. Normalerweise müssen sich beide Partner arrangieren. Nicht selten ist es die Frustration, dass die Ehe nicht nur positive Seiten hat, die ebenjene zum Scheitern bringt. Menschen, die schon eine solche Partnerschaft hinter sich haben, gehen mit anderen Erwartungen in eine zweite Ehe. Sie glauben nicht an die perfekte Beziehung, sondern sind auf Kompromisse eingestellt. Aus diesem Grund funktionieren zweite Ehen häufig besser. Die Erwartungshaltung ist eine andere, früher gemachte Fehler können vermieden werden. Nicht selten haben der oder die Partner auch gelernt, Probleme direkt anzusprechen, anstatt sie in sich hineinzufressen.
Aber zweite Ehen haben nicht nur Vorteile
Dennoch: Wer eine zweite Ehe eingeht, wird sich häufig dabei erwischen, wie er oder sie das Neue mit dem Alten vergleicht. Im Normalfall ist eine zweite Ehe nicht in allen Belangen besser als die erste. Aus diesem Grund muss der Partner imstande sein, über eine mögliche Verschlechterung in einzelnen Teilbelangen hinwegsehen zu können. Tatsächlich ist dies der häufigste Scheidungsgrund von zweiten Ehen: Harmonie, die in der ersten Ehe in gewissen Bereichen vorhanden war, fehlt in der zweiten.
Studien belegen, dass zweite Ehen im Normalfall länger halten als erste. Aber das ist kein Garant dafür, dass die zweite Ehe mit Sicherheit funktioniert. Im Endeffekt kommt es darauf an, wie gut beide Partner es verstehen, Kompromisse einzugehen und wie viel der Erfahrung aus der ersten Ehe in die zweite Partnerschaft mit eingebracht werden kann.
Liebeskummer und Eifersucht sind nur selten ein Scheidungsgrund für zweite Ehen. Viel häufiger ist das Problem, die zweite Ehe in allen Belangen übertreffen zu wollen. Dies ist auf Dauer nur selten möglich.
Artikel erstellt von Klaus Röttling.