Pacman spielen
Jeder kennt ihn, obwohl er bereits über 30 Jahre auf dem Buckel hat. Zwar ist Pacman nicht mehr der Renner unter den heutigen Spielen, doch wegzudenken aus der Spielelandschaft ist Pacman auch nicht. Im Gegenteil: für immer wird das Spiel wohl einen Ehrenplatz in der Geschichte der Videospiele einnehmen. Es war nicht das erste Spiel, doch eines der beeindruckendsten. Hier hat sich gezeigt, dass ein Spiel mit einfachem Prinzip zu wahrer Größe aufsteigen kann. Dabei hat Pacman sogar etwas sehr Philosophisches an sich, sofern man ein wenig interpretieren möchte. Das ganze Spiel kann als Metapher für das Leben gesehen werden. Das ist natürlich beim Pacman spielen vollkommen egal, aber nach dreißig Jahren sind auch mal andere Gedanken dazu interessant.
Pacman läuft in einem Labyrinth, er hat die Wahl und doch sind die Wege allesamt vorgeschrieben. Wände versperren ihm den Weg, er muss neue Wege finden. Hat er dann aber mal eine Aufgabe geschafft, eröffnen sich neue Wege, die Sichtweise wird anders, die Welt verändert sich mit der Entwicklung des eigenen Ichs. Und es gibt Hindernisse, die auf dem natürlichen Weg stören. Man muss ihnen ausweichen und doch kommen sie immer wieder. Dabei laufen die Hindernisse nach bestimmen Algorithmen beim
Pacman spielen. Die Monster laufen nach einem bestimmten Muster – zumindest in der Urversion – und laufen so nach dem System. Pacman selbst hat die Wahl, die anderen sind im System gefangen. Und an dieser Stelle könnte man den Faden weiter spinnen, könnte Staatentheorien, Politik und Gesellschaft mit einbringen. Doch das wäre für Pacman wohl dann doch zu viel. Eines steht jedenfalls fest: auch nach dreißig Jahren noch, ist die gelbe fressende Spielfigur auf der vollen Höhe.
(c) Charalabos Tsilimekis, November 2010