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Outplacement oder wie man sich erfolgreich trennt!

Autor: mrhellweg | Erstellt am: 14.06.2011 | Gelesen: 736
Kategorie: Beruf - Bildung & Karriere | Bewertung: rateArateArateArateArateB
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(Online-Artikel.de) - Das sollten Sie wissen, bevor Sie einen Outplacement-Berater engagieren

Getrennte Wege gehen
Getrennte Wege gehen

Der Begriff Outplacement setzt sich aus den Wörtern „Out" (Außen) und „Placement" (Vermittlung) zusammen und bezeichnet eine Dienstleistung, die darauf abzielt, Mitarbeiter – von denen sich ein Unternehmen trennen möchte – möglichst schnell in ein anderes Unternehmen zu vermitteln oder bei der Existenzgründung zu unterstützen.

Dahinter steht die Überlegung, dass Arbeitnehmer für andere Arbeitgeber attraktiver sind, solange diese noch beschäftigt sind und es dementsprechend leichter für sie ist, einen neuen Job zu finden.

Historie

Outplacement stammt aus den USA und wurde erstmals von der US Army eingesetzt, um die nach dem Zweiten Weltkrieg heimkehrenden Soldaten wieder in das zivile Berufsleben und damit in die Gesellschaft zu integrieren. Erst einige Jahre später griffen die Psychologen Drake und Beam dieses Konzept auf und boten Outplacement-Beratungen auch Angehörigen anderer Berufsgruppen an.

Ablauf

Zunächst geht es darum den Betroffenen – falls erforderlich – zu helfen den Schock über die Trennung zu verarbeiten und zu verhindern, dass diese „in ein Loch fallen". Danach ist es wichtig, ein möglichst genaues Bild von der Situation des Klienten zu erhalten, d.h. nicht nur seine Stärken und Schwächen, sondern auch dessen Wünsche und Vorstellungen kennenzulernen. Denn nicht jeder will bzw. kann noch einmal in derselben Branche oder in gleichem Umfang arbeiten. Sobald die Ziele klar sind, werden dann Strategien entwickelt, wie diese erreicht werden können. Da dafür, außer im Falle einer Existenzgründung, Bewerbungen notwendig sind, gehört zu einer Outplacement-Beratung auch ein umfassendes Bewerbungscoaching, das alle Aspekte eines Bewerbungsprozesses behandelt.

Zielgruppe

Outplacement-Beratungen waren früher dem Management vorbehalten. Mittlerweile werden sie aber auch „einfachen" Angestellten und ganzen Abteilungen angeboten. Dabei spielen v.a. Faktoren wie Hierarchieebene, Beratungsbedarf und Homogenität der Gruppe eine Rolle. IdR erhalten Führungskräfte eine Einzel- und Fachkräfte eher eine Gruppenberatung.

Laufzeit

Outplacement-Beratungen können befristet (3 - 12 Monate) oder unbefristet sein, d.h. sie enden erst im Erfolgsfall. Laut einer Statistik des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberater (BDU) führen dabei v.a. längere bzw. unbefristete Beratungen zum Erfolg.

Kosten

Die marktüblichen Honorare liegen je nach Dauer, Intensität und Einkommen der Klienten zwischen 10 – 25% des Bruttojahresgehalts (teilweise zusätzlich einer Sachkosten-Pauschale). Oftmals werden die Kosten dafür vom Arbeitgeber übernommen (z.B. als Teil der Abfindung). Einige Arbeitnehmer zahlen die Beratung aber auch komplett selbst, v.a. dann, wenn sie sich bereits längere Zeit erfolglos beworben haben. Einige Berater bieten eine erfolgsabhängige Bezahlung an, d.h. erst bei Zielerreichung (z.B. Abschluss eines neuen Arbeitsvertrages) wird das volle Honorar fällig.

Vorteile

Laut einer aktuellen Studie des Lehrstuhls für Personalwirtschaft der Universität Hamburg gewinnen Outplacementberatungen zunehmend an Bedeutung. Trotz der hohen Kosten „rechnen" sich solche Beratungen auch für Unternehmen. Dies hat mehrere Gründe.

Durch das professionelle Bewerbungscoaching finden Arbeitnehmer in der Regel deutlich schneller einen neuen Job, sodass Aufhebungsverträge eher akzeptiert werden. Das spart dem Unternehmen nicht nur Kosten, sondern dem Arbeitnehmer auch unnötige Lücken im Lebenslauf. Bei einer einvernehmlichen Trennung zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber kommt es zudem zu weniger gerichtlichen Auseinandersetzungen. Außerdem können beide Parteien während der Trennung bzw. auch später aufeinander angewiesen sein. So kann der Arbeitgeber ein Interesse daran haben, dass der ausscheidende Mitarbeiter neue oder andere Kollegen einlernt (Wissenstransfer) oder zumindest bis zu seinem Ausscheiden die volle Leistungen bringt. Dies wird nur dann gelingen, wenn der Arbeitnehmer nicht schon innerlich gekündigt hat. Aber auch dieser kann auf ein Entgegenkommen des Arbeitgebers angewiesen sein, z.B. wenn es darum geht ihn länger freizustellen, weil er mehr Zeit für die Vorbereitung von Bewerbungen und für Vorstellungsgespräche benötigt.

Nicht zuletzt wird durch Outplacement auch negative PR für ein Unternehmen vermieden und dessen Image aufgewertet. Dieses wird nicht zuletzt davon beeinflusst wie ein Unternehmen mit ausscheidenden Mitarbeiten umgeht. Ein respektvolles Vorgehen sorgt dafür, dass das Unternehmen auch weiterhin als attraktiver Arbeitgeber angesehen wird und sichert die Motivation und Loyalität der nach dem Personalabbau verbleibenden Mitarbeiter (sog. Survivors).

Fazit

Outplacement kann zu einer Win-Win-Situation für Unternehmen und Mitarbeiter führen, denn beide Seiten profitieren von einer „Trennung ohne Scherben". Deshalb wird diese Dienstleistung auch in Zukunft verstärkt nachgefragt werden. Für einen Beratungserfolg ist die Kompetenz und Wellenlänge zum Berater maßgeblich, deshalb sollte die Berater-Auswahl sehr sorgfältig getroffen werden und übertriebene Werbeversprechen (100% Erfolgsgarantie) mit großer Skepsis betrachtet werden.

Autor: Reiner Hellweg
 
 
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