Albert Metzler | Inspiration, Köln
Ostern ist dabei vor allem ein Fest der Wunder, weshalb es auch kein Zufall ist, dass ausgerechnet der Hase zum entsprechenden Symbolbild geworden ist, das uns Geschenke und auch noch Ostereier bringt. Was wie ein Märchen klingt oder wie eine Anekdote aus Alice im Wunderland, steckt dabei voller gehaltvoller Symbole, was uns meist kaum bewusst ist. Sie sind vor allem ein Verweis auf eine andere Wirklichkeit jenseits unserer sonst doch eher sachlichen Realität. Viele Jahrhunderte hatte der Hase rein gar nichts mit dem Osterfest zu tun. Erst vor 350 Jahren kam der Brauch auf, dass von einem Hasen rote Eier ins Osternest gelegt wurden. Nur warum war es ausgerechnet ein Eier legender Hase? Der Hase gilt als Symbol für Fruchtbarkeit. Denn die Hasen vermehren sich sehr schnell und bekommen im Frühling ungefähr zur Osterzeit ihre Jungen, die sogenannten Märzhasen. Wenn der Winter sehr lange dauert, dann kommen die Hasen zur Futtersuche in die Dörfer und Gärten.
Das wundervolle Licht im Osten...
Dieses ungewöhnliche Verhalten könnte dazu beigetragen haben, dass der Hase als Überbringer der Ostergeschenke bezeichnet wurde. Auch der Ostertermin lässt Verbindungen zum Hasen erkennen, da sich das Osterfest nach dem Frühlingsvollmond richtet und der Hase als Mondtier gilt. In der Symbolik werden Hase und Kaninchen übrigens nicht unterschieden. Beide haben dieselben Eigenschaften: Reinheit, Wachsamkeit, Schnelligkeit, Fruchtbarkeit und sie sind vollkommen friedlich.
Deshalb wurde der Hase schon früh zum göttlichen Symbol. In unserer Kultur ist Ostern das Fest der Auferstehung, und in der christlichen Theologie ist es nach wie vor die wichtigste Feier des Jahres. Die Worte Ostern und Osten unterscheiden sich nur durch einen Buchstaben: Oste(r)n. Daher die Annahme, Ostern könnte ein vorchristliches Fest bezeichnen, das das zunehmende Licht von Osten verehrte. Und die Frauen, die am leeren Grab von Jesus standen, sollen nach Osten geblickt haben. Denn nach alten Überlieferungen sollte Jesus von dort her auf die Erde zurückkommen. Die im Osten aufgehende Sonne und Morgenröte sind Bilder für das Wunder der Auferstehung, in dem sich das „Licht der Welt" zeigt. Oft sind auch Bräuche aus vorchristlicher Zeit erkennbar, als die Menschen nach dem Winter das Auferstehen der Natur, also die wiedererwachende Fruchtbarkeit der Erde, und den Beginn eines neuen Jahreskreislaufes feierten.
Das höhere Selbst
Besonders in der Kunst steht der Hase vor allem für das höhere Selbst des Menschen. In unzähligen Gemälden und in der Literatur versinnbildlicht der Hase das, was unserem Bewusstsein entgeht. Eines der schönsten Beispiele hierfür ist Lewis Carrols Buch Alice im Wunderland. In dieser Parabel wird nicht nur das gesamte rationale Weltbild infrage und auf den Kopf stellt, insbesondere wird hier der Weg von Alice zu einem höheren Bewusstsein ihres Selbst beschrieben. Anfangs ist Alice noch gelangweilt und schläfrig. In diesem Zustand stellt sie sich die Frage nach dem Sinn des Universums. Diese Sinnfrage ist der Beginn ihrer Reise zu ihrem Selbst. Alice fällt in einer Art Trance, in der ihr Bewusstsein frei und offen ist für die Inspirationen ihres Selbst. Sie sieht ein weißes Kaninchen und folgt ihm. Unter seiner Führung – also unter der Führung ihres eigenen Selbst – gelangt Alice schließlich in unglaubliche Tiefen, und findet dort – im tiefsten Inneren – eine Imagination, die ihren gesamten weiteren Weg inspirieren und bestimmen wird: Mit einem Blick durch die Tür, die anfangs noch zu klein ist, sieht sie einen wunderschönen Garten. Diese Imagination, die sie tief in ihrem Selbst gesehen hat, zeigt ihr, was sie finden will. Sie hat die Schönheit in ihrem Selbst gesehen und sucht nun ihren Weg dorthin.
Eine Welt voller Wunder
Ostern ist eine der unzähligen Gelegenheiten, so wie Alice in ihrem Wunderland, die Dinge hinter der vordergründigen Realität zu entdecken. Der Hase ist nicht nur ein Fabelwesen, sondern Sinnbild für unser Selbst. Und die Ostereier sind nicht nur eine traditionelle Gabe, sondern eine Energie spendende Nahrung und ein Symbol der Auferstehung, wobei sich hinter der äußeren Schale eine viel größere Realität des Lebens verborgen hält. Die Welt ist voller Wunder – nicht nur zu Ostern, doch gerade wenn die Natur aufblüht, können auch wir den Blick nach Osten richten und das Licht in uns entzünden und dabei auch mal dem Hasen folgen, um zu unserem höheren Selbst zu gelangen. Übrigens liefert der Hase auch hierfür ein passendes Bild: Denn wegen seiner kürzeren Vorderbeine ist der Hase am schnellsten, wenn er bergauf, nach oben zu den höheren Dimensionen läuft.
Literaturtipp:Albert MetzlerREALITY OF BEAUTY - DAS SCHÖNE IST IN DIR4 Audio-CDs, ca. 200 Minuten Laufzeit
ISBN-10: 3937864970
ISBN-13: 978-3937864976
Verlag: Breuer & Wardin Verlagskontor 2008
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Weitere Informationen und Kontakt zum Autor:Albert Metzler | InspirationAlbert Metzler Bestseller-Autor, Coach, Trainer und Inspirator. Ob Psychologie, Philosophie, Management, Design, Kunst allgemein oder jungst auch Experimentalfilm – in allen Bereichen offenbart Albert Metzler die schöpferische Kreativität seines Selbst. Auf bewundernswerte Weise gelingt es Albert Metzler, seine vielfältigen Erkenntnisse und mehrdimensionalen Beobachtungen in praxisorientierte Inspirationen zu transformieren. Mit unerschöpflicher Energie eröffnet Albert Metzler unabhängig von vorübergehenden Trends einen Blick auf den Kern unseres Da- und Hierseins – auf das einzigartige, universale Selbst des Menschen. Dabei inspiriert der Autor durch seine Offenheit und seine einzigartige Authentizität.
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