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Osteopathie: Leben ist Bewegung

Autor: perspektivem | Erstellt am: 14.06.2010 | Gelesen: 1244
Kategorie: Gesundheit - Medizin & Chirurgie | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Osteopathie kann bei zahlreichen Funktionsstörungen des Körpers eingesetzt werden

Osteopath Kai Haag
Osteopath Kai Haag
Rückenschmerzen sind, noch dazu wenn diese chronisch sind, eine wahre Tortur. Eine echte Alternative zu Tabletten, Salben und Operationen kann jedoch in vielen Fällen eine osteopathische Behandlung sein, die noch dazu völlig nebenwirkungsfrei ist. Bei dieser ganzheitlichen Therapieform, die von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still bereits vor rund 120 Jahren entwickelt wurde, werden die krankmachenden und Schmerzen auslösenden Blockierungen im Körper erspürt und durch behutsames Drücken, Ziehen, Kneten und Streichen gelöst. Auf diese Weise lockern sich die Muskeln, werden die Nerven stimuliert und der Durchfluss in Blutgefäßen und Lymphbahnen verbessert. Dadurch bekommt der Körper seine ursprüngliche Beweglichkeit zurück. Das Bindegewebe spielt dabei eine zentrale Rolle, da es alles im Körper – jedes Organ, jeden Knochen, jeden Muskel, jede Sehne und jede Zelle – miteinander verknüpft. Mithilfe spezieller Handgriffe lassen sich daher über das Bindegewebe gezielt Heilungsimpulse setzen.

Bei Rückenschmerzen etwa kann die Ursache in völlig anderen Körperbereichen liegen. Jeder Patient wird daher immer ganzheitlich untersucht und therapiert, um die Ursachen für die Schmerzen zu finden, diese zu beseitigen und den Körper wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Oftmals reichen bereits wenige Behandlungssequenzen, um die Schmerzen zu lindern oder ganz zu aufzulösen. Hat ein Patient chronische Beschwerden, wird der Patient bei der Korrektur seiner Bewegungsmuster unterstützt. Diese Art der "aktiven" Schmerztherapie beugt Fehlhaltungen und Gesundheitseinschränkungen vor, erfordert jedoch unter Umständen eine Behandlung über einen längeren Zeitraum. Dass der Aufwand dafür lohnt, belegen mittlerweile einige Studien.

Außer bei Rückenbeschwerden verspricht eine osteopathische Behandlung auch bei vielen anderen Erkrankungen als Allein- oder als Begleittherapie Erfolg. Das gilt insbesondere für Probleme mit inneren Organen, des Stütz- und Bewegungsapparats sowie des Rückenmarks und des Nervensystems. Bei Erkrankungen, wie etwa schweren Infektionen oder Krebs etc., bei denen die Selbstheilungskräfte des Körpers nicht mehr ausreichen, um den Betroffenen gesund zu machen, stößt die Osteopathie allerdings an ihre Grenzen. Babys und Kleinkinder sollten mit dieser Methode nur sehr vorsichtig und von erfahrenen Therapeuten behandelt werden. Bei der Auswahl eines Therapeuten ist darauf zu achten, dass dieser über eine fundierte osteopathische Ausbildung verfügt.

Übungen zur Gesunderhaltung

Die meisten Patienten kommen zwar erst, wenn die Beschwerden stärker werden, dabei eignet sich diese alternativmedizinische Methode auch ideal zur Prävention. Einfach umzusetzende Übungen wirken, wenn sie regelmäßig gemacht werden, gesundheitsfördernd und gesundheitserhaltend. Sie tragen damit wesentlich dazu bei, die Eigenregulationskräfte des Körpers zu aktivieren, ihn zu vitalisieren und wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Idealerweise werden die folgenden Übungen, die primär die Muskeln kräftigen und stabilisieren, zwei bis drei Mal pro Woche zu festen Zeiten durchgeführt.

Übung 1: Das liegende "Y"

Diese Übung kräftigt die Körperrückseite. Sie legen sich auf den Bauch, die Arme sind nach vorne und leicht zur Seite ausgestreckt. Stellen Sie sich bildhaft vor, die Form eines Ypsilons einzunehmen. Die Beine und Füße liegen am Boden. Nun heben Sie die Arme leicht vom Boden ab. Stellen Sie sich vor, Sie müssten mit Ihren vom Boden abgehobenen Armen und Händen ein Brett von sich wegschieben. Strecken Sie nun abwechselnd das rechte Bein und gleichzeitig die linke Hand in Verlängerung der Körperachse von sich. Atmen Sie dabei ruhig und ständig weiter! Dann die Körperseite wechseln. Diese Übung sollte jeweils ca. 10 Sekunden in eine Richtung mit etwa fünf Wiederholungen ausgeführt werden.

Übung 2: Das seitliche "T"

Diese Übung kräftigt die jeweils unten liegende Körperseite. Legen Sie sich seitlich auf den Boden. Stützen Sie sich mit dem Unterarm ab. Der Ellbogen sollte sich genau unter der Schulter befinden. Der Körper ist gestreckt, so dass Kopf, Oberkörper, Hüfte und Beine genau eine Linie bilden. Wichtig ist, dass die Gesäßmuskulatur gespannt und die Hüfte gestreckt sind. Heben Sie nun das Becken an, bis es sich in einer Linie mit dem Oberkörper befindet. Ihr Körper ruht jetzt nur auf Ellenbogen und Unterarm sowie auf den Füßen. Drücken Sie beide Schultern Richtung Boden und Hüfte, achten Sie dabei auf einen stabilisierten Schultergürtel. Zuletzt strecken Sie Ihren oben liegenden Arm senkrecht nach oben, um das T zu vollenden, und drehen dabei Ihre Handflächen nach außen. Sie werden einen angenehmen Zug im Bereich von Oberarm und Schultern verspüren. Dann die Seite wechseln. Halten Sie die Übung je Seite ca. 10 Sekunden und wiederholen Sie sie etwa fünf Mal.

Übung 3: Das aufgestelle "L"

Diese Übung kräftigt die Bauchmuskeln. Legen Sie sich auf den Rücken, heben Sie Ihre angewinkelten Beine so weit vom Boden ab, bis diese einen rechten Winkel mit Ihrem Oberkörper bilden. Ziehen Sie nun Ihre Füße Richtung Schienbein. Schieben Sie die Fersen zur Decke und strecken Sie Ihre Knie langsam durch. Atmen Sie bewusst während der Anspannung aus, arbeiten Sie langsam, ruckfrei und ohne Schwung. Die Bauchmuskulatur sollte während der ganzen Übung gehalten werden. Durch das anschließende wechselseitige Hochschieben einer Ferse Richtung Decke wird zusätzlich Ihre seitliche Bauchmuskulatur gekräftigt. Falls Ihre Beinrückseite nicht genug gedehnt ist, um diese Position einzunehmen, versuchen Sie die Übung mit leicht gebeugten Knien. Um Ihre Lendenwirbelsäule nicht schädlich zu belasten, müssen Sie Ihre Beine auf jedem Fall mindestens im rechten Winkel zum Oberkörper halten und vermeiden, dass die Beine Richtung Boden absinken. Halten Sie die Spannung über ca. 10 Sekunden und wiederholen Sie die Übungen etwa fünf Mal.

Autor: Kai Haag
Kai Haag arbeitet als Physiotherapeut und Osteopath am Institut für Prävention und Gesundheit in Bad Waldsee. Dort werden aller Formen von Störungen des menschlichen Gang-, Stütz- und Bewegungssystems behandelt. Die Mitglieder des interdisziplinäres Netzwerks garantieren eine umfassende Anamnese, eine fundierte Diagnostik, eine angemessene Therapie und, sofern erforderlich, die für den Patienten richtigen Einlagen und/oder Schuhe.

Information & Kontakt
Institut für Prävention und Gesundheit
Schloßhof 2
88339 Bad Waldsee

Tel.: 07524 – 913 039 oder
Tel. 07524 – 912 722
willkommen@bewegungsanalysezentrum.de
www.bewegungsanalysezentrum.de
www.schmerzfrei-bewegen.net

 
 
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