Beschwerden der Halswirbelsäule
Bei
Schmerzen und
Bewegungseinschränkungen der
Halswirbelsäule, sowie bei in die Schulter und Arme einstrahlende Symptomatik, werden üblicherweise Therapieversuche der Halswirbelsäule vorgenommen. Versuche über diese Strukturen Einfluss zu nehmen, bleiben jedoch oftmals ergebnislos. So wird beispielsweise Betroffenen die Diagnose an einem „
Zervikal oder Schulter-Armsyndrom" zu leiden, gestellt. Allein durch die Wahl des Wortes „
Syndrom", so die Bezeichnung für multiple Symptomatik, sollte dem Diagnosesteller klar werden, damit nicht die Ursache ausgedrückt zu haben. Die durch bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MRI) dargestellten Veränderungen werden als ursächlich angesehen, ohne das hinterfragt wird, weshalb sie entstehen konnten. Es wird angenommen, dass berufliche Überbeanspruchung, Haltungsfehler, Bewegungsmangel, genetische Fehlanlagen etc. dafür verantwortlich zu machen sind. Dabei handelt es sich um Argumente, mit denen dem Patienten „vorbeugend" schon mal, für den Fall ergebnisloser Behandlung, die Schuld an seiner Misere zugesprochen wird.
Ebenso wenig präzise wie die Diagnosen ist die Therapie mit Medikamenten.
Schmerzmittel, Entzündungshemmer, Muskelentspannende Medikamente werden eingesetzt. Arzneimittel, mit denen bestenfalls die Beschwerden abgeschaltet werden, die jedoch keinerlei spezifische Wirkungen auf das Geschehen haben. Da mit „
Painkillern und Co" die verdeckten Auslöser der Beschwerden unbeeinflusst bleiben, kommt es mit der Zeit zu immer gravierenden Veränderungen und so zur Zunahme der Beschwerden, u. U. bis hin zur Erwerbsunfähigkeit. Ähnlich verhält es sich mit manuell-therapeutischen Behandlungen, die nur unter der Voraussetzung wirksam sein können, sofern sie ursachenbezogen konzipiert sind.
Erklärung durch den Diaphragma-Zervikal-Reflex
Bei diesem Reflex handelt es sich um eine Hypothese, die sich jedoch in der Praxis als überaus wirkungsvoll erwiesen hat. Die nervliche Versorgung des flächig in der Mitte befindlichen Zwerchfells (Diaphragma) erfolgt vom Phrenicusnerven, der aus dem Rückenmark zwischen dem 3. und 4. Halswirbel austritt und sich von dort an der Vorderseite der Wirbelsäule nach unten bis zum Zwerchfell erstreckt. Hier bildet der Nerv ein engmaschiges Netz, über das Störungen zwerchfellnaher Organe in die Halswirbelsäule zu seinem Austrittsort reflektiert werden.
Da sich der Austrittsort des Phrenikus (C3 - C4) annähernd in der Mitte des Halsgeflechts (Plexus cervicalis C1 - C4) und nur einen Wirbel höher als das Armgeflecht (Plexus brachialis C5 - Th2) befindet, wird erklärlich, dass die dem Zwerchfell nahgelegenen Organe so die gesamte Halswirbelsäule beeinflussen und u. U. ihren Reiz bis in den Arm übertragen können.
Die wohl bekannteste und gefürchtetste Auswirkung dieser Reflektorik dürfte bei einem Herzinfarkt, neben sternalen Beschwerden, die Schmerzeinstrahlung in das linke Schulter-Nackengebiet sein. Darüber hinaus können sich auf diesem Weg Störungen und Erkrankungen der Atmungsorgane, aber auch der Organe des Oberbauches, wie u.a. hauptsächlich der Gallenblase, der Leber, des Magens, der Bauchspeicheldrüse und des Duodenums auf die Halswirbelsäule auswirken.
Die praktische Anwendbarkeit des DZR
In relativ vielen Fällen ist den von HWS-Beschwerden Betroffenen bekannt, dass sie daneben unter Affektionen eines inneren Organs leiden. Aus Unkenntnis um die Zusammenhänge wird jedoch angenommen, unter zwei verschiedenen Krankheiten zu leiden. So wird dann wegen der
Halswirbelsäule ein
Orthopäde und wegen der beispielsweise erkrankten Gallenblase ein Internist konsultiert. Dabei würden sich durch die alleinige Sanierung der hier als Beispiel genannten Gallenblase die Schulter-Nacken-Armbeschwerden ohne separate Therapie normalisieren. Ist dagegen von Störungen innerer Organe nichts bekannt, empfiehlt es sich dennoch in Anwendung dieser Erkenntnisse innere Organe in die Befundung mit einzubeziehen.
Weitere Info´s finden Sie unter
www.klaus-radloff.com/../diaphragma-zervikalreflex-dzr/Klaus Radloff