RMS-Scriptorin
HistorieFürst Charles III. läßt mit der Société des bains de mer de Monaco 1878 das Opernhaus als einen prunkvollen Erweiterungsbau des Kasinos zur Repäsentation der musikalischen Opernwerke erbauen. Der Stadtteil, welchen der regierende Fürst umgestaltet, ist Sonntag, den 1. Juli 1866 nach ihm Monte Carlo benannt worden. 2000 Arbeiter sind Tag und Nacht tätig. Nach acht Monaten und 16 Tagen ist die Großbaustelle fertig. Garnier hat die Mitarbeiter aus Paris auch in Monaco zur Seite. Jules Thomas fertigt die Skulpturen in den inneren Gewölbezwickeln, Jean Gautherin den Szenenrahmen, Felix Chabaud die Flachreliefs der Pilaster. Weitere Künstler sind Gustave Doré, Charles Henri Joseph Cordier, Seraph Denécheau und für die Malerei Gustave Boulanger (die Musik), Frédéric-Theodor Lix (die Komödie), Georges Clairin (den Tanz) und François Nicolas Auguste Feyen-Perrin (den Gesang). 1879 wird der Salle Garnier als privates Theater des Fürsten und seiner Familie eröffnet. Dieser Saal ist eine Replik en miniature der 1860 bis 1875 erbauten, im Auftrag Napoleon III. begonnenen Opéra Garnier, der Opéra National de Paris. Die Fassade des Garnier-Saals ist zum Port-Hercules, dem Hafen gewendet. Zum Fassaden-Schmuck gehören verschiedene skulptierte Elemente und Mosaiken von Facchina in Venedig. Drei große Arkaden tragen die 35 Meter hohe Kuppel. Sie ist aus Kupfer, wird durch ein von Gustave Eiffel entworfenes Stahlgerüst gestützt und von zwei Laternen bekrönten Türmen flankiert. Die Grundmauern bestehen aus Steinen von la Turbie. An den Mittelteil schließt sich nach Osten und Westen je ein Flügel an. Im westlichen Trakt liegt der für den Prinz Souverain geschützte Eingang. Der 20 qm große und 25 Meter hohe Saal verfügt über 524 Sitzplätze. Seine Eröffnung findet Samstag, den 25. Januar 1879 statt. Bei diesem Ereignis tritt Sarah Bernhardt als Nymphe auf. Die erste Oper ist die Uraufführung von Robert Planquettes „Le Chevalier Gaston" Samstag, den 8. Februar 1879. 1897 vergrößert Architekt Henri Schmit die Bühne und verbessert die Sicht für die Zuschauer. Im Jahre 1904 wird die Höhe der Wölbungen erhöht. 2001 bis 2005 wird der Garnier-Bau renoviert. Während der Renovierung 2005 werden die 1960 entfernten Pilaster-Reliefs von Felix Chabaud wieder entdeckt. Samstag, den 19. November 2005 erfolgt die Wiedereröffnung zur Inthronisation von Fürst Albert II. mit der Inszenierung von Gioachino Rossinis „Reise nach Reims" aus dem Jahr 1825.
©Rosa-Marita Schrouff, alias: RMS-Scriptorin