Magna erhielt den Zuschlag
Fiat wollte ein großes Schnäppchen machen und sich nach dem noch nicht gesicherten Einstieg bei Chrysler auch Opel, die Noch-Tochter von General Motors (GM) einverleiben. Es hat nicht geklappt und wirklich unglücklich darüber ist in Deutschland niemand. Doch was wäre geschehen, wenn es zu einer Einigung zwischen Fiat und Opel gekommen wäre? Das folgende Szenario ist so unwahrscheinlich nicht.Fiat wird mit der Teilübernahme von Chrysler und der Übernahme von Opel zu einem der größten Autohersteller der Welt und erhält großzügige Finanzspritzen vom deutschen Staat. Dieses Geld, sowie weitere Garantien, helfen der hoch verschuldeten Fiatgruppe eigene finanzielle Probleme zu überdecken. So fließen, entgegen vorheriger Absprachen, deutsche Staatsgelder indirekt nach Italien.
Die Opelübernahme verschafft Fiat, das in Mittel- und Nordeuropa unter einem negativen Image leidet, endlich ein robusteres Ansehen, jedoch zu Lasten von Opel.
Nach einem Jahr stellt Fiat fest, dass die staatlichen Unterstützungen nicht reichen. Opel steht wieder am Rande der Pleite. Man stellt die Bundesregierung vor die Alternative, entweder mehr staatliche Gelder zuzuschießen oder aber man wird weitere Stellen bei Opel über die verabredete Größenordnung streichen müssen.
Obwohl Deutschland noch einmal eine Milliarde zubuttert, werden, zuerst nicht bekannt, mehr Teile als im vereinbarten Rahmen von der Fiatgruppe in neue Opelmodelle integriert. Langsam aber sicher wird aus Opel ein reiner Fertigungsbetrieb. Forschung und Technik kommt aus Italien. Was vorher GM machte, wird nun ausschließlich von Fiat verrichtet. Aus Opel-GM wird Opel-Fiat. In einem Marktumfeld, in dem jeder Prozentpunkt zählt, durchaus verständlich. Aber bei Opel werden so weitere Stellen gestrichen.
Trotzdem steht Opel nach weiteren drei Jahren wieder vor der nächsten Pleite. Man ist wieder da, wo man vor der Einigung mit Fiat stand, nur dass der Opelbetrieb jetzt 30% weniger Beschäftigte hat und als Betrieb noch weniger lebensfähig ist als vorher.
Alles ist nur ein Szenario. In Wirklichkeit wird Opel die neue Tochter von Magna, dem kanadischen Autozulieferer. Ob das die erhoffte Lösung ist, wird sich erst noch herausstellen müssen. Auch hier wird der Preis wohl höher werden, als offiziell verlautbart, denn Magna wird als Autozulieferer mit Sicherheit am Absatz der eigenen Produkte im eigenen Produkt interessiert sein.
Es ist daher wahrscheinlich, dass europäische Zulieferer und damit auch die deutsche Zulieferindustrie, Opel als Großkunden an Magna verlieren. Gezwungenermaßen wird sie Stellen abbauen müssen. Indirekt wird der deutsche Steuerzahler also noch einmal zur Kasse gebeten.
Vielleicht wäre die geordnete Insolvenz Opels die eleganteste Möglichkeit gewesen. Doch sollte man die Veröffentlichung der Vertragsdetails zwischen Bundesregierung und Magna abwarten und nicht vorschnell urteilen.
ArneFrentzel
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