Online Games
2008 wechselte Europas größte Spielemesse von Leipzig nach Köln. Seither befindet sich die "Games Convention Online"- Messe in Leipzig im Kampf um Aussteller und Besucherzahlen. Der Bereich Online Spiele boomt wie nie zuvor.
Die Messe „GamesCom" in Köln zeigt die weite, bunte und kommerzielle Welt der Computer und Videospiele. Doch Gutes vernahm man von den Leipzigern nicht. In diesem Jahr musste sogar der Publikumsteil abgesagt werden, weil sich nur 32 Aussteller eingefunden hatten.
Im letzten Jahr waren es noch 40 mehr. Nun finden hauptsächlich Businesstalks, Vorträge und Fachausstellungen statt. Dem Bereich „Online Spiele" passt das ganz gut in den Kram. Denn statt viel Geld in Publikumstrubel zu stecken, machten die Unternehmen innerhalb von drei Tagen vor allem Geschäfte.
Und das nicht zu wenig, denn die
Online Spiele bringen der Computer und Videospielbranche einen stolzen Gewinn von knapp 17 Milliarden Dollar, so ermittelten es die Marktforscher von Price Waterhouse Cooper . Sie rechnen im Folgejahr mit einem Anstieg von knapp 14 Prozent.
Momentan gibt es im Internet hauptsächlich kostenlose Spiele, die man entweder auf Facebook oder im üblichen Internet-Browser spielen kann. Handys werden hierbei immer wichtiger. Der damalige Spieleproduzent Weidenmann berät Firmen im Bereich Online Unterhaltung.
Die meisten Spiele im Netz seien kostenlos, da das Geschäftsmodell auf den Verkauf von Vorteilen oder Sachen im Spiel fuße, erklärt er. Rund 10 Prozent der Spieler blättern für diese Bonusinhalte Geld hin.
Spieleunternehmen wie Travian Games, Bigpoint oder Gamesforge erhalten mit ihren Spielen bis zu 25 Millionen Benutzer. Die meisten halten ihrem Lieblingsspiel bis zu einem Jahr die Treue.
Social Games wie beispielsweise Farmville sind die Stars des Spielegeschäfts, denn hier spielt man gegen wohlvertraute Freunde. Weidemann ist der Ansicht, dass dieses Spielen, fast immer die Regeln der Beziehungen zueinander ändert. Außerdem seien die Spiele alles andere als langweilig und eignen sich bestens dazu, um zwischendurch etwas Spaß zu haben.
Sie schließen eine Lücke im Online Gaming, die schon längst hätte geschlossen werden müssen. Besonders gelegentliche Spieler betrachtet Wiedemann als auf dem Vormarsch. Spielen sei etwas, was jeder schon lange praktiziere, ob er nun dazu stehe oder nicht, so Weidemann.
Ob einer für 5 Minuten oder für ein paar Tage Spaß haben wolle, müsse von der Industrie selbstredend berücksichtigt werden. Der Boom fordert auch neue Regelungen. Auf der Messe "Games Convention Online" steht der Jugendschutz im Netz im Mittelpunkt. Hersteller haben die Möglichkeit, ihre Spiele mit einer passenden Alterskennzeichnung versehen zu lassen.
Ein neutrales Gremium führt dann eine Einstufung des Spiel vor, vergleichbar mit der Filmindustrie (FSK). Nach dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag geschehe dies meist freiwillig.
Lena Koch