„My Name is Peggy“: Petra Bohlen in ihrer Solorolle.
„My name is Peggy". Aber heißt sie wirklich so? „Es stimmt doch nichts", gibt sie zu. „Man kann doch immer nur so tun als ob." Jetzt allerdings ist sie verabredet. Nicht mit dem Briefträger, nicht mit dem Tierpfleger und auch nicht mit Herrn Wenzel aus dem Büro. Sie trifft den netten Amerikaner, auch wenn der mit seinem roten Auto ihren Hund tot gefahren hat – Sorry! Also lernt sie Englisch, will ihren zukünftigen Traummann imponieren. Darauf hat sie sich bestens vorbereitet: Für genügend Gesprächsstoff hat sie sich einen Papagei gekauft, für drohende Gesprächslöcher passende Strategien überlegt, eine adäquate Reaktion für jede mögliche Situation austariert. Man sollte im Leben stets alles hinterfragen. Zum Beispiel auch, warum sie immer so einen Heißhunger auf Schokolade hat. Vielleicht liegt es ja daran, dass ihre Mutter ihr früher einhämmerte, dass fremde Männer sie mit Schokolade in ihre Wohnung locken…
Das ist eine der skurrilen Geschichten, von denen sich die junge Frau durchs Leben treiben lässt. Während sie wartet, erzählt sie von amüsanten Episoden und verwegenen Träumen. Sie sinnt und spinnt. Und setzt sich mit heller Ironie über dunkle Gedanken hinweg. Denn sie hat es drauf, auf leichten Füßen durch ihren verwirrenden Alltag zu stolpern. Doch was wird er von ihr erwarten. Wie soll sie sein? Alltägliche Gedanken und doch so schwierig - von Marc Becker meisterhaft pointiert in diesem Monodrama verarbeitet.
Nachdem die niederdeutsche Erstaufführung „My name is Peggy" von Marc Becker, inszeniert von unserem Hausautor und -regisseur selbst, erfolgreich in der Exerzierhalle in Oldenburg gespielt wurde, ist sie ab dem 18. September 2010 im Heinrich-Kunst-Haus in Ofenerfeld zu sehen. Und was gibt es Lustigeres, als über sich selbst zu lachen? Vor allem mit einer Protagonistin, wie Petra Bohlen, von der Oldenburger August-Hinrichs-Bühne.
Mario Bartsch