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Offener Brief an Madeleine Schickedanz

Autor: Eva_Bernardi | Erstellt am: 21.07.2009 | Gelesen: 846
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Angst vor Altersarmut! Aber nicht doch!

Sehr geehrte Frau Schickedanz,

wie letzte Woche in den verschiedenen Printmedien zu lesen war, fürchten Sie sich vor Altersarmut – Sie leben bereits jetzt von nur 500/600 Euro monatlich. Und es ist nur noch ein Essen beim Italiener um die Ecke drin, das kostet dann 40 Euro für zwei.

Mit 20 Euro muss ein Hartz-IV-Empfänger fünf Tage überleben – und Sie beklagen sich, dass nur noch ab und zu ein Essen beim Italiener drin ist!

Wenn Sie alles verlieren sollten, dann erhalten AUCH Sie eine schöne Grundsicherung, womöglich in Höhe des Hartz-IV-Satzes von sage und schreibe momentan 359 Euro. Ihnen wird dann auch die Miete und die Heizung bezahlt werden – allerdings nur in einer angemes-senen Unterkunft, zurzeit höchsten 50 qm pro Person.

Von den 359 Euro müssen Sie auch das Telefon, den Strom, den öffentlichen Nahverkehr, Kosmetika usw. usw. bestreiten. Leider ist dann ein Besuch in Ihrer Stammpizzeria nicht mehr möglich – denn dafür sind dann monatlich nur noch 7,18 Euro vorgesehen.

Ach, nicht vergessen – alle Ihre Versicherungen und die Kosten für Ihren schicken Klein-wagen müssen Sie natürlich auch noch aus diesem Betrag zahlen. Das führt bald dazu, dass sie ersten alle Ihre Versicherungen kündigen werden müssen und zweitens auf Ihren fahrbaren Untersatz recht schnell verzichten müssen. Natürlich ist die Fahrt mit dem Fahrrad oder das Einkaufen zu Fuß auf der grünen Wiese viel zuträglicher.

Mit den vorgesehenen ca. 133 Euro monatlich (aus diesem Hartz-IV-Regelsatz von 359 Euro) können Sie sich dann sehr gesund ernähren. Der frühere Berliner Finanzsenator Thilo Sarazin kann Ihnen da wunderbare Rezepte zuschicken. Und – sollte es einmal kalt werden in Ihrer Wohnung, dann empfiehlt Sarazin, dass Sie sich ein paar Pullover mehr anziehen. Es ist ja auch viel gesünder, in der kalten Bude zu hocken. Allerdings dürfen Sie Ihre alten Pullover nicht wegwerfen – denn für Kleidung und Schuhe sind im Monat Euro 35,19 vorgesehen.

Vermeiden Sie alles, was krank machen könnte. Zum Beispiel Stress mit der ARGE Fürth. Von den für im Krankheitsfalle vorgesehenen monatlichen Euro 14,36 müssen Sie natürlich alle Medikamente und Hilfsmittel für die Gesundheit bestreiten. Selbstverständlich ist auch die Praxisgebühr von diesem Betrag zahlen.

Sie können sich auch noch von den GEZ-Gebühren befreien lassen – als Hartz-Betroffener dürfen Sie sich dann im kalten Wohnzimmer vor Ihrem Breitband-Fernseher die Hetze gegen sich selbst und anderer Hartz-IV-Betroffener anschauen und darüber nachdenken, wie man denn aus dieser Falle wieder herauskommt.

Bevor Sie alles verlieren, wie Sie im Interview so schön sagten, sollten Sie sich auf jeden Fall noch neue Haushaltsgeräte anschaffen. Sollte nämlich der Kühlschrank oder die Waschma-schine defekt werden, dann dürfen Sie ein paar Jahre ansparen für ein neues Gerät (monat-lich sind dafür Euro 25,12 im Hartz-IV-Etat vorgesehen).

Wir empfehlen Ihnen, sich bereits jetzt darüber zu informieren, was es heißt, als Sozial-schmarotzer, Faulenzer oder einfach ausgemobbter Mensch sein restliches Dasein zu fristen.

Am kommenden Samstag, den 25.Juli 2009, findet in Nürnberg am Weißen Turm eine Ver-anstaltung der nordbayerischen Erwerbslosen-Initiativen statt. Momentan können Sie sich die Fahrt dorthin sicher noch leisten.

In Nürnberg können Sie sich am Samstag zeitnah informieren, wie es ist,
  • wenn man seit Jahren arbeitslos ist
  • wenn man mit Mitte Vierzig bereits zum alten Eisen gezählt wird
  • wenn man mit nur 359 Euro monatlich dahin vegetiert

Wir hoffen auf Ihre Teilnahme, denn viele von uns waren langjährige Quelle-Kunden und haben mit dazu beigetragen, Ihr Unternehmen und Ihr Vermögen zu fördern und zu mehren.

Beweisen Sie Solidarität bevor es zu spät ist und zeigen Sie jenen, die „Ihr" Unternehmen zugrunderichteten, die rote Karte.

Auf eine größere Spende freut sich die bayerische Landesarbeitsgemeinschaft Arbeit und Soziales – Hartz IV muss weg! Zur Kontaktaufnahme steht Ihnen Eva Bernardi unter der Telefonnummer 08134-559021 zur Verfügung.

Wir freuen uns auch, Sie bald als neues Mitglied in unserer LAG Hartz IV muss weg! begrüßen zu können. Vielen Dank.

Mit lieben Grüßen

LAG Arbeit & Soziales –Hartz IV muss weg!
Eva Bernardi / Sprecherin Oberbayern

Eva Bernardi, St.-Lantpert-Str. 27, 85235 Odelzhausen
Tel.: 08134 – 559021 / eMail: eva.bernardi@die-linke-dachau.de
www.die-linke-dachau.de / www.lag-hartziv-muss-weg.de
 
 
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