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Ölpreise ohne Bezug zur Weltwirtschaftslage?

Autor: gasreview | Erstellt am: 18.11.2009 | Gelesen: 777
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Nach Auffassung einiger Ölmarktteilnehmer befindet sich die Weltwirtschaft momentan im Aufwachraum

Wunschgedanke und Realität in den Ölmärkten. Eine Analyse des IEA World Energy Outlook 2009 (WEO)und einzelner Aspekte im Ölmarkt.

November 2009 - Kürzlich wurde bekannt dass das US-BIP im 3.Quartal 2009 gegenüber dem Vorjahr um mehr als 3% gestiegen sei. Nun heißt es dass die chinesische Industrieproduktion um 16% gegenüber dem letzten Jahr höher ausfiel - und der sogen. „Baltic Dry Index" zeigt, dass der Handel weltweit langsam auf die Beine gekommen ist. Trotz dieser guten Botschaften ist die Verfassung der Ölindustrie eher verwirrend und von Unsicherheiten geprägt. Dazu beigetragen haben zwei wesentliche Analysen: Die eine wurde durch die Veröffentlichung des IEA World Economic Outlook ausgelöst.

Die Forderung nach mehr als 10 Billionen Dollar zusätzlicher Investitionen für Energieinfrastrukturen zur Abwendung einer Klimakatastrophe hat viele Beobachter geschockt. Auf der anderen Seite gab es eine Nachricht, wonach der Irak mit einem Konsortium unter der Führung von ENI gemeinsam die Ausbeutung des riesigen Ölfeldes „ Zubair" beginnen will.

Die neuen Kapazitäten aus diesem Bereich, könnten zusammen mit der Produktion von anderen großen Ölfeldern den Irak innerhalb von 7-10 Jahren in die Lage versetzen mindestens 8 Mio. Barrel / Tag zu fördern, was ihn dann an die 1. Stelle der Welt größten Öl-Produzenten platzieren würde. Saudi-Arabien fiele dann auf Platz 2 innerhalb der OPEC zurück.

Das „Center for Global Energy Studies" (CGES) sieht im Kern dieser Aussagen ein schwerwiegendes Problem, was sicherlich nur einer von vielen Faktoren ist, welcher die bereits bestehenden Belastungen im Ölgeschäft noch erhöht.

Die IEA argumentiert indes mit „business as usual" in Bezug auf das Öl-Nachfrage-Wachstum, was demnach um 1% pro Jahr bis 2030 ansteigen soll. Das würde aber gleichzeitig zu einem umfassenden Anstieg des Ausstoße von  Kohlenwasserstoffen führen bzw. eine ernst zu nehmenden Erhöhung von CO2-Emissionen zur Folge haben und die Gefahren einer Klimakatastrophe weiter verstärken.  

Um dies zu verhindern wird die Einschränkung der Nutzung fossiler Brennstoffe erforderlich sein, so die IEA, damit der geplante CO2 - Anteil bei der Verwendung von Öl sinkt. Um das ehrgeizige Ziel zu erreichen müsste dann aber der Einsatz von Öl um  fast 17 Mio. Barrel / Tag in den nächsten 20 Jahren reduziert werden. Dazu wäre es erforderlich den weltweiten Ölverbrauch massiv zu kürzen wobei gleichzeitig die geplante Erhöhungen der irakischen Öl - Förderkapazitäten und anderswo dem entgegen stünden.

Hohe Ölpreise könnten auf der anderen Seite die Verwendung von Öl als Energieträger schmälern. Dies könnte durch Steuererhöhungen beim Endverbraucher erreicht werden, wobei die Ölproduzenten im Nahen Osten ein hohes Maß an Low – Cost - Kapazitäten kompensieren müssten. Unter diesen Bedingungen ist es schwer zu glauben dass der Rohölpreis in den kommenden Jahren weiter dramatisch ansteigt. Bisher signalisieren die Öl Futures aber gerade diese Perspektive.

Nach einem viel versprechenden Beginn im Laufe des Jahres, als die US-Raffineriemargen das Vorjahresergebnis deutlich überschritten, haben sie sich im weiteren Verlauf deutlich verschlechtert. Die Raffinerieproduktion ist momentan kein gutes Geschäft. Dazu muss man sich nur die augenblickliche Entwicklung vor Augen führen. Die Margen sind seit Mitte März 2009 konstant niedrig. Daneben haben Ölkonsumenten noch große finanzielle Probleme sodass eine Verbesserung der Lage zurzeit ausgeschlossen ist.

Thomas Bakosch c/o
GAS REVIEW und O.M.R. OIL MARKET REPORT
www.gasreview.de

 
 
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