Während die Finanz- und Wirtschaftskrise für viele Fonds das Aus bedeutete, ist die Welle der ökologischen Fonds weiter am Rollen. Im Vergleich zum letzten Jahr (2008) sind 10% mehr Ökofonds auf dem deutschen Fondsmarkt zufinden. Ein deutliches Signal, dass trotz schwerer Zeit ökologische Investments weiter gefragt sind.Nach Informationen des Sustainable Business Institutes (SBI) waren im deutschsprachigen Raum insgesamt mehr als 300 nachhaltige Fonds in den Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz zum Verkauf zugelassen. Immerhin mit 27 Fonds rund
zehn Prozent mehr, als zum Ende des vergangenen Jahres. Eine
Entwicklung entgegen dem Trend, denn insgesamt betrachtet hat sich das Angebot an Fonds in Deutschland im ersten Halbjahr um fünf Prozent reduziert, das sind mehr als 400 Fonds weniger als 2008.
In den ersten sechs Monaten des Jahres 2009 wurden 13 so genannte grüne Fonds neu aufgelegt, zu denen sieben Aktienfonds, zwei Dachfonds, ein Mischfonds und zwei Rentenfonds gehören sowie ein ETF. Zusätzlich kamen sind 22
Ökofonds hinzu, die entweder in anderen Ländern schon eine Zulassung hatten oder jetzt die Kriterien zur Nachhaltigkeit berücksichtigen. Ein Segment mit großen Chancen, das zur Folge hat, dass die Zahl derer immer weiter steigen wird. Zu den bereits vorhandenen ethisch-ökologischen Fonds werden jetzt zusätzlich Fonds mit Spezialthemen aufgelegt.
Aber auch die grünen Fonds haben den Wegfall einiger Produkte zu verzeichnen. Seit Anfang des Jahres wurden fünf Aktienfonds, zwei Rentenfonds und ein Mischfonds geschlossen oder es gab eine Zusammenlegung mit anderen Fonds. Geschlossen wurde beispielsweise der Panda Renditefonds DWS, der schon seit geraumer Zeit am Markt war.
Die Analyse hat ergeben, dass zum Ende des ersten Halbjahres in die nachhaltigen Fonds immerhin 25,5 Milliarden Euro investiert waren, was, verglichen mit 2008 einem Anstieg von 4,5 Milliarden Euro entspricht. Der Zuwachs beruht auf der Tatsache, dass viele der grünen Fonds in Dividendenwerte investieren, alleine 17,6 Milliarden Euro befinden sich in solchen
Aktienfonds. Die Performance von Fonds, die auch schon zum Ende des vergangenen Jahres existierten, ist unterschiedlich ausgefallen und lag im Maximum bei plus 53 und im Minimum bei minus sieben Prozent. Dabei muss berücksichtigt werden, dass die einzelnen Aktienfonds sich deutlich unterscheiden. Es gibt viele internationale Fonds, die sehr breit aufgestellt sind und regelrecht spezialisierte Fonds, die ihren Fokus auf eine bestimmte Region gerichtet haben und bestimmte Technologie- oder Themenfonds.
Weil die Palette der Angebote für den privaten Anleger immer breiter wird, kann das zu Verwirrungen führen. Diese Tatsache bietet den
grünen Dachfonds neue Chancen, von denen es bis jetzt 17 Verschiedene gibt. Dennoch werden diese zurzeit noch nicht ausreichend nachgefragt, in ihnen werde insgesamt lediglich 112 Millionen Euro verwaltet. Das entspricht einem Volumendurchschnitt von sechs Millionen. Daraus kann geschlossen werden, dass auch nachhaltige Dachfonds in Zukunft eher von Fondsfusionen oder Schließungen betroffen sein werden.
Oliver Gieseck
Channel Plus Ltd.