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Null-Prozent-Finanzierung ist nicht immer preiswert

Autor: aspectonline | Erstellt am: 29.07.2010 | Gelesen: 1118
Kategorie: Geld - Versicherung & Vorsorge | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wenn Autohändler Darlehen subventionieren, zahlt der Kunde einen höheren Kaufpreis

Vielen Autokäufern leuchten die Augen, wenn sie von der günstigen Null-Prozent-Finanzierung beim Händler erzählen. Damit scheint das heiß ersehnte neue Fahrzeug gleichsam ein Schnäppchen geworden zu sein. Doch eine Null-Prozent-Finanzierung gibt es nicht, ebenso wenig wie jedes andere Billig-Darlehen (1,99 Prozent oder ähnlich). Unter Umständen haben die neuen Besitzer sogar mehr als notwendig gezahlt.

Wenn der Kunde nicht bar die Rechnung begleicht, dann vermittelt der Autohändler gern einen Kredit. Darlehensgeber ist entweder die Bank des Autoherstellers oder ein unabhängiges Geldinstitut. Doch egal wer den Kredit vergibt, keine Bank kann eine Finanzierung anbieten, die deutlich unter dem Marktzins liegt. Wer Geld verleiht, muss Zinsen erwirtschaften. Weil bei der Null-Prozent-Finanzierung der Gewinn nicht vom Kreditnehmer kommt, zahlt der Vermittler dafür, also der Autohändler.

Und so funktioniert es: Der Autohändler vereinbart mit der Bank eine Sonderaktion mit null Prozent Zinsen. Die Bank legt dafür einen Preis fest, mit dem der Verkäufer die Kredite subventioniert. Auf dem Werbeschild steht dann zwar der Top-Zins, in Wirklichkeit fallen beim Autohaus jedoch Kosten an. Das bedeutet wiederum: Das Fahrzeug muss teurer verkauft werden. In der Praxis kann der Käufer keinen oder nur einen geringeren Rabatt aushandeln.

Zuerst den bestmöglichen Nachlass aushandeln

Was am Ende günstiger ist, hängt vom Verhandlungsgeschick ab. "Versuchen Sie zuerst den höchstmöglichen Rabatt auf den Kaufpreis herauszuschlagen und schielen Sie dabei nicht auf die Händlerfinanzierung", rät Hartmut Schmid, Produktmanager beim Online-Vergleichsportal Aspect Online. "Anschließend sollten Sie nach dem günstigsten Kredit suchen." Wer den Preis optimal gedrückt hat, dem wird das Autohaus keine Null-Prozent-Finanzierung mehr geben.

Dass ein niedriger Preis unter Umständen wichtiger ist als ein subventionierter Kredit, zeigt Hartmut Schmid an einem Rechenbeispiel: Angenommen der Käufer würde beim Autohaus für einen neuen Wagen 5.000 Euro anzahlen und 20.000 Euro mit null Prozent finanzieren, dann kostet der Kredit 20.000 Euro. Handelt er stattdessen einen Rabatt von 10 Prozent heraus – ein realistischer Wert –, dann kann er über einen Vergleichsrechner ein besonders günstiges Darlehen am Markt finden. Aktuell liegt einer erstklassiger, bonitätsunabhängiger Zinssatz bei 5,55 Prozent effektiv. Für diesen Kredit in Höhe von 17.500 Euro zahlt er nur 18.540 Euro an Tilgung und Zinsen.

Von Toralf Richter
 
 
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