Franken Schweizer Banknoten
Die Intervention der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Devisenmarkt geht auch 2010 weiter, allerdings vorerst nur verbal. Der neue Notenbankchef und Ex-Hedge Fonds Manager Hildebrand erklärte gleich zu Jahresbeginn, man werde eine übermäßige Aufwertung des Franken Schweizer (CHF) zum Euro (EUR) nicht zulassen. Der
Euro Franken Kurs war kurz vor Weihnachten 2009 unter die wichtige Marke von EUR/CHF 1,50 gefallen.
Das Kursniveau bei EUR/CHF 1,50 galt unter Devisenhändlern als Schmerzgrenze der SNB, da sie bereits mehrfach in der Nähe von 1,50 interveniert hatte. Im Jahre 2009 blieb es nicht bei verbalen Interventionen. Die Schweizerische Nationalbank wurde „im Markt gesehen" wie sie Franken gegen Euro verkaufte, um eine Aufwertung der europäischen Gemeinschaftswährung herbeizuführen.
So fanden größere Interventionen im Anschluss an die SNB-Pressemitteilung vom 12. März 2009, während eines Treffens des Offemarktausschusses der amerikanischen Fed am 26. Juni 2009 sowie nach einem EZB-Refinanzierungsgeschäft mit unbegrenzter Liquidität am 30. September 2009 statt. Insbesondere nach der EZB-Zuteilung befürchtete die SNB offenbar direkte Kapitalflüsse in den Schweizer Währungsraum und eine damit verbundene Franken Aufwertung gegenüber dem Euro.
Die SNB hatte im März 2009 beschlossen eine drohende Deflation und zurückgehende Schweizer Exporte durch direkte Interventionen am Devisenmarkt zu bekämpfen. Aufgrund des verhältnismäßigen kleinen Marktes für Schweizer Staatsanleihen, konnte sie nicht das Nachmachen, was die Notenbanken in den USA und Großbritannien vormachten. Nämlich eine weiter Ausweitung der Geldmenge durch den Ankauf von Staatsanleihen (quantitative Maßnahmen). Auch die Leitzinsen konnten nicht weiter gesenkt werden.
Bislang verläuft die Intervention der Schweizerischen Nationalbank am Devisenmarkt sehr erfolgreich. So äußerst sich die SNB nicht zu bestimmten EUR/CHF Kursniveaus. Dies ist ein Fehler den Politiker gerne machen, um Themen zu besetzen und sich in das Wechselkursgeschehen einzumischen. In Ländern ohne unabhängige Zentralbank führt das Ausrufen von bestimmten Wechselkursniveaus, die man unnachgiebig verteidigen würde, genau zum Gegenteil. Devisenhändler testen das Kursniveau so lange bis die Zentralbank irgendwann nachgeben muss. So geschehen beispielsweise während der Russlandkrise 1998.

Viele Marktteilnehmer waren ein wenig überrascht, nachdem die SNB den EUR/CHF Kurs unter 1,50 fallen lies, ohne einzugreifen. In der EUR/CHF Chartabbildung sieht man eine Kursbewegung, die fixen Wechselkurssystem ähnelt (z.B. Euro zu Dänische Kronen). Für spekulative Marktteilnehmer mit kurzfristigem Anlagehorizont bietet der Kurs Franken Schweizer zum Euro wenig Potential. Die SNB hat es geschafft die Ungewissheit bezüglich des zukünftigen Wechselkurses derart zu erhöhen, dass es nicht sinnvoll erscheint EUR/CHF
aktiv zu handeln.
Christian Tübben