Zu Beginn des Republikanischen Österreichs wurde mit der Landtagswahl 1921 die Grundlage für das Politische System Niederösterreichs weiter ausgebildet. Mit der Wahl vom 24.April 1921 begründeten sich die drei Politischen Lager, d.h. das Sozialdemokratische, das Christlich-Soziale und das Großdeutsche Lager in diesem Land nach 1919 zum zweiten Mal nach Ende der Monarchie aus, und zeigte in den Grundlagen auch klare Fragmentierungen dahingehend, dass sich eine entsprechende politische Geographie im Sinne einer differenzierten Verteilung der politischen Lager in Niederösterreich ausbreitete. Diese Differenzierung hält bis heute in ihren Grundszügen an.
Grundlagen des Politischen Systems Niederösterreich
Die Grundlagen für das Politische System Niederösterreich bildeten nach den Landtagswahlen 1919 die Landtagswahlen 1921 im Land Niederösterreich, wo ua. die Hauptstadt Wien nicht mehr Teil des Landes Niederösterreich war.. Die Christlich Soziale Partei(CSP) erzielte 49,2% und 32 Mandate, die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) erzielte 36,9% und Mandate und die Großdeutschen Parteien des national-liberalen 3.Lagers rund % 12,6% und 6 Mandate. Damit wurde die Grundlage für das niederösterreichische Parteiensystem geschaffen, das im Wesentlichen auch noch am Anfang des 21.Jahrhundertes die politische Landschaft des Landes Niederösterreich bestimmte. Resultat dieses Wahlergebnisses war, die Bildung einer Großen Koalition aus Christlich Sozialer Partei(CSP) und Sozialdemokratischer Arbeiterpartei (SDAP)zusammensetzen.
Niederösterreichische Wahlkreiseinteilung in vier Landesteilen
Die Niederösterreichische Wahlkreiseinteilung ausserhalb Wiens teilte sich in vier Landesteile auf: Viertel ober dem Manhartsberg, Viertel unter dem Manhartsberg, Viertel ober dem Wienerwald und Viertel unter dem Wienerwald. Dabei entfielen von den abgegeben Stimmen 25% auf das Viertel ober dem Wienerwald, 37% auf das Viertel unter dem Wienerwald, 16 % auf das Viertel ober dem Manhartsberg und 22% auf das Viertel unter dem Wienerwald.
Viertel ober dem Manhartsberg
Das Waldviertel ist der nordwestliche Teil des Landes Niederösterreich. Im Süden wurde das Waldviertel von der Donau, im Südwesten von Oberösterreich, im Nordwesten und Norden von der Tschechei und im Osten vom Manhartsberg begrenzt. Dieser Geländeformation verdankte es auch den Namen Viertel ober dem Manhartsberg. Im Viertel ober dem Manhartsberg verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 23,0%, die Christlich-Soziale Partei(CSP) mit 56,5% und die Großdeutsche Volkspartei(GDVP) mit 20,5%.
Viertel unter dem Manhartsberg
Das Weinviertel, auch Viertel unter dem Manhartsberg genannt, lag im Nordosten des Landes Niederösterreich. Der Name wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts verwendet. Das Weinviertel war in Österreichs größtes Weinbaugebiet und verdankt ebenfalls der Geländeformation Manhartsberg ihren Namen. Im Viertel unter dem Manhartsberg verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 24,0%, die Christlich-Soziale Partei(CSP) mit 63,5% und die Großdeutsche Volkspartei(GDVP) mit 12,5%.
Viertel ober dem Wienerwald
Das Mostviertel ist das südwestliche der vier Viertel Niederösterreichs. Es wurde im Norden von der Donau begrenzt, im Süden und Westen von der Landesgrenze zum Land Steiermark und zum Land Oberösterreich. Im Osten bildet der Wienerwald als Geländeformation die natürliche Grenze, daher auch der zweite Name Viertel ober dem Wienerwald. Im Viertel ober dem Wienerwald verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 32,2%, die Christlich-Soziale Partei(CSP) mit 56,9 % und die Großdeutsche Volkspartei(GDVP) mit 10,9 %.
Viertel unter dem Wienerwald
Das Industrieviertel auch Viertel unter dem Wienerwald; war der südöstliche Teil Niederösterreichs. Die Nordgrenze zum Viertel unter dem Manhartsberg reicht vone der Landesgrenze bei Hainburg an der Donau bis nach Wien, von wo die Westgrenze zum Mostviertel entlang der sogenannten Thermenlinie und den Ausläufen der Gebietsformation Wienerwaldes Richtung Süden läuft. Die südliche Grenze verlief entlang des Gebirgskammes zum Land Steiermark, bis sie auf das Rosaliengebirge stieß, diesem entlang wieder Richtung Norden folgte und mit der Leitha und der Gebietsformation Leithagebirge die Ostgrenze zum neu entstehenden Land Burgenland bildete. Im Viertel unter dem Wienerwald verteilten sich die Stimmverhältnisse auf die Sozialdemokratische Arbeiterpartei (SDAP) mit 55,2%, die Christlich-Soziale Partei(CSP) mit 32,9% und die Großdeutsche Volkspartei(GDVP) mit 11,9%.
Autor: Dr. Fritz Simhandl, Autor Fleedstreet