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Nichtstaatliches Geld

Autor: Petkrau | Erstellt am: 06.08.2010 | Gelesen: 483
Kategorie: Handel - Business & Wirtschaft | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(pkk) Es ist ein Phänomen, das einmal zu den Charakteristika der neuen Trends am Anfang dieses Jahrhunderts gerechnet werden wird: Menschen organisieren sich, um eigene „Währungen" herauszugeben! Vielerorts sind Netzwerke entstanden, in denen Regiogelder wie der „FreiTaler", der „Kannwas" usw. neben den bekannten Euros zirkulieren. Gemeinsam ist diesen Projekten (man zählt inzwischen weltweit über 4.000 Systeme), dass ein anderer, gerechterer Ansatz für die Wirtschaft gesucht wird, der wesentlichen mit der Qualität der in einem Verbund verwendeten Zahlungsmittel verknüpft ist.

Unter den nichtstaatlichen Währungssystemen gibt es zwei verschiedene Formen: die Regiogelder, die eurogedeckt sind (man erwirbt das Regiogeld für Euros und kann auch wieder gegen Euros zurücktauschen) und so genannte leistungsgedeckte Komplementärwährungen (die man nicht für Euros erwirbt und auch nicht gegen Euros rücktauschen kann). Letztere Währungssysteme gehen also schon von ihrem Grundansatz über die Euros hinaus und beinhalten in der Regel auch weitere Gestaltungsansätze. So hat zum Beispiel die Findhorn-Community in Schottland eine „Community Currency" entwickelt, die zugleich auch den besonderen, sozialen Ansatz der Gemeinschaft transportiert.

In Deutschland ist man bei Coinstatt, einem Kooperationsring für Gewerbetreibende und Verbraucher derzeit damit beschäftigt, den Verbundgedanken zu vertiefen, der mit zur Gründung von Coinstatt beigetragen hat und der sich aus entsprechenden Themengebieten der Anthroposophie Rudolf Steiners ableiten lässt. Um zu verdeutlichen, worum es dabei geht, kann der Volkswirtschaftler Bernd Senf zitiert werden, der in seiner Ausarbeitung „Eine andere Welt ist möglich" unter anderem über die „Wirtschaftsassoziation" als Theorie Rudolf Steiners schreibt: „Diese Idee von Rudolf Steiner ist deutlich alternativer als das Regionalgeldkonzept. Steiners Gesellschaftsverständnis ist nicht hierachisch, er vertritt die „Dreigliederung des sozialen Organismus", bei der sich das Wirtschafts-, Kultur- und Geistesleben selbst steuern sollen – ohne Zentrale und Partei."

Coinstatt lädt zur Zeit für September zu einer Konferenz mit dem Thema „Neue Formen im Umgang mit Geld" ein, bei der sich die Teilnehmenden über verschiedene Projektideen und Theorien austauschen werden, die von Vertretern aus verschiedenen Ländern vorgestellt werden. Im Anschluss an die Konferenz sollen die Arbeitsergebnisse in einem Internet-Forum zur Diskussion gestellt werden.

Peter Krause-Keusemann
 
 
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