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Nichts sehen, nichts hören, nichts wissen

Autor: Paladin91 | Erstellt am: 28.04.2008 | Gelesen: 1974
Kategorie: Babys - Kinder & Erziehung | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Wie sexueller Missbrauch durch Unwissen der Bevölkerung möglich wird

Rotkäppchens SchweigenMartha Schalleck, erwachsenes Opfer von sexuellem Missbrauch und Autorin eines Buches über die Vertuschung von Kindesmissbrauch, beobachtet die Aufregung über den jahrzehntelangen Inzest und sexuellen Missbrauch in Amstetten, Österreich mit Skepsis. „Normale Menschen wollen von dem Thema nichts hören, solange bis in der Nachbarschaft etwas passiert oder gar das eigene Kind missbraucht wird.", sagt die 43-jährige Autorin.

Nur wenn, wie hier, ein dramatischer Fall zufällig ans Tageslicht komme, sei die Aufregung groß, dann aber nur für kurze Zeit. Nach den Hunderttausenden von Kindern, die jedes Jahr allein in Deutschland missbraucht würden, werde kaum je gefragt. Die Gefahr im eigenen Umfeld, auch für die eigenen Kinder werde häufig unterschätzt. „Die Menschen wissen einfach nicht, dass sie es selbst sind, die Kinder schützen können und müssen, jeder Einzelne, und dass man dazu einfach einiges wissen muss. Leider ist auch das entsprechende Wissen kaum verbreitet." Viele wichtige Informationen hierzu finden sich im Martha Schallecks Buch: Rotkäppchens Schweigen - Die Tricks der Kindesmissbraucher und ihrer Helfer, das im Jahr 2006 erschienen ist.

Dass wie in Amstetten niemand etwas bemerkt haben will, sei häufig der Fall. Ein sympathisches Auftreten der Täter reiche bereits aus, um die Bereitschaft, genauer hinzuschauen und nachzufragen, wie es den Kindern in seinem Umfeld geht, gegen Null gehen zu lassen. Und Fragen über die Kinder in Amstetten hätte es zahlreiche gegeben.

Nicht selten bemerkten jedoch Erwachsene durchaus Auffälligkeiten. Aber entweder fehlte ihnen das Wissen sie zu deuten bzw. um Maßnahmen zur Überprüfung eines Verdachts einzuleiten. Fast noch schlimmer aber seien die folgenden, gar nicht seltenen Fälle: Erwachsene versuchen mit Herzblut, Kindern zu helfen und scheiterten bitterlich. Manche enden sogar als bösartige „Hexenverfolger" in der Presse.

„Damit wird die natürliche Neigung zum Wegschauen vor solchen Schrecklichkeiten gefördert, und am Ende tut niemand mehr irgend etwas", so Martha Schalleck. Sie fügt hinzu: „Die Kinder brauchen Sie und mich und überhaupt mutige und informierte Erwachsene, die bereit sind, unangenehme Gefühle auszuhalten. Nur informiert und mutig können Erwachsene ihre wichtigste Aufgabe wahrnehmen: Kindern zu helfen, ihrerseits tüchtige und anständige Erwachsene zu werden."

Weitere Informationen finden Sie in "Rotkäppchens Schweigen" und auf www.martha-schalleck.de und www.rotkaeppchens-schweigen.de sowie den dort angegebenen Links.

Dimos Madenoglu
Madenoglu Verlag
 
 
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