RMS-Scriptorin
HistorieDer Manierismus, die maniera michelangelo ist eine Stileigentümlichkeit von Michelangelo Buonarotti. Er selbst schreibt seinen Namen: „Michelagniolo". Der vielseitige Renaissance-Künstler beginnt auf dem Höhepunkt seiner Kunstfertigkeit mit seinem Können zu jonglieren und legt die Basis für den Manierismus. Bereits in seiner „Figura serpentinata" des „Tondo Doni" von 1504 wird die Grundform des Manierismus deutlich. Michelangelo als Wegbereiter des Manierismus veranschaulicht seine „Grablegung Christi" aus dem Jahre 1510 in der National Gallery in London. Die überlängten Figuren fallen hier besonders auf. Das Fehlen der Muskeldarstellung des Leichnams unterstreicht die realistischen Züge. Der Manierismus wird 1520 datiert, dieses Werk stammt von 1510. Die Künstler haben die Anatomie und Perspektive erforscht, nun suchen sie neue Gestaltungswege. In der Architektur ist an Michelangelos Plänen für die 1523 gebaute Treppe der Biblioteca Medicea Laurenziana, der Bibliothek in Florenz seine Manieriertheit abzulesen. Es ist das erste Kunstwerk der Architektur des Manierismus. Michelangelo ist als Baumeister der Medici von 1530 bis 1534 für ihr Treppenhaus der Biblioteca zuständig. Er stellt die Architekturgesetze auf den Kopf mit einer herabfließenden Treppe und verjüngenden Nischenpilastern. Michelangelos Schüler Giorgio Vasari bezeichnet seinen Spätstil als manieriert „maniera moderna" und gibt als erster diesem Kunststil den Namen. Da er ihn in Bezug auf Michelangelo anwendet, lässt sich der Manierismus als die „Manier Michelangelos" charakterisieren. Vasari gilt als ein Hauptkünstler des Manierismus.
Stilkennzeichen in der Architektur
Die Gründerzeitarchitektur bildet den Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert. Die Gründerzeit dauert von 1871 bis 1873. Die gründerzeitliche Architektur setzt sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts zuweilen bis 1914 fort. Die Bauform dieser Epoche stammt von Napoleon III. und seinem Kaiserreich. Die Eckpavillons im Louvre-Hof sind die ersten Baumaßnahmen dieser Art, es folgen die Pariser Oper, die Wohnbauten der neuen Boulevards und die Opéra de Monaco. Die Stilkennzeichen lauten: Allseitige klare Abgrenzung der Fassade, "antik-klassische Zierformen, stark plastische Oberfläche, Überladung mit Formelementen (horror vacui=Angst vor der leeren Fläche)." Dieser Rückgriff auf die Architektur-Merkmale des Manierismus und die "prunkhafte Grundhaltung" begründen den Neomanierismus. Da die Ausführung stilisiert erfolgt, ist dieser Kunststil laut Rosa-Marita Schrouff als "stilisierter Manierismus" zu bezeichnen. Im Zuge der europäischen Ausbreitung wird der Neumanierismus die Ausdrucksform der wilhelminischen Ära und der Baustil des Berliner Reichstagsgebäudes. Ein bedeutendes Beispiel ist die AachenerVilla Cassalette.
© RMS-Scriptorin, alias: Rosa-Marita Schrouff