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Neue Religionsgesetze verbieten in Marokko jegliche Form von Missionstätigkeit

Autor: csideutschland | Erstellt am: 21.04.2009 | Gelesen: 1764
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Religiöser Fanatismus in Marokko: Marokko duldet nur den sunnitischen Islam.

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Casablanca/Rabat - Weshalb herrschen im bis anhin gemäßigten nordafrikanischen Land solch strikte Gesetze? Sind in Rabat religiöse Fanatiker an der Macht? Das trifft nicht zu. Vielmehr will die Regierung in Rabat mit einer strikten Gesetzgebung die religiösen Eiferer, die es tatsächlich im Land gibt, beschwichtigen. Den fanatischen Sunniten signalisiert man damit, dass in Marokko der Islam die Staatsreligion ist, und dass man keine anderen Religionen duldet. Die neuen Gebote legen zudem fest, dass auf keinen Fall missioniert werden darf.

Diese bedenkliche Beschwichtigungspolitik zeigt, dass in Marokko radikale Gruppierungen indirekt Einfluss auf die Regierung nehmen und schrittweise an Macht gewinnen. Das Ergebnis ist eine gefährliche religiöse Radikalisierung der marokkanischen Gesellschaft.

Seit Februar dieses Jahres gelten nun die neuen Religionsgesetze, ein erster Teilerfolg, den die fanatischen Sunniten indirekt erzielen konnten. Momentan sind es die Christen, die de facto unter diesen neuen Richtlinien zu leiden haben. Es ist ihnen zwar immer noch erlaubt, zu beten, die Kirchen zu besuchen und ihre Kinder im christlichen Glauben zu unterweisen. Sie dürfen jedoch nicht missionieren und in den Predigten nicht verkünden, dass Christus der Erlöser sei. Denn das neue Recht fordert, dass ein Moslem eine solche Botschaft auf keinen Fall hören darf.

Selbst Schiiten gelten nicht als Muslime

Unter den neu erlassenen Religionsgesetzen leiden auch schiitische Muslime. Als nun bei einer Polizeiaktion schiitische Gruppen entdeckt wurden, ließ die Regierung unmissverständlich verlauten, dass wer in Wort oder Schrift sowie mit verschiedenen modernen Kommunikationsmitteln die „islamische Rechtgläubigkeit und Moral der marokkanischen Gesellschaft untergräbt", hart sowie konsequent geahndet werde.

Die Staatsreligion ist der Islam und geduldet werden nur Sunniten malikitischer Richtung. Ein Schiit ist somit kein rechtgläubiger Moslem. Aus diesem Grund wurden die Schiiten, die übrigens iranischer Herkunft waren, umgehend des Landes verwiesen. Ausserdem wurden in Marokko alle schiitisch-islamischen Zentren geschlossen.

Die Diskriminierung der Frau ist Tabuthema

Wie die marokkanische Zeitung „Al-Bayane" (Das Manifest) berichtete, nahm die Königliche Gendarmerie auch Mitglieder einer evangelischen Freikirche – vier Spanierinnen und eine Deutsche - fest und hat sie umgehend nach Spanien abgeschoben. Die Gendarmen stürmten eine Veranstaltung, in der laut „Al-Bayane" islamische Frauen anwesend waren. Außerdem schreibt die Zeitung, dass bei dieser Zusammenkunft die „Diskriminierung der Frau" im Islam thematisiert wurde. Es werde darum angenommen, dass die Frauen bewusst vom Islam abgeworben werden sollten. Auch das ist laut der neuen Gesetzgebung strikt verboten. Die meisten Frauen und Mädchen hätten zudem an diesem Treffen ohne die Erlaubnis ihrer Ehemänner, Väter oder Brüder teilgenommen. Ausserdem seien bei der Razzia große Mengen „anti-islamischer" Literatur in arabischer Sprache sichergestellt worden. Wie „Al-Bayane" weiter behauptet, hätten die spanischen Behörden nichts gegen die Ausweisung ihrer Staatsangehörigen unternommen, nicht einmal interveniert.

Schweigende Muslime in Europa

Es ist bedenklich, wie der religiöse Fanatismus salonfähig wird und sich allmählich auch in dem bis anhin gemäßigten islamischen Staat ausbreiten konnte. Das Resultat ist leider eine neue Gesetzgebung, wo die Religionsfreiheit und die Rechte der Frauen auf der Strecke bleiben", erklärt Annette Walder, Geschäftsführerin von CSI Schweiz.

Sie fordert, dass auch die Muslime in der Schweiz und in Europa sich gegen die Verletzung der Religionsfreiheit in islamischen Staaten engagieren: „Muslime in Europa fordern immer mehr Rechte ein, weil sie sich in ihrer Religionsfreiheit eingeschränkt fühlen. Aber ich vermisse ihren Protest gegen die menschenverachtenden Scharia-Gesetze und gegen die damit verbundene Verletzung der Religionsfreiheit in vielen islamischen Staaten", fordert Annette Walder.
 
 
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