Michael Martin: Durch die Wüste mit dem Motorrad ...
In unserer Welt finden
Naturfotos als Gegenpol zu Technologie und Fortschritt eine große Anhängerschaft. Bei Fotofestivals, in Ausstellungen, Büchern und Zeitschriften kann man die oft einzigartigen Aufnahmen der Naturfotografen bewundern, die ein breites Spektrum vom künstlerischen Landschaftsbild bis zu faszinierenden Tierportraits zeigen.
Kaum ein anderer Motivbereich ist so vielfältig und bietet Fotografen eine solche Fülle an Interpretationsmöglichkeiten wie die
Naturfotografie: Ob dichte Wälder oder gewaltige Berge, romantische Seen oder reißende Flüsse, farbenfrohe Blumen oder winzige Insekten, wilde Tiere oder exotische Pflanzen – alle fotografischen Aufgaben kommen hier zum Einsatz vom Panoramafoto über die Makroaufnahme bis zum Unterwasserbild. Eines zeichnet die Spezies hervorragender Naturfotografen vor allem aus: Ausdauer und Geduld.
Denn die Natur lässt sich nun einmal nur begrenzt manipulieren. Das Wetter, die Lichtstimmungen im Tagesverlauf und der Wechsel der Jahreszeiten bestimmen die Arbeit der Fotografen. Tiere, die in der Natur leben, sind auch keine Fotomodelle, die sich nach den Vorstellungen der Fotografen zeigen und bewegen. Gute Naturfotografie setzt nicht nur fotografisches Wissen voraus, sondern auch die Kenntnisse über Wetter, Blütezeiten und Tierverhalten. Zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein, ist die Voraussetzung für die Chance auf gute Bilder, und auch dann ist Warten – stunden- oder auch tagelang– auf den einmaligen Moment das Wesentliche, was vielen der Topbilder zu Grunde liegt.
Während viele Fotografen mit ihren Bildern die Schönheiten der Welt zeigen wollen, mit ihren Aufnahmen spannende Tiergeschichten erzählen und in eine wilde Wunderwelt entführen, ist es das Anliegen anderer, auf die Sünden an der Umwelt aufmerksam zu machen. Wobei schon lange Natur- – und vor allen ihr Bereich Tierfotografie– viel zum Schutz bedrohter Tier- und Pflanzenarten beigetragen hat. Ein Beispiel dafür war Bernhard Grzimek, der mit seinen Büchern und Aufnahmen, vor allem mit dem Oscar-prämierten Film „Serengeti darf nicht sterben", einen wesentlichen Anstoß für den Erhalt der Tierwelt Ostafrikas gegeben hat.
Immer wieder stellt sich natürlich für Profifotografen mit dem Schwerpunkt Natur die Frage, kann man davon auch in Zukunft leben oder ist die Welt schon abfotografiert? Zu der heutigen Situation in der Naturfotografie haben wir die Fotografen Michael Martin, Norbert Rosing, Britta Jaschinski und Christian Grzimek von der Bildagentur Okapia befragt. Wo finden sie ihre Nischen? Was hat sich in ihrer Arbeit geändert und was kann die Zukunft bringen?
PHOTO PRESSE