Silberschmuck und Nagellack
Schon um 3000 vor Chr. bemalte man sich die Nägel der Hände und Füße mit Henna. Es gab sogar schon eine Art Manikür-Kästchen. Zu Kleopatras Zeiten bevorzugte man künstliche Fingernägel aus feinem Porzellanpulver, wie sie ab dem 13. Jahrhundert auch Chinesen der oberen Gesellschaftsschichten trugen. Die künstlichen Nägel waren ein Zeichen dafür, dass man es nicht nötig hatte mit den Händen zu arbeiten.
Im 19. Jahrhundert behandelte man die Nagelhaut mit Säure, was ziemlich unangenehm war. Das empfand auch der damals regierende König Louis-Philippe so. Deshalb erfand sein Arzt, Dr. Sitts, die noch immer gebräuchliche Methode mit weichen Holzstäbchen, bevorzugt aus Orangenholz.
Der erste Nagellack kam etwa 1925 auf den Markt und ist als Nebenprodukt bei der Entwicklung von Autolacken abgefallen. Er war durchscheinend und zart rosa. Einen Vorreiter der heute gängigen French Manicure gab es in den 1930ger Jahren. Man trug den Lack nur auf die Mitte des Nagels auf, der Halbmond und die Spitze wurden ausgelassen, dem entsprechend hieß das ganze Mond Maniküre. Die Filmdiven dieser Zeit machten diesen Style zum Trend.
Ab 1932 gab es den ersten roten, deckenden Nagellack. Die Firma Revlon erstürmte mit Namen wie „Stormy Pink" und „Kirschen im Schnee" den Markt. Was ursprünglich nur das Nägelkauen verhindern sollte, führte 1934, durch Dr. Lappe, zur Erfindung der künstlichen Acrylnägel. Seit 1980 gibt es künstliche Nägel auch aus Fieberglas und Gel.
Inzwischen gibt es Nagellacke und Stylings in allen nur erdenklichen Farben und Formen. Schwarz, Neonfarben, Nude, mit Glitzer oder ohne. Schlicht lackiert oder bunt mit Motiven oder Ornamenten bemalte Nägel sind möglich. Man kann sowohl Gold- als auch Silberschmuck dazu tragen und manchmal sind die Nägel selbst Schmuck genug.
Übrigens, 1994 gab es den ersten ausverkauften Nagellack überhaupt. „Rouge Noir" von Chanel wurde durch Uma Thurman in dem Film „Pulp Fiktion" so populär, das er im Nu weltweit vergriffen war.