Die Ethik bringt den Ausgleich zwischen erfolgsorientiertem und verständigungsorientiertem, anders ausgedrückt, den Ausgleich zwischen ökonomischem und außerökonomischem Handeln eines Unternehmens.Dabei ist Ethik für die Nachhaltigkeit deshalb von so großer Bedeutung, da sowohl Ursachen ökologischer Probleme sowie auch Ursachen sozialer Probleme nur mit außerökonomischem Handeln behoben werden können. Dies kann am Beispiel des Einsatzes der Technik verdeutlicht werden. Die moderne Technik bringt erhebliche ökonomische Vorteile mit sich, kann aber auch fatale Auswirkungen auf die Umwelt haben und diese zerstören. Ein rein erfolgsorientiertes und auf die Ökonomie ausgerichtetes Verhalten würde den Einsatz zerstörerischer Technik zulassen. Durch die Ethik wird das erfolgsorientierte nun durch die Perspektive des verständigungsorientierten Handelns erweitert. Dies würde hier den Einsatz einer ökologieverträglichen Technik bewirken, womit sowohl dem Streben nach Ökonomie gedient, andererseits aber auch die Umweltzerstörung durch den außerökonomischen Anreiz begrenzt werden kann. Die ökologische Ethik ist demnach notwendig, da sie die Umweltprobleme, die durch die Ökonomie ausgelöst werden, verhindern oder zumindest einschränken kann.
Dies ist auf die soziale Dimension übertragbar, denn ein soziales System ist nur auf der Basis von ethischem Verhalten überhaupt denkbar. So wäre eine Ordnung ohne Ethik z.B. keine Demokratie, sondern durch Macht und Gewalt gekennzeichnet.
Von den Unternehmen wird ethisches Verhalten zunehmend gefordert. Diese müssen nun einen Ausgleich zwischen dem Streben nach Ökonomie und ethischen Grundsätzen finden, der nicht immer unumstritten ist. So ist z.B. die Investition eines westlichen Industrieunternehmens in den Anbau von exotischen Schnittpflanzen für den europäischen Bedarf in Südamerika durchaus kritisch zu betrachten. Einerseits bringt die Investition dem Entwicklungsland einen Exporterlös, andererseits wird aber die Anbaufläche für dort benötigte Lebensmittel verringert. Der Nutzen, der sich aus ethischem Handeln ergibt, muss aber gleichmäßig verteilt sein zwischen der reichen Nation und der armen.
So beruhen die Ziele der Nachhaltigkeit grundsätzlich auf einer Selbstverpflichtung der Unternehmen, so wie selbstverständlich auch aller anderen Akteure, zu ethischem Verhalten. Also bspw. darauf, die Effizienz der Verschwendung vorzuziehen, die Natur zu erhalten anstatt sie zu zerstören oder den sozialen Frieden zu wahren anstatt Gewalt und Macht auszuüben. Die Umsetzung der intra- und intergenerativen Gerechtigkeit, ebenso wie eine Integration aller drei Dimensionen der Nachhaltigkeit zu gleichen Teilen im Unternehmen kann sich niemals auf rein ökonomische Zielsetzungen oder erfolgsorientiertes Handeln begründen. Den Grundsatz muss immer eine nachhaltigkeitsorientierte Ethik bilden.
Andrea Joppe - Word4Word
Spezialist für
Übersetzer und Dolmetscher in Berlin und München