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Nach NPD-Drohung: Energie Cottbus sagt Freundschaftsspiel ab

Autor: Matyoe | Erstellt am: 01.07.2009 | Gelesen: 749
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Energie Cottbus Freundschaftsspiel für Toleranz ab

Erneut hat es die NPD geschafft, durch eine Drohung eine ihr unliebsame Veranstaltung zu verhindern. Der NPD-Landeschef Klaus Beier hatte - wie berichtet - mit einem Aufmarsch gegen ein Freundschaftsspiel gedroht, da das Spiel unter dem Motto für "mehr Toleranz" stand, was den "Fußballfreund" Beier, jüngst veruteilt wegen des rassistischen WM-Planers "erschreckte", da der Sport "instrumentalisiert" würde.

So weit so schlecht, doch der Fußball-Zweitligist Energie Cottbus sagte nach einem Bericht der Lausitzer Rundschau das Spiel in Storkow jetzt ab - aus Angst um die Sicherheit der Spieler! Dabei gilt die NPD in Brandenburg nicht gerade als Schwergewicht. Die Reaktion von Energie Cottbus ist ein Armutszeugnis. Gerade wegen der NPD-Drohung hätte man die Sache durchziehen müssen.

"Die Weißen kommen"
Die NPD in Brandenburg hatte bereits im Jahr 2006 öffentlich gegen eine Veranstaltung gedroht, die ihr nicht passte. Dabei ging es um ein Anti-Rassismus-Seminar für schwarze Jugendliche. Hinter der NPD-Veröffentlichung unter dem Motto "Die Weißen kommen!" stand ebenfalls NPD-Bundespressesprecher und Landeschef Beier. Die NPD Fürstenwalde hatte im Internet angekündigt, das Anti-Rassismus-Seminar "aufmerksam begleiten und besuchen" zu wollen. Diese Veröffentlichung der NPD veranlasste die Betreiber der in einem Wald gelegenen Begegnungsstätte - in Absprache mit dem Landkreis - einen privaten Sicherheitsdienst mit dem Schutz des Gebäudes zu beauftragen. Zusätzlich sagte die Polizei zu, mindestens einmal stündlich Streife zu fahren, außerdem beobachteten Beamte in zivil die Umgebung.

"Deutschfeindliches Seminar"
Dass diese Vorsichtsmaßnahmen angebracht waren, zeigte sich am ersten Abend des Seminars. Gegen 23.00 Uhr fuhren mehrere Pkw auf das Grundstück der Bildungsstätte. Die ungebeteten Besucher waren NPD-Bundespressesprecher Beier sowie mindestens zwei Begleiter, laut Augenzeugen sogar sechs weitere Personen. Der Partei-Funktionär verlangte vor Ort nach Informationen über die Kosten des Seminars und nach persönlichen Daten der Teilnehmer. Außerdem wollte man das "Gespräch mit den Seminar-Teilnehmern" suchen, so Beier auf Anfrage. Einen bedrohlichen Charakter konnte er in diesem Vorgehen nicht erkennen, schließlich habe man diesen Besuch zuvor im Internet angekündigt. Beier erklärte, dass das Seminar "deutschfeindlich" sei, weil Deutsche nur weiß sein könnten.

Schließlich nutzten die Betreiber der Begegnungsstätte ihr Hausrecht und forderten den NPD-Pressesprecher sowie seine Kameraden auf, das Grundstück zu verlassen. Der Schutzbereichsleiter der Polizei in Fürstenwalde, Burghard Neumann, sagte zu dem Vorfall, man habe die Veröffentlichung der NPD als eine bestimmte Drohung werten müssen. Sie sei auch eine Aufforderung an andere Personen gewesen, das Seminar "zu besuchen" - also zu stören. Im aktuellen Fall in Storkow dürfte die Sache wohl ähnlich liegen.
 
 
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