Das Ende des Internets
Es ist ein düsteres Bild, was der Vize-Präsident von Google – mit vollem Namen Vinton Gray „Vint" Cerf – zeichnete, als er eine Eröffnungsrede für seine neue britische Webseite hielt. Er sprach von einem Ende des Internets für den europäischen Kontinent. Eine mögliche Zukunft, in der es für kein neues Gerät mehr eine Adresse gebe, um sich in das Word Wide Web einzuwählen. Dabei müsste Cerf auch wissen, wovon er redet, schließlich gilt er zusammen mit Bob Kahn als einer der „Väter des Internets" und wurde für seine Errungenschaften im Bereich der Kommunikationstechnologie bereits häufig geehrt.
Bei näheren hinsehen ist das ganze dann aber doch nicht so furchtbar, wie es zunächst klingt und entpuppt sich schließlich als Teil einer großen Werbekampagne, um auf das neue Internet-Protokoll namens IPv6 hinzuweisen. Das uns in Europa sicher nicht das Ende des Internets bevorsteht, heißt allerdings auch nicht, dass die Reden von Cerf aus der Luft gegriffen seien. Tatsächlich befindet sich das World Wide Web in einer interessanten Situation. Aktuell läuft das gigantische Netzwerk auf dem System namens IPv4. Dies ist ein Protokoll, welches jedem Nutzer im Internet eine Nummer zur Identifizierung bereitstellt.
Diese Nummer aus vier Zahlenreihen gleicht einer Adresse – weshalb auch der Begriff der IP-Adresse etabliert wurde und jedem Gerät mit Internetverbindung wird eine solche zugeteilt. Allerdings sind diese Adressen nicht unbegrenzt verfügbar; etwa 4,3 Milliarden solcher Nummern bietet das aktuelle System IPv4: mehr als genug sollte man meinen, allerdings schwinden die verbliebenen Adressen zusehends. Dafür sorgen vor allem Geräte wie die Smartphones, durch dessen Verbreitung ein zusätzlicher Anspruch an IP-Adressen fällig wird. Alles in Allem sind wohl noch etwa 5% der 4,3 Milliarden Adressen übrig – was etwa 180 Millionen Nummern entspricht.
Deshalb wirbt Cerf auch vehement für das neue Protokoll IPv6, welches neben einem Sicherheitsupdate auch unzählige neue IP-Adresse bereithält. Er fordert die großen Internetanbieter auf, endlich ihr System auf dieses neue Protokoll umzustellen, bevor Europa „vom Netz gehe". Einer der Vorbilder für diesen Wandel würden die großen Anbieter für Online-Gambling sein. Sie haben nämlich schon ihre Umstellung auf IPv6 geplant und wollen ihr System im kommenden Jahr updaten. So können Fans von
Online Casino und Online Pokern auch im kommenden Jahr nach belieben im Internet zocken.