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Mushtaq Shiekh: Es ist ein Segen, eine Seele wie Shah Rukh in der Nähe zu haben

Autor: AsianOutlook | Erstellt am: 10.02.2009 | Gelesen: 1892
Kategorie: Musik - Kino & Entertainment | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Exclusiv Interview mit Mushtaq Shiekh von Daniela Happel in Zusammenarbeit mit Gabriele Reimann

Mushtaq Shiekh - Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor
Mushtaq Shiekh - Schriftsteller, Journalist und Drehbuchautor
Bei einem Telefonat mit Mushtaq Shiekh hatte Daniela Happel die Gelegenheit, den Schriftsteller nach seinem Buch „Shah Rukh Can" zu fragen, die heiß ersehnte neue und viel handlichere Neubearbeitung von „Still Reading Khan".

Und obwohl er gerade sehr beschäftigt war, hat er sich die Zeit genommen, zu erklären, warum das Buch noch nicht in den Buchläden gelandet ist – es lag an den Terroranschlägen in Mumbai im November letzten Jahres, nach denen es allen dort mehr nach Trauern zumute war als nach Künstlerbiographien.

Jetzt aber soll die englische Ausgabe des Buches endlich erscheinen, zum Valentinstag. Und dies brachte Mushtaq spontan auf die Idee, uns von AsianOutlook ein besonderes Geschenk zu machen: ein Exclusiv Interview:

Zunächst einmal vielen Dank für diese Chance, ein paar Fragen auf dich loszulassen, damit die Neugier deiner Fans hier gestillt werden kann. Was deine Fans schon wissen, ist, was ein kleines Vögelchen mit dem Namen „Der Verleger" uns zugezwitschert hat: In den vergangenen Monaten hast du extrem viel gearbeitet. Also: Kannst du uns sagen, welche neuen Projekte in der Pipeline stecken?

Meine neueste Drehbucharbeit könnt ihr schon sehr bald in eurem nächstgelegenen Kino bewundern - BILLU BARBER. Außerdem arbeite ich gerade an Shah Rukhs nächstem Film mit Anubhav Sinha. Ich jongliere mit Fernsehen, Filmen und zwei Büchern, die auf meinem Schreibtisch vor sich hin köcheln und ich habe mir selbst versprochen, in diesem Monat eine Auszeit zu nehmen und sie beide fertig zu schreiben. Und dieses Mal habe ich tatsächlich eine besondere Überraschung für meine Leser – mein nächstes Buch nach „Shah Rukh Can" handelt nicht von Shah Rukh, nicht von einer anderen Schauspieler-Persönlichkeit und auch nicht von einem Film. Dieses Mal gehe ich den Weg der Fiktion und ich liebe jeden einzelnen Schritt auf ihm.

Wir haben alle den sprichwörtlichen Shiekhspear-Sinn für Humor und Unterhaltung in OM SHANTI OM genossen – was inspiriert dich? Könntest du uns ein Beispiel einer solchen Anregung geben, die du im Script verwendet hast?

OM SHANTI OM war ein Film über Filme. Ich habe die Hälfte meines Lebens mit Lebewesen jenes Planeten namens Bollywood verbracht. Sie haben mich immer inspiriert. Weißt du, diese Mitglieder der Hindi Film-Industrie sind eine Spezies für sich. Sie gehen völlig in ihrer Welt auf, in der sie fast unentwegt Träume heraufbeschwören, um ihr täglich Brot zu verdienen – das muss ja Nebenwirkungen haben. Die Kratzer in ihrem Lack, ihre Schwächen, ihre Grübchen, ihre Pickel, ihre Narben und Schrammen, ihre Höhen und Tiefen – das ist meine Welt der Inspiration. Mit dieser Mischung von Bollywood bekomme ich mehr, als ein Autor sich je wünschen kann.

Du schreibst in deinem Buch, und Shah Rukh sagt das auch oft selbst, dass er nicht mehr unterscheiden kann, ob er nun spielt oder tatsächlich er selbst ist. Welchen Eindruck hast du?

Ich habe den Eindruck, dass der Mann einen Riesenspaß hat, wenn er vor der Kamera steht. Das macht er schon seit Jahren, aber jeden Tag wenn er Makeup auflegt und das Kommando „Action" hört, hat er wieder die gleiche Unbekümmertheit wie beim allerersten Mal. Also irgendwie habe ich schon das Gefühl, was Shah Rukh betrifft, dass die Linie zwischen Film und Wirklichkeit etwas verschwimmt… aber was macht das schon? Er ist reine Magie und ein wahrer Augenschmaus, und das wird er auch mit 99 noch sein.

Wo wir schon über Beobachtungen und die Annäherung des Journalisten reden: Bist du mehr der stille Beobachter, wenn es um Shah Rukh geht, oder fragst du ihn oder seine Freunde gezielt nach dem, was du schreiben willst?

Als Methode oder Handwerkszeug ist das Beobachten für den Schriftsteller etwas, worauf er sich verlassen kann, und ich bin da keine Ausnahme. Ich bin ein Beobachter von Natur aus und das kleinste Detail merke ich mir noch jahrelang. Das ist das eine kleine Puzzleteilchen das ich habe, wenn ich die Lebensgeschichte eines Menschen aufschreibe. Bei Shah Rukh habe ich ebenfalls diese Methode angewendet… und die restlichen Felder, zu denen ich unterschiedliche Meinungen brauchte, habe ich mit engen Freunden und Arbeitskollegen gefüllt, so dass sie mehr Licht auf das Thema namens Shah Rukh Khan werfen konnten. Außerdem ist Shah Rukh jemand, der gerne erzählt und wenn du mit ihm schon so lange zusammen bist, dann lernst du dein eigenes Mundwerk zurück zu halten… du hast nämlich gar keine andere Wahl, als zum Zuhörer zu werden, wenn Shah Rukh in der Nähe ist, haha.

Was du für meinen Geschmack etwas zu sehr verheimlichst, ist die Art der Freundschaft zwischen dir und Shah Rukh. War das die Begegnung mit einem verwandten Geist, eine Seelenverwandtschaft gleich von Anfang an? Und was hält eure Freundschaft am Leben? Ist es der Sinn für Humor, oder gleiche Ansichten?

Für mich ist Shah Rukh wie ein Leuchtfeuer, das mich leitet und inspiriert. Er ist wie Familie. Er gibt meinem Dasein eine ganz gewisse Kraft. Er hat mich immer unterstützt, bei allem was ich tue. Hat mir beigestanden… mehr als ich mir jemals wünschen kann. Wie ich immer sage, es ist ein Segen, eine Seele wie Shah Rukh auch nur in der Nähe zu haben; er hilft dir, das Gleichgewicht in deinem Leben zu finden.

Du begleitest Shah Rukh zu allen möglichen Ereignissen – erschreckt es dich manchmal, wie die Leute auf ihn reagieren?

Nein, überhaupt nicht. Wann immer ich mit Shah Rukh unterwegs bin, ist es wirklich interessant zu sehen, wie Leute sich auf ihn stürzen und ihn fast umbringen mit ihrer Liebe. Es ist prima, wirklich mal seine Fans zu sehen und wie viel Liebe er von ihnen bekommt. Ich bin mit ihm überall in der Welt herumgereist und die Liebe die er überall erhält, ist so großartig, dass ich Gänsehaut bekomme – aber nicht vor Angst. Es ist sowieso so, dass ich Menschen mag, mit Shah Rukh oder ohne, wenn ich von Menschen umgeben bin, bin ich am glücklichsten. Und heute, meinem Buch sei Dank, habe ich sogar deutsche Fans, derentwegen ich mich fast wie Shah Rukh fühle, wenn sie mir begegnen… ha ha, kleiner Scherz… Es ist großartig, so viel pure Liebe und Wärme zu spüren…

Du hast in „Shah Rukh Can" auch beschrieben, wie schwer es ist, mit Shah Rukh Schritt zu halten und dass ständig die wahnsinnigsten neuen Entwicklungen passieren – wo siehst du ihn in – sagen wir zehn Jahren – und wo bist du dann? (Abgesehen davon, dass du dann eifrig dabei bist SRK Can Band 5 zusammenzustellen…)

Ich glaube, ich sehe ihn auf dem Mond, wo er seinen nächsten Film herausbringt und die kleinen grünen Männchen ihn fragen, wie er mit 45 noch ein Achtpack hinbekommen hat… ha ha…

Wenn ich mir speziell die letzten beiden Jahre ansehe, Mushtaq, dann hat sich da ein ganz ansehnlicher Stapel von erfolgreichen Projekten angehäuft, alle mit deinem Namen drauf und der entsprechenden Reaktion der Medien. Bemerkst du in dir selbst eine Veränderung wegen dieses Erfolgs?

Ich glaube wirklich nicht, dass sich da etwas drastisch verändert hat, und ich weiß, wenn ich das selbst sage, dann ist das ein wenig unbescheiden. Aber ich möchte wirklich gern betonen, dass der einzige Unterschied darin besteht, dass ich sehr, sehr viel arbeite und nicht genug Zeit habe, meinen schwarzen Kaffee zu genießen, mit meinem Labrador zu spielen oder Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Davon abgesehen, ist alles beim Alten geblieben… ich bin einfach zum Arbeitssklaven geworden… ich müsste da mal raus und etwas die frische Luft genießen.

Auf seiner eigenen Webside gibt es noch mehr zu erfahren über Mushtaq Shiekh: www.shiekhspear.com

Daniela Happel und Gabriele Reimann (AsianOutlook.com)
 
 
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