RMS-Scriptorin
Ein von RMS-Scriptorin, alias: Rosa-Marita Schrouff definiertes Motiv in der Kunstgeschichte. Ein Gewandteil umfängt eine Darstellung teilweise oder absolut. Das Motiv tritt in der Antike in Form einer überdimensionalen Omega-Falte auf und entwickelt sich zur großen Muschel. Die Muschel ist ein Motiv, das Raum schafft. Es ist ein künstlerisches Mittel zur Erzeugung von Perspektive. Das Motiv ist in der Antike beliebt wie das Medaillon Relief „Luna lenkt ihr Zweigespann in die Tiefe des Meeres", um 100 nuZ mit der Darstellung einer Nymphe als Hesperide, dem Abendstern, der Venus rechts oben und unten Oceanus an der Westseite des Konstantinsbogens in Rom veranschaulicht. Bei dieser Interpretation ist die Omega-Falte zu einem Muschel-Cape gestaltet. Eine einfache omegaförmige Variante. Bei der Venus, einem Fresko-Detail aus Pompeji um 50 nuZ fällt ihr muschelförmig wehender Umhang besonders auf. Inspiriert gestaltet Michelangelo eine gesamte Figurengruppe in diesem Motiv. Jedoch hat er dieses Fresko nicht gekannt, da die Ausgrabungen von Pompeji erst 1748 unter Johann Joachim Winckelmann beginnen. Im 15./16. Jh. zur Zeit von Michelangelo liegt Pompeji noch unter Schutt und Asche des Vesuvausbruchs von 79 nuZ, d.h. Michelangelo muss entweder ein anderes Werk mit ähnlichem Motiv des sich aufblähenden Umhangs gesehen haben oder selber zu dieser Darstellungsform gelangt sein. Letzteres ist insofern interessant, da zwei Stilepochen, die zur Realität in den Abbildungen hindrängen zu dem gleichen Motiv gekommen sind. Gleiche Idee gleiches Resultat!
©RMS-Scriptorin, alias: Rosa-Marita Schrouff