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Müller-BBM führt Hauptstaatsarchiv Dresden zum 'Qualitätsgeprüften Passivhaus'

Autor: volie | Erstellt am: 15.09.2008 | Gelesen: 1767
Kategorie: Bau - Planung & Architektur | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Erweiterungsneubau erreicht Energiekennwert Heizwärme von nur 13 kWh/ (m2 a)

Erweiterungsneubau Hauptstaatsarchiv Dresden - Foto/copyright: Jörg Schöner, Dresden
Erweiterungsneubau Hauptstaatsarchiv Dresden - Foto/copyright: Jörg Schöner, Dresden
Passivhaus, Energieeinsparung, Müller-BBM, Kostensenkung

Ende August wurde der Erweiterungsneubau des Hauptstaatsarchiv Dresden feierlich eingeweiht. Das Staatsarchiv Dresden befindet sich im Regierungsviertel in der Inneren Neustadt. Der unter Denkmalschutz stehende Gebäudekomplex wurde 1912-1915 errichtet und hat nun aus Kapazitätsgründen einen Erweiterungsneubau erhalten, der von ASP Schweger Assoziierte entworfen wurde. Bauherr ist der Freistaat Sachsen, Sächsisches Staatsministerium der Finanzen, vertreten durch den Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB).

Der kompakte, kubusförmige Erweiterungsneubau wurde in Stahlbetonbauweise errichtet und besitzt eine hinterlüftete Backsteinfassade. Er beherbergt 8 Magazinetagen (3 davon unterirdisch) mit entsprechenden Regalanlagen und ein Geschoss mit Werkstätten. Hauptaufgabe des Gebäudes ist, das Archivgut vor Schädigungen durch Fremdeinwirkungen wie Außenklima und Luftverunreinigungen zu schützen.

Die Planung der Bauphysik einschließlich der Bauklimatik erfolgte durch Müller-BBM, Niederlassung Dresden. Hauptaugenmerk lag dabei darauf, ein optimales Klima und eine hohe Klimakonstanz für die einzulagernden Archivalien zu schaffen. Hierzu wurde das Verhalten des Gebäudes von Müller-BBM mit Gebäudesimulationen untersucht und so das Raumklima optimiert. Schwerpunkt lag dabei auf einer passiven Optimierung der baulichen Gegebenheiten, so dass der Einsatz von Klimatisierungstechnik gering gehalten werden kann.

Um langfristig günstige Betriebskosten zu ereichen, wurde der Archivneubau von Müller-BBM entsprechend den Vorgaben des Passivhaus-standards geplant und zwischenzeitlich auch vom Passivhausinstitut als "Qualitätsgeprüftes Passivhaus" zertifiziert.

Bereits durch die kompakte Bauform und die tiefe Einbindung ins Erdreich werden beste Voraussetzungen für einen geringen Energieauf-wand zum Heizen und Kühlen geschaffen. Zusätzlich weist die gesamte Gebäudehülle einen hohen baulichen Wärmeschutz auf. Die Wärmedämmung ist allseitig außen angeordnet und wird weitgehend wärmebrückenfrei ausgeführt. Ungedämmte Außenbauteile (z.B. Lichtschächte) sind konsequent thermisch entkoppelt. Durch die massive Bauweise weist die Gebäudehülle auch eine sehr hohe Luftdichtigkeit (n50 = 0,10 h-1) auf.

Bereits während der Bauphase wurden begleitende Messungen der Luftdichtigkeit durchgeführt. Der Wärmebedarf des Gebäudes wird durch eine Vorwärmung der Luft und den notwendigen Mindestluftwechsel im Raum gedeckt. Die Lüftungsanlage wird mit einer Wärme- und Feuchterückgewinnung ausgeführt. Der berechnete Energiekennwert Heizwärme liegt mit 13 kWh/(m²a) Energiebezugsfläche unterhalb der max. einzuhaltenden 15 kWh/(m²a), so dass die Anforderung des Passivhausinstituts sicher eingehalten wird. Der max. zulässige Primärenergiebedarf von 120 kWh/(m²a) Energiebezugsfläche wird mit 26 kWh/(m²a) deutlich unterschritten.

Um den geplanten, hohen energetischen Standard des Gebäudes zu gewährleisten, erfolgte neben der Planung zur Qualitätssicherung auch eine entsprechende Bauüberwachung durch Müller-BBM.

Foto: Erweiterungsneubau Hauptstaatsarchiv Dresden

Foto/copyright: Jörg Schöner, Dresden
(mit Genehmigung des Sächsischen Staatsministerium der Finanzen vom 29.08.2008)
 
 
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