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Kein anderes Land in Europa hat sie, die Medizinisch-Psychologische Untersuchung (kurz MPU). Die im Volksmund Idiotentest genannte Begutachtung soll die Fahreignung von im Verkehr auffällig gewordenen Kraftfahrern überprüfen und entscheidet über die Wiedererteilung des Führerscheins. Statt zu sinken, steigt die Zahl in den letzten Jahren weiter an. So mussten im Jahr 2008 103.137 Führerscheinbesitzer zur Begutachtung, im Jahre 2009 stieg die Zahl der Teilnehmer auf 106.082 . Die Zahlen für 2010 werden voraussichtlich Ende November 2011 von der Bundesanstalt für Straßenwesen
(Bast) veröffentlicht und markieren möglicherweise einen neuen Höhepunkt.
Auffällig dabei ist, dass die Zahl der alkoholbedingten Begutachtungsanlässe in den letzten fünf Jahren stetig fiel, während die Zahl der verkehrsauffälligen Kraftfahrer (mehr als 18 Punkte) immer weiter anstieg. Verwunderlich auch, dass nur ca. 7 % aller MPU Anordnungen an das weibliche Geschlecht verteilt werden. Männer sind also mit 93% der MPU-Teilnehmer in einer mächtigen Überzahl.
Der Mythos, die MPU nicht bestehen zu können und grundsätzlich beim ersten Mal durchzufallen hält sich seit Jahren hartnäckig. Natürlich ist die Prozentzahl der MPU Durchfaller mit ca. 35% Prozent relativ hoch, doch wissen viele Teilnehmer auch nicht, dass die Chancen auf eine positive
MPU mit richtiger Vorbereitung z.B. durch Bücher, Software oder am besten durch eine professionelle verkehrspsychologische Beratung, auf über 90% steigen.
Finger weg also von der Versuchung einen EU Führerschein ohne MPU zu erwerben. Diese unseriösen Angebote halten sich seit Jahren gut im Geschäft und Kosten den Führerscheinerwerber letztlich nichts als Ärger (so muss man z.B. einen festen Wohnsitz mit mind. 185 Tagen Aufenthalt in dem Land nachweisen, aus dem der Führerschein stammt) und viel Geld. Zudem darf die zuständige Führerscheinstelle bei erneuten Auffälligkeiten den polnischen, tschechischen, kroatischen etc. Führerschein sofort einziehen und eine erneute MPU Aufforderung steht im Raum. Prüflinge sollten das Thema – so unangenehm es einem auch sein mag- also nicht totschweigen, sondern die zahlreichen, (auch kostenfreien) Beratungsangebote von TÜV, Pima, Dekra und Co. annehmen und sich detailliert über die Möglichkeiten zur Vorbereitung informieren, um die MPU beim ersten Mal zu bestehen.
Felicitas Reichenbach