MPU steht für eine Medizinisch-Psychologische-Untersuchung, auch umgangssprachlich „Idiotentest“ genannt. Das Ziel der Untersuchung ist die Festzustellung, ob jemand in der Lage ist, sich im Straßenverkehr Gesetzeskonform zu verhalten oder ob die Neigung besteht erneut negativ aufzufallen.
Aus drei Teilen besteht die MPU besteht
- Reaktionstest
- Medizinische Begutachtung
- Psychologisches Gespräch
Der Reaktionstest
wird mittels eines Computers durch aufleuchten verschiedenfarbiger Symbole als auch dem Registrieren hoher und tiefer akustischer Tonlagen getestet. Es müssen dabei verschiedene Tasten als auch Pedale betätigt werden und die Signale schnell und richtig zuordnet werden. Um die jeweilige Belastbarkeit des MPU-Kandidaten richtig zu testen gibt es mehrere Durchläufe mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Die Medizinische Begutachtung
ist abhängig vom Grund der MPU-Aufforderung. Wurde der Führerschein wegen Drogenmissbrauch entzogen muss der Nachweis anhand einer Haaranalyse oder mehrfacher Urinscreenings über einen bestimmten Zeitraum (in der Regel 6 – 12 Monate) erbracht werden dass keinerlei Betäubungsmittel konsumiert wurden. Ähnlich ist das Verfahren beim Führerscheinentzug wegen Alkohol. Im Falle von Punkten oder Straftaten wird lediglich ein kurzer Körpercheck durchgeführt. Solange die medizinischen Befunde Auffälligkeiten aufweisen speziell auf Alkohol bzw. Drogenmissbrauch ist es nicht ratsam einen Antrag bei der Fahrerlaubnisbehörde auf Neuerteilung der Fahrerlaubnis zu stellen, denn wer in einem Teilbereich der MPU durch fällt, der fällt auch im Ganzen der Medizinisch-Psychologische-Untersuchung durch.
Das Psychologische Gespräch
ist der wichtigste Teil einer zu absolvierenden MPU. Im Vorfeld studiert der Gutachter die Personenbezogene Akte und hat sich so im Vorfeld einen ersten Überblick verschafft. Hierbei sind nicht nur die Unterlagen von Interesse welche im Zusammenhang zum Anlass der MPU-Untersuchung stehen sondern auch Delikte die mit dem Straßenverkehr nichts zu tun haben, wie Diebstahl oder Körperverletzung. Folglich werden alle Unterlagen eingesehen und berücksichtigt. Das Gutachter-Gespräch ist kein Frage und Antwortspiel sondern verläuft von Fall zu Fall unterschiedlich. Dennoch ist der Verlauf des Gesprächs entscheidend beeinflußt von den Antworten des MPU-Probanden. In diesem Gespräch ist die Glaubwürdigkeit eines der wichtigsten Punkte als auch die Frage ob eine tiefgründige Auseinandersetzung mit der Vergangenheit stattgefunden hat. Während dieses Gesprächs macht sich der Gutachter ein Bild über die charakterliche Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeugs und fällt dabei die Entscheidung ob der MPU Test einen positiven Verlauf hat.
Autor: Wolfgang Heidemann