Eines haben die im Spätsommer stattgefundenen Olympischen Spiele gezeigt. Nicht alle Athleten auf zwei Rädern sind in zweifelhaften Verruf geraten. Rund um Peking machten die Radprofis der Straße wieder einmal negativ von sich reden. Dopinggerüchte, positive Proben, überführte Sünder – dass es auch Zweirad-Athleten gibt, die zu den
ehrlichen Häutern der Branche gehören, scheint beinahe in Vergessenheit zu geraten. Aber es gibt sie und sie leisten atemberaubendes und gewiss nicht ungefährliches. Sie sind die Könige des Geländes, beherrschen auf ihrem Gefährt Stock und Stein.
Die Rede ist von Sabine Spitz und Co., den Mountainbikern. Mit ihren Stollenreifen räubern sie über unwegsames Gelände, über unbefestigte Wege und Pfade, immer auf der Jagd nach der neuen Bestzeit. Erst seit den Olympischen Spielen in Atlanta vor zwölf Jahren ist die Sportart olympisch, erfreut sich über zunehmende Beliebtheit. Die Gründe liegen dabei ganz klar auf der Hand: Das Außergewöhnliche und Spektakuläre lockt die Zuschauer zuhauf an die Pisten. Beim Mountainbiking ist mit Sicherheit mehr Action und Spannung zu erwarten, als bei den Kollegen auf der Straße. Das Beherrschen der meist vollgefederten High-Tech-Räder ist nicht einfach, schwere Stürze häufig. Dennoch, die Sportart polarisiert, zieht die
Menschen an den Rennstrecken in ihren Bann, beklagt sich sicher nicht über mangelnden Nachwuchs. Beinahe jedes Kind will oder besitzt heutzutage ein Mountainbike, Rennräder sind zunehmend Fehlanzeige. Aushängeschild der vergleichsweise jungen Sportart ist die Deutsche Sabine Spitz. Spitz ist amtierende Olympiasiegerin im „Cross Country“, einem Rundkurs mit Gefälle und Steigungen über Wald, Wiesen und Stein. Die 36-jährige stammt aus Herrischried bei Bad Säckingen in Südbaden. Die mehrfache Vizeweltmeisterin ist siebenmalige Deutsche Meisterin und fuhr ihr erstes Mountainbike Rennen im sehr jungen Alter von erst 22 Jahren.
Fabian Rauschecker