Bahnpokal in Scheeßel 2010
In diesem Bericht geht es um eine
Motorsportart mit Motorrädern. Viele Menschen die sich mit Motorsport beschäftigen, ist der Begriff Speedway meistens bekannt. Speedway wird auf Bahnen bis zu 400m Länge gefahren. In jedem Rennlauf stehen 4 Fahrer am Start, und die Rennen gehen über vier Runden. Von dieser Motorsportart gibt es aber auch noch eine Variante die sich
Langbahnsport nennt.
Diese Sportart ist auch unter dem Begriff Grasbahnrennen oder Sandbahnrennen bekannt. Gefahren wir hier mit Spezialmotorrädern auf Bahnen die eine Länge von 420m bis 1000m haben. Die Bahnen bestehen aus zwei Geraden mit zwei Kurven und die Fahrrichtung ist immer linksrum.
Die Motorräder besitzen einen Einzylinder Motor mit 500ccm Hubraum der mit Methanol betrieben wird. Bei Drehzahlen bis zu 12000Upm werden Leistungen bis zu 75 PS erzielt. Auf den sogenannten Langbahnen kommt ein Getriebe mit 2 Gängen zum Einsatz, wobei der erste Gang nur zum Start benutzt wird. Schon ca. 100m nach dem Start wird in den zweiten Gang geschaltet. Die Beschleunigung auf Gras oder Sand ist fast genauso schnell wie bei einem Formel 1 Rennwagen.
Mit den Motorrädern werden auf 1000m Bahnen auf der Geraden bis zu 180Km/h erreicht. Die Besonderheit ist das diese Motorräder keine Bremsen besitzen. Am Ende der Geraden wird das Hinterrad quer gestellt und dann wird das Motorrad im Drift durch die Kurve bewegt. Die schnellste Durchschnittsgeschwindigkeit die je gemessen wurde beträgt 143,25 Km/h auf der Grasbahn in Rastede.
Ein Renntag besteht aus ca. 25 Rennen über drei oder vier Runden und der Zuschauer kann meistens die ganze Rennbahn einsehen. Somit kann man beim Langbahnrennen im Gegensatz zu vielen Motorsportveranstaltungen das Ganze Geschehen auf der Bahn verfolgen. Deutschland und Holland sind das Mekka des Langbahnsport, wohin in England, Polen und Schweden überwiegend Speedway gefahren wird.
Neben vielen sogenannten offenen Rennen gibt es aber auch eine Europameisterschaft und eine Weltmeisterschaft. Bei der Europameisterschaft müssen sich die Fahrer in drei Vorläufen für den Endlauf qualifizieren bei dem dann der Europameister ermittelt wird. Bei der Weltmeisterschaft gibt es 6 GP und am Ende wird der Fahrer Weltmeister, der die meisten Punkte erfahren hat. Am Ende der Saison sind die ersten sechs Fahrer aus der laufenden WM für das nächste Jahr gesetzt. Die restlichen Fahrer müssen sich wieder in Vorläufen für die WM qualifizieren.
In den siebziger und achtziger Jahren kamen bis zu 30000 Zuschauer zu solchen Rennen doch heute müssen die Veranstalter mit im Schnitt 4000 Zuschauern zurechtkommen. Vielleicht sieht man ja den einen oder anderen Leser dieses Berichtes in Zukunft an den Rennstrecken.
Ingo Lange