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Motorradfahren - eine Leidenschaft, die Leiden schafft

Autor: chriscross | Erstellt am: 12.09.2010 | Gelesen: 2562
Kategorie: Auto - Motor & Verkehr | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Erfahrungsbericht eines begeisterten Motorradfahrers

Honda CB 500 Four
Honda CB 500 Four
Es passierte, was als Heißsporn passieren mußte, ich baute einen Motorradunfall. Ich fuhr relativ schnell an einem abbiegenden Lastwagen vorbei. Aus der Seitenstraße bog ein PKW ein und rammte mich. Dieser Unfall würde mir heute nie mehr passieren. Nach der damaligen Verkehrsordnung traf mich nicht einmal eine Teilschuld. Ich bekam eine neue Yamaha und neue Motorradbekleidung und durfte für wenige DM die alte behalten. Diese bog ich zurecht und verkaufte diese mit einem schönen Gewinn. Das neue Motorrad fuhr ich noch 3 Monate und gab diese dann bei einem Honda Händler in Zahlung. Mein Motorradtraum wurde wahr, ich konnte mir eine Honda CB 500 Four leisten. Zur damaligen Zeit verfügte diese Maschine über eines der besten Fahrwerke, aller zum normalen Geld käuflichen Motorräder. Natürlich war eine Egli Kawasaki, Rickmann Honda oder Ducati Königswelle besser, aber für einen Normalsterblichen damals einfach unbezahlbar.

Trotzdem wurde erst einmal umgebaut. Die japanischen Holzreifen wurden gegen Dunlop TT100 ersetzt, ein H4 Licht wurde eingebaut, ein Lenkungsdämpfer montiert und ganz wichtig, die originalen Stoßdämpfer wurden durch längere Stoßdämpfer von Koni ausgetauscht. Länger deshalb, um das Motorrad höher zu legen um mehr Schräglage fahren zu können. Später kam noch eine zweite vordere Scheibenbremse hinzu. Ein technischer Leckerbissen, eine Kröber Elektronikzündung, wurde von mir installiert. Zu dieser Zeit wurde die Motorradzündung noch über mechanische Unterbrecher gesteuert. Diese verschließen recht schnell und mussten auch sehr oft neu eingestellt werden. Die Kröber Zündung sorgte für immer optimale Leistung und weniger Benzinverbrauch.

Ich fuhr den zweiten Winter durch. Ich wollte mich in kein Auto setzen. Bei minus 5 Grad steckte ich immer eine Hand hinter die Zylinder um keine schmerzhafte Erfrierungen zu erleiden.

Ich war auch leidenschaftlicher Skifahrer. Da ich an einem Skilift manchmal half, durfte ich meine Skiausrüstung dort lagern. So konnte ich mit dem Motorrad zum Skifahren fahren, was ich auch fast täglich tat. Nur einmal wurde es sehr brenzlig, während ich den Skihang unsicher machte schneite es und verwandelte die Straße in eine Eisbahn. Nach mehreren Stunden, mehr rutschend als fahrend im Schritttempo, war ich zu Hause. Ich verstehe heute noch nicht, wie ich das ohne Sturz überstanden hatte.

Im Frühjahr montierte ich Sturzbügel. Das war eine fatale Entscheidung. In den Vogesen jagten wir uns die Berge hinauf. Eine Kurve zog zu, ich setzte dem Sturzbügel auf und rutschte auf dem Hosenboden über die Straße. Das Motorrad flog an einen Holzstabel, stellte sich durch den Schwung kurz auf, ich rutschte drunter und wurde unter meiner Honda begraben.Meine Motorradfreunde mussten wirklich das Motorrad wegziehen, alleine hätte ich das nicht geschafft.

Glücklicherweise war Mann und Maschine ziemlich O.K. Nicht auszumalen, wenn Gegenverkehr gekommen wäre. Zur damaligen Zeit war auf den Straßen wesentlich weniger los wie heute.

Ab Frühjahr fand ich Gefallen an den Alpen. Tagestouren über 500 Kilometer und über 4 Alpenpässe waren keine Seltenheit. Am schönsten waren Mehrtages Motorradtouren mit Zelt und Sprirituskocher. Der Rekord waren 11 Pässe an einem Tag. Ich wollte noch einen zwölften hinzufügen, aber da streikte meine Sozia. Beeindruckend waren vor allem die französischen Alpen mit ihren steilen, hohen Pässen. Dort befuhren wir mehrfach den höchsten Pass der Alpen, den La Bonette. Aber auch die anderen Pässe haben einen unheimlichen Reiz. Damals konnte man noch sehr viele Strecken mit Naturbelag befahren. Die Highlights waren die Assietta Kammstraße und der Mont Chaperton. Letzterer war eine wirkliche Herausforderung für Mann und Maschine. Motorraderlebnisse dieser Art vergisst kein Motorradfahrer.

 
 
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