Mokume Gane Trauringe in Silber und Palladium
Seit einiger Zeit schon widmen sich einige Goldschmiede der alten, japanischen Goldschmiedekunst „
Mokume Gane". Das besondere an dieser Technik ist, dass am Anfang des Schmiedeprozesses viele, dünne Schichten aus verschiedenen Metallen und Legierungen zu einem massiven Barren verschweißt werden. Aus diesem Barren entsteht dann in Handarbeit Schmuck mit einer feinen Maserung. Es verwundert daher nicht, dass „
Mokume Gane" frei übersetzt „
Metall mit Holzmaserung" bedeutet (
Moku = Holz, Me=Auge, Gane=Metall). Mokume Gane hebt sich aber nicht nur durch eine außergewöhnliche Musterung deutlich von klassischen Goldschmiedetechniken ab, sondern auch durch die Besonderheit, dass Ringe in Mokume Gane ohne Lötfuge hergestellt werden. Es ist daher möglich das Muster im Schmuckstücke, insbesondere auch in Trauringen, ohne Unterbrechungen anzufertigen.
Mokume Gane wurde ursprünglich vor etwa 350 Jahren in Japan zur Verzierung kunstvoll gefertigter Schwertklingen aus dem bekannteren „Damaszener Stahl" erfunden. Damaszener Stahl besteht aus verschiedenen Schichten unterschiedlicher Stahllegierungen, was erlaubt die Schneide aus sowohl sehr hartem und gleichzeitig sehr elastischem Material zu fertigen. Als sich die Schwerter von einem reinen Kampfwerkzeug zu einem Statussymbol der Samurai entwickelten, begannen japanische Goldschmiede diese mit kunstvollen Ornamenten aus Nichteisenmetallen zu verzieren. Mokume Gane ist in diesem Sinne eine Weiterentwicklung einer noch älteren Schmiedekunst. Um besonders kontrastreiche Muster zu schmieden, wurden außerdem noch eine Anzahl besonderer Legierungen erfunden. „Shakudo" etwa besteht aus Kupfer und einem kleinen Anteil Gold. Diese besondere Legierung hat die Eigenschaft an der Luft schwarz zu oxidieren, und bildet zusammen mit Silber verarbeitet ein besonders kontrastreiches Muster.
Mokume Gane rückt seit einiger Zeit auch ins Bewusstsein zeitgenössischer Goldschmiede in Europa und den USA. Besonders zur Gestaltung individueller
Mokume Gane Trauringe eignet sich die Schmiedetechnik ausgezeichnet. Mokume Gane fordert ganz neue Ansätze, ist auch heute noch handwerklich anspruchsvoll und bietet neue Möglichkeiten der Schmuckgestaltung. Eine dieser Möglichkeiten ist etwa Trauringe mit Sternenmustern zu fertigen. Hierbei wird ein geschichteter Barren hergestellt, welcher anschließend in sich verdreht wird. In mehreren Arbeitsschritten lässt sich so ein regelmäßiges Sternenmuster schaffen. Eine weitere Möglichkeit ist
Mokume Gane Trauringe mit dezenten Linien zu fertigen. Durch die Wahl der Metalle kann man ebenfalls den Charakter der Eheringe beeinflussen. Entscheidet man sich etwa für Gelb- und Weißgold entstehen Ringe mit einer feinen Musterung. Wählt man hingegen Silber und Shakudo entstehen kontrastreiche Trauringe. Weiterhin lassen sich auch Palladium, Kupfer und Legierungen verschiedener Metalle verarbeiten. Die Wiederentdeckung von Mokume Gane eröffnet somit in vielerlei Hinsicht die Möglichkeit zeitgemäßen und individuellen Unikatschmuck zu gestalten.
Gert Schwaderlapp