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Moderne Kunst im Schwarzwalddorf

Autor: Bernau | Erstellt am: 28.07.2011 | Gelesen: 613
Kategorie: Kunst - Kultur & Religion | Bewertung: Unbewertet
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(Online-Artikel.de) - Der Hans-Thoma-Preis 2011, bedeutendster Kunstpreis Baden-Württembergs, wird am 14. August in Bernau an die Gegenwartskünstlerin Karin Sander verliehen

Kunstwerk von Karin Sander: 3D-BodyScan von Museumsbesuchern, 20 Zentimeter hohe Figuren
Kunstwerk von Karin Sander: 3D-BodyScan von Museumsbesuchern, 20 Zentimeter hohe Figuren
Mit der Verleihung des wichtigsten Kunstpreises Baden-Württembergs rückt Bernau im südlichen Schwarzwald in das Interesse von Kunst- und Kulturinteressierten: Am 14. August erhält die international renommierte Gegenwartskünstlerin Karin Sander den 44. Hans-Thoma-Preis. Der Große Landespreis für Bildende Kunst Baden-Württemberg ist mit 25.000 Euro dotiert und würdigt eine Künstlerin, deren Schaffen einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung der neueren Kunst darstellt und die zugleich überregionale Anerkennung gefunden hat.

Ein neues Kunstwerk für das Museum

Einer Tradition folgend stiftet der Preisträger eine seiner Arbeiten dem Museum. Karin Sander erstellt ihren Beitrag für die Preisträger-Ausstellung direkt vor Ort. Bei der Installation bezieht sie sich auf die Atmosphäre und Architektur des Ausstellungsraums sowie die Kunstwerke der anderen Preisträger. Die 54-jährige Konzeptkünstlerin und Professorin für Architektur und Kunst (ETH Zürich) wurde 2002 mit einer umfangreichen Werkschau in der Staatsgalerie Stuttgart auch im Südwesten bekannt.

Bekannte Kunstwerke im kleinen Schwarzwalddorf

Benannt ist der Preis nach dem in Bernau geborenen Landschafts- und Portraitmaler Hans Thoma (1839 bis 1924). Seit 1950 erhielten 43 Maler, Grafiker, Bildhauer, Foto- und Objektkünstler den Hans-Thoma-Preis. Sie sind in Baden-Württemberg geboren oder haben einen Schwerpunkt ihres künstlerischen Schaffens im Südwesten. Somit zeigt die Preisträger-Ausstellung einen repräsentativen Querschnitt von 60 Jahren Kunst aus Baden-Württemberg, darunter z.B. Emil Bizer, Wilhelm Schnarrenberg, Otto Dix, Peter Dreher, Jürgen Brodwolf, Anselm Kiefer, Thomas Ruff und Tobias Rehberger.

Preisverleihung am 14. August

Der Festakt beginnt am 14. August um 10.30 Uhr im Kurpark in Bernau, Ortsteil Innerlehen. Staatssekretär Jürgen Walter MdL verleiht den Hans-Thoma-Preis. Die Laudatio hält Professorin Dr. Pia Müller-Tamm, Direktorin der Staatlichen Kunsthalle. Anschließend wird die Preisträger-Ausstellung im Kunstmuseum eröffnet.

Die Ausstellung von Karin Sander und der anderen Hans-Thoma-Preisträger ist vom 14. August bis 18. September im Hans-Thoma-Kunstmuseum zu sehen. Das Museum ist mittwochs bis freitags von 10.30 bis 12 Uhr und von 14 bis 17 Uhr geöffnet, sowie samstags und an Sonn- und Feiertagen von 11.30 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 3,50 Euro für Erwachsene, 2 Euro für Jugendliche bis 16 Jahre. Einen Flyer zur Ausstellung gibt es bei der Tourist-Info Bernau, Tel. 07675 160030, www.hans-thoma-museum.de

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Informationen zu Karin Sander:

Karin Sander geb. 1957 in Bensberg in Nordrhein-Westfalen. 1963 zog die Familie nach Baden-Württemberg. Sie besuchte die Schule in Reutlingen und studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Neben Gastprofessuren u. a. an den Akademien in Karlsruhe und Stuttgart, in Los Angeles und Auckland erhielt sie 1999 den Ruf an die Kunsthochschule Berlin-Weißensee und 2007 an die ETH (Eidgenössische Technische Hochschule) Zürich. Sie lebt und arbeitet in Berlin und Zürich.

Das Konzept der Künstlerin

Das Werk von Karin Sander ist sehr vielgestaltig. Sie geht stets von Vorgefundenem aus. Ihre Konzeption für eine Ausstellung beginnt zunächst mit einer intensiven Recherche. Daraus entwickelt sie vor dem Hintergrund der jeweiligen Institution Arbeiten, die oftmals ausgefeilte, technische Entwicklungsprozesse nach sich ziehen. Daher lässt sich ihre Arbeitsweise nicht durch ein Medium oder eine spezifische Technik beschreiben. Ihre Werke können Sprache, Malerei, Skulptur, Mathematik, Film, Audio, ja alles Mögliche sein. Der Ort, die Institution, die Geschichte, die Architektur, der Kontext der Ausstellung bestimmen den künstlerischen Eingriff.

Bekannt sind ihre polierten Wandstücke (1986), weißen Passagen (1990), ihre 3-D-Bodyscans (1996), Patina- und Gebrauchsbilder (1999/2009) und die Audiotour „Zeigen", die Ende 2009 für eine Ausstellung in der Temporären Kunsthalle Berlin realisiert wurde.

Renommierte Künstlerin

Karin Sander war Stipendiatin des DAAD in New York sowie der Akademie Schloss Solitude in Stuttgart. Sie erhielt den Villa-Romana-Preis Florenz und den Rubens-Preis der Stadt Siegen. Sie war als artist in residence an der Cité Internationale des Arts in Paris und in Auckland. Seit vielen Jahren arbeitet die Künstlerin mit Galerien in Stuttgart, München, Wien, Madrid und New York auf internationaler Bühne.

Viele ihrer Werke befinden sich in privaten und öffentlichen Sammlungen: u. a. Museum of Modern Art, New York und San Francisco (USA); Metropolitan Museum, New York (USA); Museum Abteiberg, Mönchengladbach (D); Centro Galego de Arte Contemporánea, Santiago di Compostela (E); Kunstmuseum und Staatsgalerie Stuttgart (D); Nationalmuseum Osaka (JPN); Kunstmuseum St. Gallen (CH)

Weitere Informationen zu Ausstellungen sowie Bilder Ihrer Kunstwerke und Interviews finden Sie auf der Website von Karin Sander unter www.karinsander.de

 
 
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