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Mode als Krisenindikator

Autor: nickis | Erstellt am: 02.03.2010 | Gelesen: 592
Kategorie: Politik - Gesellschaft & Soziales | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Zunehmendes Interesse an Luxusgütern, aber auch ein Boom der Textildiscounter

Ist die Wirtschaftskrise überstanden? Auch wenn Experten für das neue Jahr noch mit steigenden Arbeitslosenzahlen rechnen, so gibt es doch bereits Anzeichen, dass die Krise ihren Höhepunkt überschritten hat. Ein guter Indikator für die wirtschaftliche Entwicklung ist traditionell die Nachfrage nach Luxusgütern, etwa teuren Autos, Reisen oder auch hochwertiger Kleidung.

Und die Nachfrage nach diesen Gütern nimmt wieder zu. Das Interesse an hochwertigerer Mode kann man auch an den Preisen ablesen, die hierfür gezahlt werden. Das Statistische Bundesamt konnte im Januar 2010 feststellen, dass unter den 10 Produkten, die gegenüber dem Vorjahresmonat eine auffallende Preissteigerung aufzeigen, auch der Mädchenrock zu finden war. Hier wurden um 14,6 Prozent höhere Endverbraucherpreise verzeichnet. Der Mädchenrock ist eines der Güter, für die die deutsche Statistikbehörde regelmäßig den durchschnittlichen Preis feststellt. Diese Güter werden als Warenkorb für die Errechnung der Inflation der Verbraucherpreise genutzt und sollen den üblichen Verbrauch eines deutschen Haushaltes darstellen.

Überlagert wird diese Entwicklung von einer seit Jahren zu beobachtenden steigenden Nachfrage nach Kleidung und Schuhen, insbesondere nach Designer-Kindermode. Es gibt unterschiedliche Erklärungsmöglichkeiten für letztere Tendenz. Die Berufstätigkeit beider Elternteile ist zumindest bei einem höheren Bildungsgrad mittlerweile der Normalfall geworden. Experten sehen im Kauf von teurer Kindermode eine Art „Kompensation" für die wenige Zeit, die die Eltern mit ihrem Kind verbringen können. Außerdem ist Designermode immer eine Möglichkeit, um den eigenen Erfolg nach außen zu kommunizieren.

Kritiker sehen in der beschriebenen Entwicklung aber auch Anzeichen für ein Auseinanderdriften der Gesellschaft. Während die einen immer größeren Wert auf hochwertige Designermode legen, boomen andererseits die Textildiscounter-Ketten, die Hose, Röcke und T-Shirts für wenige Euro verkaufen. Da hier ein enormer Preiswettbewerb herrscht, sind gerade in dieser Branche schlechte Arbeitsbedingungen und niedrige Gehälter ein Normalzustand. Solche Negativ-Entwicklungen sind bei Fachgeschäften, die hochwertige Kleidung anbieten, glücklicherweise noch die Ausnahme. Angesichts der derzeitigen Debatte über die staatlichen Sozialleistungen und die gesellschaftliche Verantwortung ist diese Entwicklung ein Thema, über das man trefflich streiten kann.

 
 
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