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Mobile Tankanlagen haben's sprichwörtlich in sich

Autor: autocom | Erstellt am: 16.05.2008 | Gelesen: 3448
Kategorie: Wissenschaft - Forschung & Technik | Bewertung: rateArateArateArateBrateB
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(Online-Artikel.de) - Eine Übersicht über die Rahmenbedingungen von mobilen Tankanlagen

mobile-tankanlagenWer im Forst mit Maschinen arbeitet, kommt ums Nachtanken nicht herum. Dafür gibt es eine Vielzahl an mobilen Tankanlagen, die nahezu alle Wünsche abdecken. Doch sollte man sich vorher schon etwas genauer betrachten, unter welchen Bedingungen getankt wird, und erst danach den Transport- und Lagerbehälter auswählen. Denn allen ist gemein, dass in ihnen Kraftstoff transportiert wird, und der unterliegt dem Transportrecht für Gefahrgut. Geregelt wird dies bundesweit durch die „Gefahrgutverordnung Straße und Eisenbahn" (GGVSE) sowie international durch das Europäische Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße, kurz ADR. Daher müssen mobile Tankanlagen zwingend als Transportbehälter für Gefahrgut zugelassen sein. Dies können eine Verpackung sein (Fässer oder Kanister), so genannte ADR-Tanks (Tankwagen, Tankcontainer, Aufsetztanks und ortsbewegliche Tanks) oder ein IBC (Intermediate Bulk Container). Das Regelwerk ist sehr umfangreich und betrifft sowohl das Fahrzeug und seine Ausstattung als auch das Personal und seine Qualifikation sowie die Be- und Entladestellen.

Daher hat der Gesetzgeber den so genannten „Transport unter vereinfachten Bedingungen" zugelassen. Er legt fest, dass der Transport des flüssigen Gefahrgutes nur in einer Verpackung oder einem IBC erfolgen darf. Außerdem darf die beförderte Menge an Diesel 1.000 Liter nicht überschreiten. Zudem muss ein Beförderungspapier gemäß GGVS, Abschnitt 5.4.1 vorliegen und der Behälter den Vorschriften entsprechend gekennzeichnet sein. Wenn dann noch ein Zwei-Kilogramm-Feuerlöscher im Fahrzeug mitgeführt wird, ist der Dieseltransport rechtmäßig.

IBC können aus Stahl gefertigt sein, oder, als Kombinations-IBC, aus einem Kunststoffbehälter bestehen, der von einer Wanne aus Stahlblech umgeben ist. Daneben finden sich IBC, die vollständig aus Kunststoff hergestellt sind. Die Modelle aus Stahl sind zwar deutlich schwerer als solche aus Kunststoff, bieten jedoch einige Vorteile: Sie sind sehr robust und verfügen über eine hohe Stabilität, zudem sind sie widerstandsfähiger gegen Dieseldiebstahl und Vandalismus. Hinzu kommt: Stahltanks können zeitlich unbegrenzt eingesetzt werden, sofern sie die vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen bestehen. Kombinations-IBC und Voll-Kunststoff-IBC hingegen dürfen gemäß ADR, Absatz 4.1.1.15 nur fünf Jahre genutzt werden, und zwar ab Herstellungsdatum. Allerdings streben die Hersteller derartiger Tanks eine Fristverlängerung an.

Auch der Oberflächenbehandlung sollte man Aufmerksamkeit schenken: IBC können im Tauchverfahren feuerverzinkt werden und sind so innen und außen wirkungsvoll gegen Korrosion geschützt. Lackierte Behälter hingegen sind innen ungeschützt. Daher kann dort Feuchtigkeit das Metall unbemerkt angreifen. Kunststoffbehälter sind von Korrosion grundsätzlich nicht betroffen.

Auch die Bauweise der IBC ist wichtig: Es gibt doppelwandige Behälter, einwandige mit Auffangwanne sowie nur einwandige. Allerdings gilt nur der als „doppelwandig", der über ein wirksames Leckanzeige-System verfügt, das sowohl den Innen - als auch den Außenbehälter ständig überwacht. Dies geschieht entweder nach dem Vakuum- oder dem Flüssigkeitsprinzip, das in dem Raum zwischen den beiden Behälterwänden eingesetzt wird. Bei ersterem System bricht das Vakuum zwischen dem Innen- und Außenbehälter zusammen, wenn ein Leck entstanden ist. Da Luft eine sehr viel geringere Moleküldichte als Flüssigkeit hat, wird der Leckagealarm bereits ausgelöst, bevor überhaupt Diesel ausgetreten ist. Beim Flüssigkeitsprinzip ist der Zwischenraum mit Flüssigkeit gefüllt, und ein volles Schauglas signalisiert die Dichtigkeit. Bei einer Leckage entleert es sich, wegen der höheren Moleküldichte allerdings erst sehr viel später als beim Vakuumprinzip.

Bei einwandigen Behältern in einer Wanne, die üblicherweise oben offen ist, kann baubedingt keine andauernde Leckageüberwachung erfolgen. Um Leckagen zu entdecken, führt man daher einen Peilstab zwischen Behälter- und Wannenwand ein. Nach dem Ziehen kann man an der Spitze des Peilstabes sehen, ob sich Flüssigkeit in der Wanne befindet. Das kann statt Diesel jedoch auch Regenwasser sein, und ob die Wanne selbst dicht ist, lässt sich so auch nicht feststellen.

Bei Arbeiten im Forst ist oftmals schwer zu erkennen, ob man sich gerade in einem Wasserschutzgebiet befindet oder nicht. Daher sollte man sicherheitshalber darauf achten, dass die dort eingesetzten ICB den erhöhten Anforderungen an den Gewässerschutz entsprechen. Das ist bei doppelwandigen Behältern oder einwandigen mit Auffangwanne gegeben. Rein einwandige Behälter können in Wasserschutzgebieten gar nicht genutzt werden.

Bei dem oftmals recht rauen Umfeld im Forst ist auch ein Blick auf die Armaturen ratsam: Sind sie so angebracht und geschützt, dass sie nicht aus Versehen abgeschert werden können? Laut Vorschrift müssen alle Öffnungen und Leitungen an Gefahrgutbehältern abschließbar und gleichzeitig dicht sein. Auch hier sollte man nachfragen, wie das garantiert wird. Die Zulassungsvorschriften fordern, dass die ICB-Behälter sowohl von unten gehoben werden können, also mit Stapler oder Hubwagen, als auch von oben per Kran. Wie viele Kranösen vorhanden sind, ist dabei nicht wichtig: Bei der Zulassungsprozedur werden die vorhandenen mit 150 Prozent des maximal zulässigen Gesamtgewichtes getestet und müssen es aushalten.

Diese Marktübersicht soll Ihnen helfen, sich für die für Sie am besten geeignete mobile Tankanlage unter Berücksichtigung der Rahmenbedingungen zu entscheiden, zugeschnitten auf Ihre Bedürfnisse und Ihr Arbeitsumfeld.

Peter Richter
 
 
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