(Online-Artikel.de) - Die prachtvoll in Antiquitäten Sammlungen glänzenden Schwerter sind Ausdruck des Wunsches nach Darstellung von handwerklicher Perfektion.
Die Herstellung der im heutigen Antiquitätenhandel und bei Sammlern von Antiquitäten so begehrten mittelalterlichen Schwerter erforderte die Mitwirkung von etlichen spezialisierten Handwerkern. An der Arbeit beteiligt waren der Blattmacher, der das Schwertblatt schmiedete, die Schwertschleifer und –polierer, die es zur Vollendung brachten, der Heftmacher, der das Heft anfertigte und verschiedene Handwerker, deren Fachgebiete es waren, das Heft zu binden und die Schwertschneide herzustellen.
Der Ausgangswerkstoff für ein Schwert war immer ein Stab aus einer Eisen-Stahl-Legierung. Schon mit der Zusammensetzung dieser Legierung wurde der Grad an gewünschter Biegsamkeit und Härte festgelegt. Nach den ersten Schleifarbeiten wurde das Blatt erhitzt. An der Farbe des Metalls ließ sich feststellen, wann die richtige Temperatur erreicht worden war. Das Blatt wurde dann in Öl eingetaucht und erneut auf eine jedoch niedrigere Temperatur erhitzt, bevor es in Blei getempert und gekühlt wurde. Diese Arbeitsgänge verringerten eventuelle Spannungen im Blatt. Nach Anschweißen des Heftzapfens war das Blatt für die letzten Schleif- und Polierarbeiten bereit. Hierfür verwendete man eine Serie von Schleifrädern, die durch Riemen mit einem wassergetriebenen Treibrad verbunden waren. Das Blatt wurde an Rändern mit verschiedener, zunehmend feinerer Körnung geschliffen. Der letzte Arbeitsgang war dann das Schleifen mit einem Poliermittel, damit das Blatt eine spiegelglänzende Fläche erhielt.
Manche Schwerter betrachtete man später, im 17. und 18. Jahrhundert, fast als Modeschmuck, wobei deren dekorativer Teil das Heft war. Hefte aus Edelmetall wurden in ihren Einzelteilen formgegossen und fast immer mit Feilen und Meißeln nachträglich verziert. Die prachtvoll in Antiquitäten Sammlungen glänzenden Schwerter sind Ausdruck des Wunsches nach Darstellung von handwerklicher Perfektion in höchster Vollendung.
Corinna Wienert