Mitarbeiterbefragungen als Führungsinstrument
Es müssen Sensoren entwickelt werden, mit denen die Wetterlage in der Firma erlasst werden kann, um kontinuierlich an Verbesserungen arbeiten zu können. Deshalb sollten Mitarbeiterbefragungen regelmäßig alle 1-2 Jahre und dann auch als Führungsinstrument eingesetzt werden. Der Umfang des Fragebogens sollte ca. 60-80 Fragen nicht übersteigen, die zu rund 90 Prozent an Mitarbeiter und Führungskräfte und zu etwa 10 Prozent ausschließlich an Führungskräfte gerichtet werden sollten. Die Teilnahme an der Mitarbeiterbefragung muss auf freiwilliger Basis erfolgen. Die Anonymität muss garantiert werden. Alle Beteiligten haben ein Recht darauf, über die Ergebnisse informiert zu werden. Feedback und Aktionspläne müssen von „unten nach oben" und von „oben nach unten" laufen. Mit den Umfragen erhält die Unternehmensleitung ein effizientes Frühwarnsystem, das ihr mögliche Problembereiche signalisiert. Die Durchführung einer Mitarbeiterbefragung, die beim Betriebsrat auf Ablehnung stößt, ist nicht empfehlenswert, weil sie sich negativ auf Beteiligung und Akzeptanz auswirken würde. Vgl. hierzu ergänzend auch Becker, Jörg: Potentialorientierte Mitarbeitergespräche, ISBN 9783837051803.
Anschreiben zur Mitarbeiterbefragung (Beispiel): Diese Umfrage dient dem Zweck, ein besseres Verständnis darüber zu gewinnen, wie die Arbeitszufriedenheit verbessert werden kann. Wir gehen davon aus, dass eine derartige Befragung auch in der Zukunft in gewissen Zeitabständen regelmäßig durchgeführt werden wird. Die Teilnahme an der Mitarbeiterbefragung ist freiwillig. Jedoch wird eine hohe Beteiligung erhofft, damit durch die ausgedrückten Meinungen eine repräsentative Aussagekraft über die vorherrschenden Ansichten erreicht wird. Alle Angaben werden vertraulich behandelt.. Ihre Informationen werden so bearbeitet, dass eine Identifizierung der einzelnen Antworten nicht möglich ist. Es sind für alle Bearbeitungsstufen Maßnahmen getroffen worden, die die Anonymität gewährleisten. Über das Ergebnis der Umfrage werden Sie informiert.
Unzufriedene Mitarbeiter haben nur wenige Möglichkeiten, ihren Unmut zum Ausdruck zu bringen. Neben Leistungsverweigerung und häufigem Fernbleiben bleibt als letzte Konsequenz die Kündigung, d.h. hohe Fluktuationsraten sind deshalb auch ein Indikator für klimatische Probleme in der Firma. Schätzungen sagen aus, dass nur zwei Drittel der Fehlzeiten krankheitsbedingt sind, ein Drittel vielmehr durch mangelnde Motivation verursacht wird. Ein erster Schritt im Zuge einer effektiven Fehlzeitenreduzierung muss deshalb die umfassende Analyse sein. Die Mitarbeiterbefragung ist somit auch ein Marktforschungsinstrument für den Kunden „Mitarbeiter", um subjektive Stimmungen in der Belegschaft aufspüren und ihnen gegensteuern zu können. Die Fragen müssen so gestellt werden, dass sie von jedem ohne Schwierigkeiten beantwortet werden können. Trotz aller positiven Veränderungsimpulse sind Mitarbeiterbefragungen aber kein Allheilmittel und können nicht die Fehler ausbessern, die über Jahre hin begangen wurden. Vor der eigentlichen Befragung ist noch eine entsprechende innerbetriebliche Informations- und Aufklärungsarbeit zu leisten. Vgl. Jörg Becker: Mitarbeiterbefragung als Wissensbilanz-Seismograph; ISBN 978 3 8370 5085 1.
Jörg Becker
(www.beckinfo.de)