Martin Schlichenmaier
Mit Employer Branding dem demografischen Wandel auf dem Arbeitsmarkt begegnen
Unternehmen müssen sich verstärkt um Nachwuchs bemühen. Künftig konkurrieren Firmen verstärkt um knappe Fach- und Führungskräfte. Demnach wird es zunehmend wichtiger, dem demografischen Engpass an qualifizierten Arbeitskräften auch „mit einem klaren Arbeitgeber-Image zu begegnen" (1)
Wussten Sie schon, dass sich der Nachwuchsmangel an Fachkräften keineswegs nur hauptsächlich auf Ingenieure und technische Fachkräfte bezieht, sondern – schon für 2015- im schlimmsten Fall von einem Defizit von gut einer Million Fachkräften mit Hochschulabschluss auszugehen ist? Doch nicht nur hoch qualifizierte Fachkräfte mit einem Potential zur Wahrnehmung von Führungsaufgaben werden knapp: Hinzu kommt, dass 2015 eine Nachfragelücke von 1.3 Mio. Mitarbeitern mit beruflichem Abschluss entstanden ist. (2)
Angesichts der schwachen Konjunktur durch die Finanz- und Wirtschaftskrise könnte man gar vermuten, dass der Fachkräftemangel derzeit nicht so dramatisch ausfällt, da jetzt aufgrund von krisenbedingten Strukturbereinigungsprozessen weniger Personal nachgefragt wird.
Doch nach einer aktualisierten Studie der Prognos AG vom Dezember 2009 „zeigt sich im Ergebnis, dass auch unter dem Einfluss der Wirtschaftskrise eine Arbeitskräftelücke von 5,2 Mio. Personen bis 2030 entsteht." Der Studie zufolge „ist und bleibt der demografische Wandel der entscheidende Einflussfaktor, während die langfristige Auswirkung der Krise auf die zu erwartende Arbeitskraftlücke vergleichsweise gering ausfällt." Laut Prognos AG zeigt „die Entwicklung nach Fachrichtungen im Szenario Wirtschaftskrise, dass bereits 2015 14 % der angebotenen Stellen für Ingenieure und Naturwissenschaftler nicht besetzt werden können, 2030 im Schnitt mehr als 25 % aller Stellen für Hochqualifizierte unbesetzt sind" (3). Hiervon betroffen seien besonders Forschungs- Werbe- und Beratungstätigkeiten sowie gesundheitliche und erzieherische Tätigkeiten. Auch im Bereich der beruflichen Bildung sind 2030 gar mehr als zwei Drittel der entsprechenden Fachrichtungen betroffen. Besonders groß ist der zusätzliche Personalbedarf bei Unternehmensdienstleistungen und im Gesundheitswesen. (4)
Dieser demografische Wandel beruht auf der Überalterung der Gesellschaft, welche sich auch im Erwerbsleben niederschlägt und somit jüngere Nachwuchskräfte knapp sind. Zunehmend wandelt sich der Arbeitsmarkt für Führungs- und Fachkräfte von einem Verkäufer – zu einem Käufermarkt.
Die Reaktionen darauf gestalten sich vielfältig:
Laut der Deutschen Employer Branding Akademie (DEBA) kann Employer Branding in „fünf Hauptwirkungsbereichen" Vorteile für mittelständische Unternehmen generieren:
1. Mitarbeitergewinnung
Angesichts der Schere zwischen steigenden Anforderungen und der Knappheit an qualifizierten Arbeitskräften wird es zunehmend schwieriger, die passenden Mitarbeiter zu finden. Indem sich der Arbeitgeber als Marke positioniert, grenzt er sich ab und bei genügender Schärfung seines Profils bewerben sich im Idealfall passgenaue Kandidaten, da sie ein „auf Ziele und Identität abgestimmtes Vorstellungsbild der Arbeitgebermarke (Employer Branding) in ihrer Vorstellung verankern können." Ist dies der Fall, bewerben sich im Idealfall zum Unternehmen passende Kandidaten, wodurch sich die Recruitingdauer verkürzt und demzufolge auch insbesondere die Kosten für die Akquisition von Führungskräften sinken.
2. Mitarbeiterentwicklung und –bindung
Die Mitarbeiter werden idealtypisch im Unternehmen ausgebildet, genießen Fort- und Weiterbildungs- sowie Aufstiegsmöglichkeiten und werden so langfristig an das Unternehmen gebunden („Retention"). Hohe Loyalität und Mitarbeiterzufriedenheit konturieren wieder die Arbeitgebermarke („Return on development"). Hier können auch Methoden des Demografie-Controllings zweckmäßig sein. Insbesondere kleinere und mittlere Unternehmen sollten sich als Arbeitgebermarke im Rahmen des Personal – Recruiting etc. schon an Berufsschulen, Ausbildungszentren sowie Universitäten präsentieren.
3. Unternehmenskultur
Employer Branding wirkt auch in den kulturellen Bereich des Unternehmens hinein. Die Arbeitgebermarke transportiert die Werte des Unternehmens, dadurch Werte werden erlebbar gemacht und …
- … das Arbeitsklima wird verbessert
- … der Krankenstand wird gesenkt
- … der Zusammenhalt wird gestärkt
- … die interne Kommunikation wird effektiver.
4. Unternehmensmarke
Employer Branding bietet zahlreiche Schnittstellen für die interne Verankerung von Unternehmens – und Produktmarken. Die Mitarbeiter werden zu Botschaftern der Marke. Das steigert die Umsätze und zusätzlich kann darüber auch wieder Personal rekrutiert werden.
5. Leistung- und Ergebnis
Ein gelungenes Employer Branding wirkt sich auch auf die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter aus. Das Committment mit den Zielen und Wertvorstellungen des Unternehmens führt zu gesteigerter Produktivität und Loyalität.
Fazit: Alle fünf Hauptwirkungsbereiche bedingen sich im Idealfall gegenseitig und führen zu positiven Synergieeffekten für das gesamte Unternehmen, insbesondere aber für die Bereiche CI (Corporate Identity) und HR (Human Ressource).
Als Unternehmensberatung mit dem Schwerpunkten Personal, Personalmarketing, betriebliche Vorsorge und Employer Branding sind die Leistungen von galenus vielfältiger Natur. Die unterschiedlichen Vorsorgesysteme innerhalb des Unternehmens haben sich in der jüngeren Vergangenheit als hervorragender Ansatz für effizientes Employer Branding erwiesen. Immer dann, wenn die Systeme über das übliche Maß hinausgehen, z.B. Zuschüsse zur bAV oder eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Krankenversicherung (bKV) ist der Imagegewinn des Unternehmens bei Bewerbern signifikant höher. galenus garantiert Arbeitgebern, sowie deren Mitarbeitern messbare Vorteile durch professionelle Beratung im Sozialraum Unternehmen.
galenus bietet in seinen Deckungskonzepten für die betriebliche Krankenversicherung grundsätzlich unternehmensberaterische Leistungen an. Fragen zu den Themen: Elternzeit, Versicherungsfähigkeit von Azubis oder Teilzeitkräften sind immer Bestandteil des Konzeptes, da eine eventuell vorhandene Arbeitnehmervertretung diese garantiert ansprechen wird. Auch Serviceleistungen wie Finanzamtsanfragen oder auch das Erstellen einer Betriebsvereinbarung sind Bestandteil des bKV 2.0 Konzeptes.
Im Rahmen von Employer Branding steht galenus dem jeweiligen Personalmarketing für Kommunikationskonzepte zur Verfügung.
Unter Zusammenarbeit versteht galenus langfristige, nachhaltige und verlässliche Partnerschaft mit unsere Kunden.
Martin Schlichenmaier, Geschäftsleitung der galenus – Unternehmensberatung für betriebliche Vorsorgesysteme (www.galenus-care.com)
[1]Regina Porth, HR Development von 02 Germany
[2]Manager- Magazin 16.04.10
[3]Prognos AG v.09.12.09 , S.20