Eutonie ist das Ergebnis von Körperfühlarbeit. Sie ist ein Zustand der Wohlspannung, so lautet die wörtliche Übersetzung, die jede Faser des Körpers lebendig, und jede Bewegung harmonisch erscheinen lässt. Die dänische Therapeutin Gerda Alexander hat diesen Begriff geprägt, und die Übungen, die zu Eutonie führen, entwickelt. Die Reise durch den Körper erfolgt über drei Stufen, der Haut, dem Skelett und der Bewegung. Berührungen, Atem, Lockerung der Muskulatur durch Verstärkung von außen, schaffen die Voraussetzungen, den Weg ins Innere des Körpers anzutreten. Dabei wird das Bewusstsein geschärft für den Aufbau und Zusammenhalt des Skeletts.
Dass zum Beispiel jeder Wirbel unserer Wirbelsäule zu unserem Aufgerichtet sein gehört. Oder dass unsere Füße, auf denen wir stehen, aus vielen Knochen und Gelenken, Bändern und Sehnen bestehen. Erst wenn das alles in unsere Vorstellung integriert ist, ist es möglich den Körper, ohne Blockaden und Verhärtungen, in einer wohltuenden Spannungsbalance zu halten. Natürlich wirkt sich diese Arbeit auf die Psyche aus. Dies ist das eigentliche Ziel Gerda Alexanders. Eine ihrer Kolleginnen, Marianne Fuchs, meinte dann auch, dass ein differenziertes Körpergefühl das Selbstgefühl und damit das Selbstwertgefühl stärkt. Das Ruhen in sich selbst ist Grundlage für die Entfaltung der eigenen Persönlichkeit. Das ist vor allem für jene Frauen von Bedeutung, die ein zwiespältiges Verhältnis zu ihrem Körper haben. Einige sind besessen von ihrer Hautpflege, nichts ist gut genug, und jede neue
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Die Übergewichtigen wollen um jeden Preis abnehmen, und testen alle möglichen Diätpillen, um das verhasste Gewicht zu verlieren. Aber selbst eine natürlich schön strahlende Haut und Traummaße sind keine Garantie dafür, mit seinem Körper zufrieden zu sein. Eutonie kann einen wunderbareren Weg zu einer positiveren, liebevolleren Einstellung zu sich selbst darstellen. Der Arzt Volmar Glaser hat, auf der Grundlage von Gerda Alexanders Konzept und in Kombination mit Atemarbeit und der Meridianlehre aus der östlichen Medizin, weitere wirkungsvolle Übungen zur Eutonie entwickelt.
Er geht davon aus, dass Bewegungs- und Atemmuster im Gehirn gespeichert werden, und dass Blockaden charakteristische Bewegungs- und Ausdrucksdeformationen zur Folge haben. Allein die Vorstellung einer bestimmten fließenden Bewegung, oder einer harmonischen Geste, verändert und vertieft den Atem, und führt zu einem „vor-eutonen" Zustand. Mit Hilfe der Atemmassage gelingt es dem Therapeuten dem Körper ein Raumerweiterungsgefühl zu geben und die Blockade zu lockern. Dasselbe vermittelt das Erlebnis des so genannten Transsensus, das Gespür über die eigenen Körpergrenzen hinaus. Eutonie ist etwas, das in einem nachklingt, als Zustand größerer Sensibilität für Berührung, Balance und Koordination.